12.06.2012 · Mit Hochachtung ist Bundespräsident Gauck am Dienstag den Bundeswehrsoldaten begegnet. Das „freundliche Desinteresse“ der Gesellschaft kritisierte er. Und er sprach über eigene Erfahrungen: die Bundeswehr sei eine „Stütze der Freiheit“.
Von Stephan Löwenstein, BerlinRichtlinien für Lesermeinungen
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immer "Bundeswehrsoldaten" und nicht "deutsche Soldaten"?
Man sagt ja auch nicht "US-Army-Soldaten" oder "Matrosen
der Marine Nationale" sondern "US-Soldaten" oder
"Französische Matrosen".
Die Herrschaft der Linken über die bundesdeutsche Sprache war und
ist prägend.
"Deutsch" ist ja fast "Autobahn"...
'freundliche Desinteresse' der Gesellschaft?
Die Wahrnehmung des Bundespraesidenten trifft zu - allerdings im
gegenteiligen Sinne.
Diejenigen, die auf eben dieses bauen, sind Regierung und Parlament. Sie
rechnen darauf, dass der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan zwar in
der Gesellschaft strittig ist, aber keine nennenswerten Widerstaende
ausloest. Kurz: Wen interessiert schon Afghanistan! Schliesslich wird
niemand zu diesem Einsatz gezwungen. Seit zehn Jahren ist diese Rechnung
aufgegangen.
Joachim Gauck scheint ein unpolitischer Mensch zu sein, wenn er sich
der Doppeldeutigkeit seiner Worte nicht bewusst gewesen sein sollte.
Der Fluch eines hoch brisanten Themas
Schon Horst Koehler hatte sich an ein heisses Eisen gewagt, als er
Deutschlands Verteidigung der Seewege zur Sprache brachte und darueber
stolperte, weil er zu kurz griff.
Gauck scheint den Fehler seines Vor - Vorgaengers nicht verstanden zu
haben. Es ist loeblich, sich fuer eine gesellschaftliche Institution,
wie die Bundeswehr, einzusetzen. Doch dann muss man auch selbst -
kritisch deren Versaemnisse und Suendenfaelle (Afghanistan!)
aufarbeiten. Dies wird nicht auf Anhieb gelingen. Denn damit machte er
sich zugleich zum Kritiker von Regierung und Parlament, die der
Bundeswehr (Schein-) Legitimationen ausstellten.
Es sei darauf gewettet, das Afghanistan nicht nur Minister Niebel in
Schwierigkeiten bringt. Der Fluch der boesen Tat(en) wird noch manchen
ereilen.
Welches Interesse rechtfertigt es, Soldaten in Auslandseinsätze zu
schicken, sie letztlich damit zu beauftragen, zu kämpfen, zu
töten und das Risiko des eigenen Todes einzugehen?
Meines Erachtens liegt die Antwort in den Lehren der Geschichte: Im
Vergleich zum Völkerbund, der den Aggressionen der Nazis nichts
entgegenzusetzen hatte, ist die viel gescholtene UNO ein hocheffizientes
internationales Regime. Die mit den UN institutionalisierte
internationale Verflechtung und Kommunikation ist das Mittel der Wahl,
um zumindest die ganz großen kriegerischen Konflikte zu verhindern
und kleinere einzudämmen - das ist eine Erkenntnis der
Friedensforschung (sic). Allerdings braucht diese Institution eben auch
Kräfte, die Regeln und Resolutionen um- und durchsetzen. Sie UNO
hat bekanntlich keine Soldaten. Die Bundesrepublik stellt die Bundeswehr
in den Dienst eines Friedensbündnisses. Eben Weil Frieden oberstes
Interesse Deutschlands ist. Den Soldaten gereichen die Einsätze zur Ehre.
Geschichte, Demokratie, Einsätze
In der Geschichte hat es immer und überall Soldaten gegeben -
entweder die eigenen oder die der anderen. Wer die eigenen bevorzugt,
sollte ihnen auch Respekt erweisen. Respekt im demokratischen Sinne
bringt den Soldaten entgegen, wer mittels demokratischer Beteiligung -
dazu gehört selbstverständlich auch Kritik - zur Legitimation
der Aufträge der Bundeswehr beiträgt. Eine solche Beteiligung
findet aber nicht mit anonymen Umfragen statt, sondern indem Bürger
zu seiner - argumentativ unterlegten - Meinung auch sein Gesicht zeigt.
