22.02.2013 · Joachim Gauck spricht sich für eine engere Zusammenarbeit in der EU aus. Man brauche „keine Zauderer, sondern Zupacker“. Die europapolitische Grundsatzrede des Bundespräsidenten im Wortlaut.
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Muslime müssten „selbstverständlich“ Menschenrechte akzeptieren!
Schön wär's, wenn Gaucks Feststellung zutreffen würde,
dass die in Europa lebenden Muslime „ein selbstverständlicher
Teil unseres europäischen Miteinanders geworden“ seien.
Ein „Miteinander“ kann nur bei einem gemeinsamen Wertesystem
gelingen. Und das wären hier die auf der ganzen Erde geltenden
Menschenrechte. Darum kann Gauck eigentlich nur von denjenigen Muslimen
gesprochen haben, welche die Menschenrechte akzeptieren. Jedoch mit all
den vielen Muslimen, welche das islamische Rechtssystem Scharia
über die Menschenrechte stellen, ist ein „Miteinander“
auf gleicher Augenhöhe unmöglich. Denn die Scharia betont die
Ungleichheit aller Menschen; wobei nicht nur Nicht-Muslime klar
abgewertet werden, sondern z.B. auch grundsätzlich alle Frauen und Kinder.
Und was wird jetzt aus den Rechtsbrüchen?
Warum stellt sich nicht mal einer von diesen Politclowns hin und sagt, z. B. : so wie es gelaufen ist, geht es auf keinen Fall. Gehen wir ein paar Schritte zurück und starten dann neu und besser! Statt dessen wird wieder das übliche Geseibel aufgetischt. Jeden Tag die gleiche Suppe und jedesmal die falschen Zutaten drin. Und der Koch erzählt jedesmal, so gehöre sie aber gekocht und wir hätten sie zu mögen. Jetzt sollte mal eine andere gekocht werden, eine die schmeckt.
Durch Wiedervereinigung zur angstmachenden Wirtschaftsmacht?
Mittlerweile dürften knapp 2 Billionen Euro in die neuen Länder transferiert worden sein. Das hat Westdeutschland ganz sicher nicht ökonomisch stärker gemacht. Welches Land hatte denn in der Mitte Europas vor der Wiedervereinigung ein groesseres BSP als Westdeutschland? Es gibt nach der Wiedervereinigung 17 Millionen Deutsche mehr unter einer Regierung. Das hat mit dazu beigetragen, dass der einzelne Deutsche in allen europäischen Institutionen ( Parlament, Kommission, Ministerräte, Rat der Regierungschefs, EZB, Bankenkontrolle, usw. usw.).,das geringste Stimmgewicht von allen "Bürgerinnen und Bürgern " der EU hat. Zu den Grundwerten der europäischen Zivilisation gehört die politische Gleichheit der Bürger. Freiheit ,Eigentum, Sicherheit und Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung, das sind die Menschen- und Bürgerrechte, die die französische Nationalversammlung im August 1789 feierlich verkündete. Die EU zerstört diese Grundwerte.
brittisch-anglo-amerikanisches Kulturimperialismus
Verzeihung fuer mein slechtes Deutsch, ich bin Niederlaender.
Ich bedauere es dasz im bereich der gefuehrte Sprache in der
Europaeische Union, auf Vorwurf des deutschen Presidentes englisch
gesprochen sollte.
Eine solche capitulierung fuer das brittisch-anglo-amerikanisches
Kulturimperialismus tut mich wirklich Leid.
gerade in Bezug auf die europäische Vereinigung hätten vielleicht ein paar "Bedenkenträger" mehr und ein paar "Schnellschuss-Zupacker" weniger den jetzigen Krisenfall verhindern können...
Diese Rede passt nahtlos zur Weihnachtsansprache, zur Neujahrsansprache.
Ohne Rücksicht auf die eigenen Bürger.
Kein dt. Dominanz, aber das Geld, das von den Bürgern hart
erarbeitet wird, das wird mit vollen Händen dem Club-Med in den
Rachen geworfen.
