In dem Bemühen darum nicht zurückzuschauen, haben Unionspolitiker die Vorstellung Joachim Gaucks, des gemeinsamen Präsidentschaftskandidaten aller im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der Linkspartei, im CDU-Bundesvorstand kommentiert. Generalsekretär Hermann Gröhe sagte nach dem Besuch Gaucks am Montag: „Wir sind davon überzeugt, dass er ein guter Bundespräsident wird.“ Es habe einen „intensiven Meinungsaustausch in sehr guter Atmosphäre“ gegeben.
Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel, so hieß es später, habe sich in der Sitzung etwas zurückhaltender geäußert und gesagt, Gauck sei „jetzt unser Kandidat“. Frau Merkel hatte sich am Sonntag vor einer Woche anfangs vehement gegen Gauck als parteiübergreifenden Kandidaten für die Nachfolge Christian Wulffs gewehrt und - nachdem sich die FDP-Führung auf ihn festgelegt hatte - sogar im CDU-Präsidium formell beschließen lassen, dass man gegen Gauck sei.
Erst nachdem der FDP-Vorsitzende Rösler sich auch von der Drohung der Kanzlerin mit dem Ende der Koalition unbeeindruckt zeigte, lenkte sie ein und gab kund, auch die CDU sei nun für den früheren DDR-Bürgerrechtler. Gauck, hieß es am Montag, habe deutlich gemacht, dass er nicht nachtragend sei. Auf Zustimmung sei in dem Gremium gestoßen, dass Gauck die Verbindung von Freiheit und Verantwortung als sein zentrales Motiv erklärt habe. Nach dem Besuch im Konrad-Adenauer-Haus wurde Gauck von Sigmar Gabriel im Willy-Brandt-Haus begrüßt; der SPD-Vorsitzende überreichte dem „linken, liberalen Konservativen“ (Gauck über Gauck) ein altes Buch Willy Brandts mit dem Titel „Links und frei“.
In der Sitzung des Parteivorstandes stellte der rot-grüne Kandidat vom Sommer 2010 klar, wie seine Äußerungen über Thilo Sarrazins Thesen zu verstehen gewesen seien. Gabriel sagte, es sei sympathisch, wenn jemand mit einer „Dissidentenbiografie“ zunächst einmal jeden verteidige. Manchmal könne dies aber problematisch sein. Dem habe Gauck zugestimmt, hieß es nach der Sitzung.
Der Kandidat der Medien
Ferdinand Hauser (Ferdinand_Hauser)
- 28.02.2012, 21:42 Uhr
Dami ich nicht wieder zensiert werde,
wolf biermann (Lesewolf)
- 27.02.2012, 19:56 Uhr
...aber bloß nicht in den Rückspiegel.
Dennis Idaczyk (DennisFRA)
- 27.02.2012, 19:42 Uhr