.
Wenn, wie die Auguren der Demoskopie oft verlauten lassen, die Mehrheit
der Bürger gegen Auslandseinsätze ist, dann frage ich mich,
warum diese Bürger ihren Abgeordneten nicht auf den
Füßen stehen. Das ist anscheinend zu anstrengend. Dann lieber
ein bisschen online plärren. Unsere Freiheit ist die Freiheit der
Persönlichkeit und des Wortes. Wer sie nicht nutzt, lässt sie
degenerieren. - Gauck hat recht.
Den lieben Gutmenschen sei empfohlen: - Gesamte Rede anhören oder
den Text lesen - nachdenken (nein, nein .. nicht sich an irgendwelche
alten Phrasen erinnern - denken!) - dann meinetwegen .. losplappern
Den alten BuPrä konnte man ja nicht schnell genug loswerden.. und
der Neue, jetzt sowas. Ach ihr armen Gutmenschen, hart ist's, gelle ?
Armee des Volkes - ist die Wehrpflicht nicht abgeschafft?
Stütze der Freiheit - wenn auch nicht genügend diskutiert wird?
Soldaten auf drei Kontinenten und demnächst Cyberkrieg?
Für Frieden und Freiheit kämpfen versteht niemand besser als
"wir" Deutsche?
"Wir" verstünden etwas davon, wie man mit
militätrischen Mitteln Freiheit exportiert?
Und da hat niemand böse gelacht?
Soldaten und Gott, ehrt man nur in der Not. Dies gilt offenbar auch für die deutsche Wohlstandsgesellschaft. Nun, wo die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, überlässt man die Bürgerpflicht denjenigen, die dumm genug sind sich zu verpflichten. Das ist es doch was Sie sagen wollen, Herr Sperling. Was ist eine Gesellschaft wert, die diejenigen nicht ehrt, die zu ihrem Schutz eintreten? Berufsoldaten, Freiwillige sowie Beamte der Bundeswehr, Herr Sperling, sind auch Staatsbürger mit und ohne Uniform. Das galt nicht nur für Wehrpflichtige. Es sind Väter und Mütter, Brüder und Schwestern, Söhne und Töchter, deutscher Staatsbürger und keine namenlosen Maschinen. Es sind von der Gesellschaft legitimierte Politiker, die ihre Soldaten und Beamten in den Einsatz schicken. Daher schulden Gesellschaft und Politik ihren Staatsdienern den notwendigen Respekt. Wer soll sich sonst noch genötigt fühlen für Freiheit, Recht und Demokratie sein Leben aufs Spiel zu setzen. Vielen Dank Herr Bundespräsident.
Im Sinne von Wolfgang Borchert:
Du. Pfarrer auf der Kanzel.
Wenn sie dir morgen befehlen,
du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen,
dann gibt es nur eins: Sag NEIN!
Erwache Mensch!
Schon wieder wird das Schwert erhoben
Geführt von Angst, Tradition, archaischem Relikt
„Aug' um Aug', Zahn um Zahn! - es hat sich nichts geändert,
Nur eines: Man tötet auf Distanz.
Wann werden wir das, was wir unsre Kinder lehren:
„Ihr sollt die andern Menschen lieben!“,
Auch als unsren eignen Weg erwählen,
Um gegen Krieg und Waffen vorzugehen?
Erwache Mensch – verliebe dich ins Leben
Tanz mit dem Tod zur Hoffnungsmelodie
Die Liebe lehrt dich alles zu vergeben
Und baut die goldne Brücke über Tod und Leid
Schenke der Welt dein wahres Wesen
Verborgen unter Neid und Angst!
Nur dann wirst du davon genesen,
Wenn du den Tränen des Verzeihens traust!
