18.01.2007 · Mit dem Rückzug von Edmund Stoiber hat Gabriele Pauli ihr Ziel erreicht. Doch die Fürther Landrätin, die mit ihren Bespitzelungsvorwürfen Stoibers rapiden Autoritätsverlust endgültig einläutete, fühlt sich nicht als „Königsmörderin“.
Gabriele Pauli hat ihr Ziel erreicht. CSU-Chef und Ministerpräsident Edmund Stoiber hat seinen Rücktritt angekündigt, ganz wie es sich die Fürther Landrätin wünschte - und das nur rund eine Stunde bevor das mit Spannung erwartete Treffen zwischen Stoiber und seiner schärfsten Kritikerin am Donnerstagnachmittag in München stattfand. Doch wie eine Siegerin präsentiert sich die 49-Jährige im Anschluss den Journalisten nicht. Vielmehr wirkt sie angespannt - wohl wissend, dass ihr in der Entwicklung um Stoiber nach Ansicht vieler die ambivalente Rolle als „Königsmörderin“ zufällt.
Als solche sieht sie sich selbstverständlich nicht. Zwar habe sie die Diskussion entfacht. Allerdings: „Ich habe nur das ausgesprochen, was viele in der Fraktion denken.“ Und schließlich könne nur „etwas ins Rollen kommen, wenn die Steine schon locker sind“. So empfinde sie auch keinen persönlichen Triumph, wie sie beteuert.
„Keine Freude, sondern auch Betroffenheit“
Sie habe auf der Fahrt nach München im Radio von Stoibers Rücktritt gehört, erzählt sie auf der eigens von ihr selbst einberufenen Pressekonferenz. Die Nachricht habe sie überrascht, und „keine Freude ausgelöst, sondern auch Betroffenheit“. Schön sei, dass in der CSU „wieder offen diskutiert“ werde. Nun sei aber auch wieder Geschlossenheit nötig.
Beharrlich betont Pauli, wie wichtig es sei, die Basis stärker mit einzubeziehen. So dringt sie auch weiter auf eine Mitgliederbefragung vor der Festlegung des Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten - auch wenn der Anwärter Günther Beckstein heißt, ihr Wunschkandidat.
„Es kommen noch spannendere Wochen“
Immer wieder scheint Nervosität durch, als Pauli, umringt von einem Journalistenpulk, im blauen Kostüm Frage um Frage beantwortet. Doch sie wirkt auch ein wenig geschmeichelt, vor allem, als immer wieder Fragen nach ihren politischen Ambitionen kommen. Die beantwortet sie eher ausweichend. „Ich will meine Position als Landrätin behalten.“ Dafür werde sie 2008 wieder kandidieren.
Doch auf Nachfragen will sie auch nicht ausschließen, sich - möglicherweise aber noch nicht im Herbst - um höhere Posten in Partei oder Regierung zu bemühen. „Wenn ich der Partei irgendwie nützen kann...“, meint sie, um gleich anschließend zu bekräftigen, dass nicht sie, sondern Leute wie Erwin Huber oder Horst Seehofer die Richtigen für das Amt seien. Auch ein Sitz im Kabinett Beckstein würde sie locken, das ist ihr anzumerken. Doch sie winkt ab: Erst mal abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. „Es waren spannende Wochen, aber jetzt kommen noch spannendere“, prophezeit Pauli.
Königsmöderin
Hartmut W. Démontréal (Demontreal)
- 19.01.2007, 09:09 Uhr
Standardtänze
St. Koch (Pensacola)
- 19.01.2007, 09:43 Uhr
Gesiegt hat die Vernunft
Adam Maliszewski (castaneda67)
- 19.01.2007, 12:12 Uhr
Die Franken schlagen zu
B. Keim (bkeim)
- 19.01.2007, 12:55 Uhr
weitere Politikerfolge von 'Politikern nach der Chaosphysik' werden folgen
Rüdiger Kalupner (Ruediger_Kalupner)
- 19.01.2007, 13:43 Uhr