Was soll das sein - der "zeitlose Wertekanon Europas" seitens Gauck?
Was zeitlos ist, ist nicht von dieser Welt, also himmlisch, also etwas
auf Religion bezogenes, das es in jeder Gesellschaft gibt.
Europa ist aber keine Gesellschaft. Ist es dann ein Reich mit
"himmlischen" Hintergrund ?
Das mittelalterliche Europa hat sich, nachdem die deutschen
Sachsenkaiser endlich die heidnischen Normannen, Ungarn usw. bezwungen
und auch befriedet hatten, ab 961 bis ca 1066 unter den Schirm des
Heiligen Römische Reichs gestellt.
Der Wertekanon im Hintergrund waren seinerzeit neben dem Christentum
offiziell das germanische Gesellschaftsrecht, das im Sinne eines
Gegenpols zum nun eher instrumentell genutzten römischen Recht die
Entwicklung von einer neuen Art Städtekultur (ohne Sklavenwesen) ermöglichte.
Dann gingen die weltlichen Werte wieder auseinander.
Da es nicht nur ewige Werte, sondern jede Menge weltlich- zeitbezogene
gibt, ist diese Werterhetorik von Gauck unbrauchbar. Denn auch jeder
totaltäre Führer Europas redete von den ewigen, zu erhaltenden Werten!
Statt des Plural, der den majestatis anklingen lässt - "Wir
sprechen gerade über Kommunikation" - wäre der
Präsident, statt sich selbst als Europäer zu etikettieren, gut
beraten gewesen, an Stelle des Indikativs den Konjunktiv hypothetisch zu
verwenden und so deutlich zu machen, was er sich wünscht:
"Unsere europäischen Werte sind verbindlich und sie verbinden.
Mögen europäische Staaten Europas Regeln auch gelegentlich
verletzen, so können diese doch vor europäischen Gerichten
eingeklagt werden." Herr Gauck oder sogar ich könnte also die
Einhaltung des Maastricht-Vertrages gerichtlich erzwingen?
Dass Englisch die erste Fremdsprache ist, hätte der Ergänzung
bedurft, dass in Europa die jeweiligen Muttersprachen - auch an den
Universitäten - grundlegend zu bleiben haben.
So ist die Rede belanglos, eben weil sie Wunsch und Wirklichkeit
verwechselt, aber daher nicht ungefährlich.
Eine nach Aufbau, Inhalt und Überlegung der Wortwahl hervorragende Rede.
Historisch begründend, die Entwicklung mit ihren Fehlern
nüchtern nachzeichnend, die Motivation und Aufgabe für die
Zukunft als Deklaration der Präambel einer Verfassung benennend.
Anschaulich und umfassend findet sich alles Wesentliche und zeitlos
Wichtige, die Auslassung von Namen wie z.B. Adenauer oder Begriffen wie
z.B. NATO folgt rücksichtsvoller Neutralität.
Unabhängig vom tagespolitischen Bekenntnis findet jeder
Europäer in der Rede ein begründetes Manifest gemeinsamer Zukunft.
Bundespräsident Gauck spricht von und mit Bürgern und
Neubürgern, das notorisch paternalistisch segregierende "die
Menschen" vermeidend.
Konstitutionell überzeugend daher die Begriffe
"Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung",
"Verläßlichkeit zu Solidarität".
Mut im positiven Sinn ist Wagemut und Demut.
N.B. Der Euro wurde nicht für Finanzfreibeuter geschaffen, die
Royal Navy verhinderte einst verbotenen Sklavenhandel.
nie wieder Krieg...wenn ich das schon höre kommt mir der Zorn
es waren doch immer Politiker bzw. Staatshäupter die uns Menschen auf der ganzen Welt in Kriege geführt haben. Schröder hat uns nach Afganistan gebracht, Merkel jetzt in Mali usw. Der Bürger geht nicht von sich aus in den Krieg. Die Kriegsangst rührt immer nur von der Staatsführung her, wir das Volk sind der falsche Adressat seiner Rede
"Der Wonne der Verschmelzung ist der Identitätsverlust drohend inhärent"...