Sind wir doch ehrlich: Soldaten sind desensibilisierte
Tötungsmaschinen, die nur auf Befehl handeln sollen. Alles andere
ist Verrat am Vaterland oder wie auch immer die korrekte Bezeichnung
dafür ist - das gilt für alle Soldaten der Welt! Wessen
Freiheit verteidigen sie denn? Ach ja, stimmt, die des Freien Marktes -
die Freiheit der Macht, der Gier und des Geldes-das ist die Wahrheit!!!
Gewalt wird man niemals endgültig mit Gewalt überwinden, das
lehrt uns die Geschichte. Glückliche Menschen, die sich trotz alles
Leids am Tautropfen auf einem Blatt erfreuen und die Angst vor dem Tod
überwinden werden nicht gewalttätig handeln. Wir hätten
die Allierten nicht gebraucht, wenn wir nach dem ersten Weltkrieg uns
nicht von Hass und Neid hätten leiten lassen.
Ich sehe nur wenige äußere Feinde außerhalb des NATO-Bündnisses
Allerdings mächtige Feinde innerhalb des NATO-Bündnisses, auch
wenn sie offiziell Freunde heißen, die größten Feinde
jedoch im Inneren. Gegen all diese Bedrohungen ist die Bundeswehr
machtlos.
Im Namen der Freiheit haben andere Nationen in sinnlosen Kriegen viel
Verderben über Freund und Feind gebracht. Das soll scheinbar der
Bundeswehr nicht erspart bleiben. Hauptsache, die politischen Akteure
können weiterhin den Weg des geringsten Widerstands gehen.
Gauck`s Rede besteht aus haltlosen Behauptungen die nicht hinnehmbar
sind. Dazu gehört die Aussage, dass die BW im Bewusstsein der
Bevölkerung nicht vorhanden sei. Das ist falsch.
Die 2. Behauptung sprengt fast schon den Rahmen des Anstandes, wenn er
behauptet, dass unsere glücksüchtige Gesellschaft es schwer
ertragen könne, dass es wieder deutsche Gefallene und
Kriegsversehrte geben könnte und daher ein Nicht-Wissen-Wollen vorziehe.
Ich bin kein Fan von Gauck und muss mich bei einer derartigen Aussage
sehr zurückhalten, aber ich sehe in diesem Satz kein
Mitgefühl, keine Empathie, kein Verständnis sondern nur harte
Kälte und Unverständnis gegen Menschen, die sich gegen
kriegerische Auseinandersetzungen aussprechen.
Gauck hat keine Ahnung von dem Leid, den psychischen Zerstörungen,
den Selbstmorden, Amokläufen aus Verzweifelung, Drogenmissbrauch
und anderen psychischen und physischen Verletzungen, denen die Soldaten
ausgesetzt sind.
Diese Rede: er muss zurücktreten.
Frau Schramm, ich teile Ihre Auffassung!
Auch Joachim Gauck scheint das Format zu fehlen, welches dieses hohe Amt
erfordert.
Als Ostdeutscher haette man ihm mehr Fingerspitzengefuehl im Umgang mit
kontroversen politischen Themen zugetraut. Ausserdem fehlen ihm die
ethischen Koordinaten und die erforderliche Konsequenz bei einer solch
oeffentlichen Eroerterung.
Er duerfte sich frueher oder spaeter als vollends untauglich erweisen.
Ich wette darauf, dass auch er seine Amtszeit nicht durchstehen wird.
Bisher war ich ja sehr angetan von Gauck, aber die Attestierung einer
"Glückssucht" empfinde ich als Frechheit. Es gibt nicht
nur Menschen in diesem Lande, die wegsehen. Es gibt auch Menschen, die
hinsehen und das Sterben von Soldaten nicht ertragen können oder
wollen. Ein ganz übles ad-hominem-Argument ist das. Und ein
Strohmann noch dazu, denn die Kritiker von Auslandskriegseinsätzen
sind ja nicht gegen Freiheit, sondern gegen die angeblich
alternativlosen Mittel, diese Freiheit zu erreichen oder sicherzustellen.
