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Gabriele Pauli auf Sylt : Reif für die Insel

Gabriele Pauli: Stoiber ist hier ganz weit weg Bild: dpa

Die frühere fränkische Landrätin Gabriele Pauli, die einst am Sturz Stoibers mitwirkte, strebt das Bürgermeisteramt auf Sylt an. Nun sammelt sie in Westerland Unterschriften für ihre Kandidatur.

          Es war die eine oder andere Schlagzeile wert, als 2007 Helgoland einen neuen Tourismusdirektor bekam. Klaus Furtmeier lautet sein Name. Das Besondere: Er zog von Garmisch-Partenkirchen nach Helgoland. Alle Welt fragte sich, ob er das wohl gut überstehen würde. Inzwischen ist er auf Helgoland eine Institution. Taugt Furtmeier als Vorbild für Gabriele Pauli, die in Zirndorf bei Nürnberg wohnt und auf Sylt Bürgermeisterin werden will? Sollte Pauli ihn mal anrufen?

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Dass sie nach Sylt kommen wolle, das Gerücht beschäftigte die Insel und überhaupt Schleswig-Holstein schon eine ganze Weile. Nun hat sie offiziell ihr Interesse bekundet und Unterschriften gesammelt, um ihre Kandidatur zu erreichen. Am Donnerstag war Pauli deswegen auf dem Westerländer Hausfrauen-Markt unterwegs. Die bisherige Bürgermeisterin Britta Reiber tritt nicht mehr an. Ihren Bürgermeister-Kandidaten hat bislang nur die CDU bestimmt. Und nun kommt Pauli.

          Verwaltungserfahrung hat sie, öffentlichkeitswirksam ist sie auch. Denn sofort ist die Erinnerung wieder da an das Jahr 2006, als Pauli öffentlich den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) aufgefordert hatte, nicht mehr für das Amt zu kandidieren. Der Fall hatte zwei Konsequenzen. Stoiber musste am Ende tatsächlich aufgeben, wenn auch nicht wegen Pauli. Und Pauli verlor ihr Amt und trat aus der CSU aus.

          Pauli, 1957 geboren, war seit 1990 Landrätin im Altkreis Fürth gewesen. Als jüngste Landrätin Deutschlands kam sie ins Amt. Und da sie auch eine attraktive Erscheinung ist, wurde bald viel von ihr gesprochen. Eine Zeitlang noch saß Pauli dann für die Freien Wähler im Bayerischen Landtag. Die Gründung einer eigenen Partei scheiterte. Nun ist sie auf der Suche nach einer neuen Aufgabe: Sylt. Eine Herzensentscheidung sei das, sagt sie.

          Auf ihrer Internetseite heißt es nach einem Lob auf die Naturgewalten, die auf der Insel zu erleben sind: „Der größte Schatz der Insel sind jedoch die Menschen, die einen mit offenen Armen empfangen. Sylt ist eine Weltmarke für Urwüchsigkeit, Seelentiefe und Fremdenfreundlichkeit.“ Gewählt wird auf Sylt am 14. Dezember. Rechnet sich Pauli wirklich eine Chance aus? „In Bayern war ich zunächst auch ein Newcomer, wurde aber dann doch hervorragend gewählt.“

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