So oder ähnlich äußerte sich der franz. Historiker und
Anthropologe Emanuel Todd zur Einführung des Euro. Von solcher
Dialektik ist Gauck´s Rede weit entfernt. Ich kann darin kaum
einen einzigen Satz entdecken, der von irgendeinem Nutzen ist.
Gauck schwebt seit er im Amt ist in einer Art Glückseligkeit
über den Niederungen menschlicher Bedürfnisse, Konflikte und
Ängste während er vorher einen eigenen erfrischenden und
zupackenden Ton fand.
Auch die Neujahrsansprache war schon "gestrig" und langweilig.
Wenn er nicht noch "aufwacht" wird er der dritte
Präsident in Folge sein, auf den man gut hätte verzichten können...
„Der europäische Wertekanon wird am Beispiel der in Europa
lebenden Muslime deutlich. Europäische Identität wächst
mit dem Miteinander und der Überzeugung der Menschen, die sagen:
Wir wollen Teil dieser Gemeinschaft sein, weil wir gemeinsame Werte
teilen“. Darum wollen diese Muslime ihre
außereuropäische Herkunftsstaatsbürgerschaft partout
nicht aufgeben oder streben kampfeslustig die Durchsetzung der doppelten
Staatsbürgerschaft an.
Die gesamte Rede ist leicht auseinanderzunehmen, ein Widerspruch jagt
den nächsten. Hochinteressant auch: „diese Union wird
getragen von der Idee, dass Regeln eingehalten und Rechtsbrüche
geahndet werden“. Mit der Wahrheit haben diese
Möchtegern-Global-Players es nicht, denn hätte er es mit der
Wahrheit (vor seinem Gott), hätte er sagen müssen: Wie schon
im 19. Jahrhundert können und wollen und werden wir eine
europäische Vereinigung von oben dekretieren.
Schuster bleib' bei Deinem Leisten !
Über die Freiheit, deren Folgen und die daraus folgende
Verantwortung kann er
deutlich überzeugende vortragen !
nach Stadtpfarrersart. Keine konkreten Aussagen zu den eklatanten Rechtsbrüchen und Fehlentwicklungen der jüngsten Vergangenheit, keine energischen Fingerzeige in die richtige Richtung für fehlgesteuerte Politiker, wie man es von einer überparteilichen Instanz erwarten müsste. Stattdesse Wortspielereien wie "kein deutsches Europa, sondern ein europäisches Deutschland." Beides ist Quatsch, Deutschland ist ein - wie auch immer gearteter - Teil Europas, der mit den anderen Teilen Europas klarkommen muss, und sonst nichts. Ich bin von der Schlichtheit dieser "Grundsatzrede" sehr enttäuscht.
...ersetzt man den Begriff Europa durch Gott und den Begriff Euro durch Glauben, dann kann Herr Gauck den Wortlaut der Rede 1:1 für seine nächste Kanzelpredigt zu Weihnachten übernehmen. Sehr praktisch gedacht von unserem BP.
Schade, ein entscheidendes Prinzip taucht überhaupt nicht auf : Subsidiarität !!
Die Regelungswut der Kommission und des europäischen Gerichtshofes
ist ein stetiger
und oft ärgerlicher Verstoß gegen den allgemein anerkannten
Gründungsmythos( Herr Gauck, das ist er ! ) der Europäischen
Vereinigung : Nie wieder Krieg ! Alle Verantwortungsträger
sollten ein Seminar über die Prinzipien der Subsidiarität
belegen und nur die, die anschließen-de Prüfung mit
"GUT" oder besser bestehen, dürfen danach ihre Ämter
wieder aufnehmen
bzw. neu einnehmen und müssen die Verstöße wieder
ausmerzen . Dann wird endlich klar,
was höchster und zentraler Regelung ( auch durch den Souverän,
den Wähler !!) bedarf
und was Diktatur der subalternen, machtbesessenen Eurokraten ist.
An Subsidiarität ist ein gefährliches Defizit entstanden...