Ich finde es sehr erstaunlich mit welcher Selbstverständlichkeit hier
von häufig sehr zweifelhaft legitimierten Kampfeinsätzen fern der Heimat schwadroniert wird. Es ist meiner Meinung nach schon haarsträubend, dass deutsche Staatsbürger in Uniform in Afghanistan in die Luft gejagt werden, nur um ... was eigentlich??? ... zu tun? Die Demokratie verteidigen? Mädchen Schulunterricht zu ermöglichen? Die bösen Taliban zu bestrafen? Frieden zu bringen? Ich bitte Sie!!! Das mutet für mich wie Mittelalter an: Bekehrung zum Guten mit Feuer und Schwert! Haha! Mit denselben Konsequenzen und auch aus denselben Motiven heraus. Viele Tote und Geld scheffeln. Aber soweit denkt der aufrechte Deutsche nicht. Freiheit als Pathos reicht offensichtlich schon um über all das ein hübsches Deckmäntelchen zu legen. Danke Herr Bundespräsident. Da war Herr Köhler ehrlicher: Verteidigung deutscher Wirtschaftsinteressen im Ausland hat er gesagt - aber keiner hats verstanden...
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.06.2012 01:18 UhrBekehrung zum Guten mit Feuer und Schwert!
Diese mittelalterliche Philosophie ist die offizielle Glaubenslehre der
Bundesregierung - natuerlich in unverfaenglicheren Worten gefasst.
Die Wirtschaftsinteressen im asiatischen Raum werden von den Amerikanern
verfolgt, die sich dort - so oder so - ueppige Geschaefte an Land
ziehen. Sie brauchten die Pappkameraden u. a. der Bundeswehr bloss, um
den wahren Charakter des Unternehmens verschleiern zu koennen.
Es kann den Amerikanern bescheinigt werden, mit diesem Unterfangen
leidlich erfolgreich gewesen zu sein. Insbesondere die Regierung Merkel
befleissigt sich peinlicher Liebedienerei - im Gegensatz zu Hollande,
der den Schlussstrich zog.
Hoffentlich wird Letzterer in der NATO mehr Profil zeigen. Unser
Bundespraesident hat dies bislang versaeumt. Ausgerechnet ein
Ostdeutscher gibt sich bieder und angepasst.
Herr Giesinger,
den wehrpflichtigen "Bürger in Uniform" gibt es nach der
Aussetzung der Wehrpflicht nicht mehr.
Es gibt Zeit- und Berufssoldaten auf freiwilliger Basis. Bitte den
Unterschied beachten...
macht Sinn. Weder in Kabul, noch in Stalingrad, Baghdad, Mogadishu, Tripolis oder anderswo. Appel an Edelmut oder Hingabe zum Soldatentum sollte sich in Zeiten der Berufssoldaten über Lippen keines Bundespräsidenten verirren. Oder mahnen nicht die 1000en von Heldengedenkstätten in aller Welt an die schamlose Verführung ? Die sich verpflichten sind in der Mehrzahl alles andere als Opferwillige. Die Hinterbliebenen sind in den seltensten Fällen stolz. Den Einsatz des Lebens für eine "funktionierende" Demokratie zu fordern ist im Trüben fischen.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.06.2012 01:40 UhrSalbungsvoll
Gauks salbungsvolle Worte helfen den Familien der Getöteten und Verletzten nicht, die sich auf dem Schachbrett der Politik mißbrauchen lassen mussten. Ich verstehe, dass Generale alles mitmachen, die bei geringem Risiko eine hohe Pension in Aussicht haben. Aber ich verstehe nicht, dass die Mannschaftsdienstgrade für ihre bescheidene Pension das Glück ihrer Familien aufsa Spiel setzen.
Deutsche Generale
Deutsche Generale verhalten sich wie - deutsche Generale und nun können sie sich auch noch auf den Bundespräsidenten als obersten Feldprediger berufen.
Die Bundeswehr schützt das Gewaltmonopol unseres
freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates und garantiert damit unseren
Frieden. Das ist aller Ehre wert.
Würde sie auch im Notfall mit internationalem Mandat beherzt
eingreifen, wenn (wie z.B. auf dem Balkan vor Jahren) schwere Verbrechen
verübt werden, so wäre auch das aller Ehre wert.
Schlage vor, Kriegsberichterstatter wieder einzuführen,
haben sich bestens bewährt.
die können dann dem mündigen Bürger erklären,was
unsere Soldaten so im Kosovo, im Niger, am Horn von Afrika und in
Afghanistan so treiben.
Die meisten Bürger fragen sich nämlich immer noch, was unsere
Bürger in Uniform dort zu suchen haben.
Wenn man sich die Mitkommentare hier so zur Brust fuehrt, dann laeuft es einem auf der anderen
Seite wieder eiskalt den Ruecken runter.
Tatsaechlich Herr BP Gauck jetzt zweimal gut sprechen machen:
Zunaechst hat Gauck die gesellschaftspolitischen Vorstellungen seines
Vorgaengers redimensioniert+auf Normalmass reduziert. Sehr verdienstvoll.--
Jetzt hat er den friedens"bewegten" Deutschen,
- "Schwerter zu Pflugscharen", "Frieden schaffen ohne Waffen"-
eine kleine realpolitische Lektion erteilt.
Der Maghreb+ der Nahe Osten stehen in Flammen.
Von Sizilien bis Tunesien:145km Luftlinie.
Von Malta bis Lybien 350km Luftlinie.
Also, vor unserer Haustuer eine durchmilitarisierte, kampferfahrene+zu
allem entschlossene+
empoerte junge maennliche Bevoelkerung.
Aber in Deutschland glaubt man, die Nachrichten kommen aus der Steckdose,
-also, Stecker raus, Lybien+Syrien weg, oder so aehnlich-
Die Deutschen sind wohlstandseingelullt+haben Lektionen dringend noetig.
Insofern stelle ich meinen aetzenden Gauck-Kommentar von vor noch
garnicht solanger Zeit unter Vorbehalt.
@Georg Rauscher//Krieg+Frieden+Hermann Hesse
"Ihr Namensvetter Hermann meinte "Krieg wird noch lange sein,
er wird vielleicht immer sein. Dennoch ist die Überwindung des
Krieges nach wie vor unser edelstes Ziel und die letzte Konsequenz
abendländisch-sittlicher Gesinnung"
"...letzte Konsequenz abendlaendischer Gesinnung"? Moeglich,
dann sollte man es aber auch dabei belassen+nicht aus der letzten
Konsequenz die erste Konsequenz machen, das Pferd von hinten aufzaeumen,
das funktioniert nicht.
Wenn wir "Frieden schaffen ohne Waffen" wollen, dann muessen
wir uns, frueher oder spaeter,
wohl einem Diktatfrieden beugen, und auf so einen Frieden kann ich verzichten.----------
Uebrigens,Hermann Hesse, ein mittelmaessiger Schreiber+schlechter
Philosoph, der schon dem Vergessen
anheim gefallen war, bis die Hippies ihn in den 6oern wieder aus der
Mottenkiste geholt haben.
Nicht zu fassen
Da dies ein Diskussionsforum ist: Gerne.
Auch Sie behaupten: Die Deutschen sind wohlstandseingelullt und haben
Lektionen dringend nötig.
wissen Sie eigentlich, was Sie da fordern ? Kriege für die Menschen
als Lektion, weil sie in einem Land leben, in dem es bisher friedlich
zugegangen ist ? Kriege für die Menschen als Strafe, dass sie
glücklich sind ?
Kriege als Rache für ungelebtes Leben bei Ihnen und allen
Kriegstreibern, die nicht glücklich sein können ?
die empörte, harmongesteuerte junge Generation in Libyen und all
die Länder die Sie aufzählen, haben ganz andere Motive gehabt
als Frieden in ihren Ländern zu schaffen !
Zusätzlich sind sie vom Westen aufgewiegelt und mit Waffen und
wilden Versprechungen verführt worden.
Außerdem sind diese jungen Leute nicht kampferfahren. Sie sind
Halbstarke, die religiös und politisch radikalisiert worden sind
von Menschen, die ein Interesse an Kriegen und Macht haben.