...da haben Sie völlig recht. Auch die Pluralität wird nicht
genügend geschätzt, wenn es immer heißt, Europa
müsse "mit einer Stimme sprechen".
NEIN, bitte nicht!
Völker Europas, laßt Euch NICHT gleichschalten, sprecht so
vielfältig und unterschiedlich wie es Eurer Herkunft und Eigenart entspricht...!
Schön war die Zeit, als das EU-Parlament "nur" mit Spesenbetrug, erschlichenen Sitzungsgeldern ...
... und Selbstprivilegierung bei Vergütung+Versorgung Schlagzeilen machte.
Die Sitten dort überraschten niemanden. Man ja wusste, wen man da
nach Brüssel und Straßburg geschickt hatte:
Häufig zweifelhafte Parteisoldaten, die für den Heimateinsatz
nicht mehr vorzeigbar waren. Sei es nun wegen pol. Versagens, sei es
wegen anderer Verfehlungen.
Die Saat begann aufzugehen:
"EU-Subventionsbetrug" wurde eine eigenständige+
lukrative Ausprägung des organisierten Verbrechens.
So schleusten die Akteure (lange bevor eine Schuldenkrise virulent
wurde) 130 Mrd. € an rückzahlungsfreien EU-Geldern nach
Griechenland. Einen manifesten Nutzen sucht man bis heute vergeblich.
Mit der Etablierung der "Eurorettung" wird nun die bisher
höchste Stufe organisierter Kriminalität erreicht.
Italiens Schwarzgeldwirtschaft, Spaniens Immobiliengaukler, Irlands
Steuerschieber, Griechenlands Diebeseliten ... sogar der
Betrugsvermarkter Zypern:
Sie aller erhalten eu-weiten Zugriff in die Taschen entmündigter
Bürger.
Sehr schön.
Sehr schön polemisch, Ihr Beitrag Herr Wege, aber mit der Realität hat das natürlich nur bedingt was zu tun. Woher haben Sie denn die Zahl von 130 Mrd. Euro? Und stellen Sie doch mal dar, in welchem Zeitrahmen. Zum Vergleich könnte man noch die Transfers aus Europa nach Deutschland für die Kosten der Wiedervereinigung darstellen. Auf diese Weise würde die Zahl 130 Mrd. Euro nachvollziehbar und einzuordnen in den Gesamtrahmen. Aber das würde ja die Polemik stören.
Nehmen wir Herrn Gauck doch beim Wortschwall: Europa braucht eine breite Diskussion über seine politische Zukunft, die durch unterschiedlich positionierte Parteien, offen in den Medien ausgetragen und durch die Bürger Europas entschieden wird! So, wie wir das zB auch zu den Ostverträgen hier hatten. Und nicht verdruckste Hinterzimmerentscheidungen und nicht-bekannte und nicht - verantwortliche Europaabgeordnete, sowie Verfassungsentscheide, die so lange wiederholt werden, bis sie den Politikern passen!
Ach, würde der europäische Narrativ doch nur dem Großhirt-Ideal Folge leisten
Leider richtet sich Realität und Wirklichkeit nicht dem noch so krampfhaften Idealanstrengungen, die sich der kleine Gauck so zusammenträumt, und davon immer ganz in kindlicher All-Selbstliebe in Verzückung gerät.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 20:13 UhrWenigstens hat Herr Gauck noch Ideale für die er eintritt.
Sie dagegen zeigen sich kleinlich und geistig eingeengt. Deswegen ist der Herr Gauck Präsident und Sie nicht.
Welcher europäische Staatsmann äussert so klare Worte? Kein europäisches Staatsoberhaupt hat zur Zeit dieses Format, schon gar nicht die Monarchen unter ihnen. Eine Rückbesinnung auf den europäischen Gedanken tut Not. Der direkte Aufruf an die Briten ist sehr gelungen. Die Einbeziehung der Muslime richtig (allerdings: warum werden eigentlich die Konfessionslosen nie erwähnt?).
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 19:56 UhrKlare Worte...
...konnte ich in der rede keines erkennen. Im Gegenteil, eher Geschwurbel.