Nein, Herr Hesse
Die Deutschen sind friedenspflichteingelullt. Lange genug hat man es
ihnen eingetrichtert, und jetzt wo es richtig sitzt, soll man das
schnell wieder vergessen...?
Ihr Namensvetter Hermann meinte "Krieg wird noch lange sein, er
wird vielleicht immer sein. Dennoch ist die Überwindung des Krieges
nach wie vor unser edelstes Ziel und die letzte Konsequenz
abendländisch-sittlicher Gesinnung"
Lieber Herr Bundespräsident, Ihrer Äußerung, dass wir Deutsche Verantwortung übernehmen müssen
um die Freiheit zu wahren stimme ich uneingeschränkt zu. Einige logische Dellen hat Ihre Rede aber doch: Ein politisch entmündigtes Volk, dem man bei jeder Gelegenheit die Alternativlosigkeit einer Vorgehensweise vorbetet und dem man das Minimum an plebiszitären Elementen in der Verfassung mit den seltsamsten Argumenten verweigert, hat schon einige Probleme mit der Verantwortung. Wir müssen akzeptieren, dass Verträge quasi zwischen Vorspeise und Nachtisch zum Nachteil Deutschlands gebrochen werden, dass unser Land am Hindukusch verteidigt wird und niemand kann das begründen . Das alles findet ohne den Souverän statt. Aktuell können wir unser wirtschaftliches Siechtum schon absehen. Hier werden wir, das Volk, die Verantwortung übernehmen müssen, während die Initiatoren sich jeglicher Verantwortung entziehen werden. Und in solch einer Situation erwarten Sie mehr Verantwortung einer "glückssüchtigen" Gesellschaft? Bitte prüfen Sie Ihre Auffassung doch noch einmal auf Realitätsbezug
Respekt für die Soldaten, die sich für ihr Land einsetzen und
dabei auch die Freiheit und Menschenrechte des Gegners achten. Respekt
für einen Präsidenten, der darauf hinzuweisen nicht ansteht.
Indes sollte man mit dem Begriff »Freiheit« nicht umgehen
wie mit den täglichen Brötchencents. Wenn man aber das Wort
permanent im Munde führt, wäre es angebracht, der wachsenden
Verletzung der Freiheitsrechte der Bürger Einhalt zu gebieten als
da wären Vorratsdatenspeicherung - vulgo Stasi 2.0 -, Bedrohung der
Menschen mit Jobverlust und Abwertung ihrer Arbeitsleistung bis zur
Versklavung.
Wen unsere Soldaten Freiheit verteidigen sollen und wollen, muss es auch
noch eine Freiheit geben, für die sich der Einsatz lohnt.
Sonntagsfreiheitsschwätzer gibts genug. Das schreibt hier ein Liberal-Konservativer.
Für ihr Land?
Setzen sich Soldaten für "unser Land" ein? Sie machen, was die Regierungsparteien sagen, dass sie es machen sollen, sonst nichts. Die Regierungsparteien sind nicht "unser Land". Niemand kann sich darauf berufen, dass "unser Land" das will oder dass "die Freiheit" das will. Dieser Überhöhung des Kriegseinsatzes sollte man entgegentreten. Mir scheint, die Regierenden arbeiten doch immer mit den gleichen Tricks, nur dass es nicht mehr heißt "Für Gott, Kaiser und Vaterland", sondern für "Demokratie und Freiheit", wo es doch nur in das Kalkül der Regierungsparteien passt, dass da und dort Soldaten eingesetzt werden.
Kein gute Argumente
Ja, ich meine auch, dass unsere Freiheitsrechte seit 2001 poe a poe
eingeschränkt werden.
Sie kennen die Geschichte von Röslers Frosch ? Wirft man ihn in
heißes Wasser - geht er tot.
Richtig ist, den Frosch in kaltes Wasser zu setzen und gaaaaaanz langsam
erhitzen. Wenn er dann die Gefahr merkt - ist es zu spät.
Außerdem ist es eine Unverschämtheit, den Freiheitsbegriff
für alles und noch was heranzuziehen, wie Gauck es macht.
Gauck hat m.E. in der DDR-Diktatur keine Nachteile gehabt. Auch in
seiner Rede bei der BW redet er von der DDR-Armee, die gegen eigene
Leute schießen mußten.
Damit wirft er wieder alles in einen Topf. Diese Soldaten haben auf
Dissidenten geschossen und nicht einfach so das ganze DDR-Volk
angefallen.
Für mich ein großer Unterschied zu einem Kriegseinsatz ohne
UN-Mandat, wie Kosovo und Afgh.
Den Rest - einen andersdenken einfach mal wieder in ein anderes Land zu
schicken ist einfach nur schwach.
liberal konservativ...
was das ist scheinen Sie nicht verstanden zu haben.
Arbeitsverhältnisse sind per se nie prekär, weil sie auf der
Basis eines Vertrages entstehen, zwischen Unternehmen und Mitarbeiter.
Das Ganze passiert auf dem Arbeitsmarkt. Das ist ähnlich wie wenn
Sie Milch oder Kartoffeln kaufen - beides unverschämt und
unmoralisch billig, aber eben Ergebnis eines Marktpreises. Habe noch nie
von prekären Milchverhältnissen gehört.
Ja, soziale Marktwirtschaft à la Erhard sah anders aus. Damals
gab es aber auch noch keine Handys und auch keine Flatscreens in jedem
Hartz IV-Haushalt. Also, träumen Sie bitte nicht, das ist 60 Jahre
her.
Unser Staat finanziert Jeden und Alles - mein Mitleid für
Aufstocker hält sich in Grenzen: Hätten die etwas Gescheites
gelernt, würden sie Steuern zahlen und nicht dem Staat auf der
Tache liegen.
Herr Suebkon
Mit Gesichtserkennung in Verbindung mit Kameras, IPv6, VDS, Bundestrojanern und noch einigen anderen Dingen würde ich sagen... ja, wir sind auf dem Weg in einen Überwachungsstaat, von dem die DDR nur träumen konnte. Und auch beim Rest stimme ich Herrn Walter zu.
Gerndoch
1.
Nö. Habe ich weder behauptet noch gefordert. »vulgo Stasi
2.0« ist deskriptiv - die Vorratsdatenspeicherung wird häufig
so genannt.
2.
Das ist so. Die Qualität etlicher Arbeitsverhältnisse ist
jedoch schlecht und prekär. Letzlich gibts Aufstocker und
permanente Angst vor Jobverlust. Soziale Marktwirtschaft à la
Erhard sah anders aus und schmeckte besser. Warum aber soll ich
dafür dankbar sein, dass es meinen Nachbarn schlechter geht als
mir? Und wem? Ihnen?
3.
Arbeitslöhne von 1,50 Euro für illegal Beschäftigte sind
schändliche Versklavung und verbrecherisch.
Und zuetzt: »Geh doch rüber«? Nehm ich nicht ernst.
N. b.:
Liberal-Konservativ ist ein weites Feld. Sie müssen deshalb nicht
fürchten, mit mir viel gemein zu haben.
Könnten Sie mir bitte drei Dinge genauer erläutern:
1. Wollen Sie tatsächlich unsere Gesellschaft, die sich zu Recht
gegen Bedrohungen wappnet, als Stasi 2.0 mit dem DDR-Regime gleich setzen?
2. Jobverlust? Noch nie waren in Deutschland so viele Menschen
beschäftigt wie heute, ich hoffe dass Ihnen das klar ist. Freude
und auch ein Stück Dankbarkeit dafür, dass es uns besser geht
als unseren Nachbarn?
3. Versklavung? Ich bin auch liberal-konservativ wie Sie, aber
Versklavung? Meine Abgabenlast ist immens, wir haben hier Sozialismus
pur, ok. Aber Versklavung? Das ist Quatsch, finden Sie nicht auch?
Und zuletzt: Weshalb finden Sie es nicht lohnend, für unsere
Freiheit Einsatz zu bringen? Oder anders gefragt? Ich welchem Land
möchten Sie denn lieber leben als in diesem "unfreien"
Deutschland - und warum gehen Sie dann nicht einfach dort nicht hin?
Stephan Löwenstein Jahrgang 1968, politischer Korrespondent für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.
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