Es soll tatsächlich immer noch Bildungspolitiker geben, die die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre für einen noch größeren Erfolg halten als die Abschaffung der einheitlichen Rechtschreibung. Schüler, Eltern und Lehrer, die die Folgen dieser in aller Regel miserabel vorbereiteten und ausgeführten Reform zu tragen hatten, kamen dagegen schnell zu einem anderen Urteil. Das Ergebnis einer Meinungsumfrage, wonach vier Fünftel der Eltern für eine Rückkehr zum G9 sind, kann daher nur in seiner Höhe überraschen.
Sollte diese Einmütigkeit daran liegen, dass die Babyboomer mehr Mitleid mit ihren (verweichlichten?) Kindern haben als die Elterngenerationen vor ihnen? Oder vielleicht doch eher daran, dass bei der Verwirklichung der (Lehr-)Pläne vom eigenen Reformeifer berauschte Kultusbürokratien versagt haben? Weil die Probleme unbestreitbar sind, aber auch Bildungspolitiker kein Zurück zum Status quo ante kennen (was ein Eingeständnis wäre), soll jetzt mancherorts ein zusätzliches „Flexibilisierungsjahr“ helfen. Vorwärts zu G8½! Offenbar gibt es immer noch zu viel Einheitlichkeit im deutschen Schulwesen.
Ignoranz gegenüber dem Volk scheint eine
Schlüsselqualifikation für politische Ämter zu sein
Peter Hoch (luxor)
- 05.09.2012, 20:14 Uhr
Das Turboabitur ist eine Katastrophe,...
Karl Hammer (cromagnon)
- 05.09.2012, 20:08 Uhr
wer sich nicht eingestehen kann
Volker Kulessa (solelite)
- 05.09.2012, 19:38 Uhr
Ach ja - wir gehen vorwärts, auch wenn's ein Rückschritt ist...
Helga Zießler (Steuernagel34)
- 05.09.2012, 19:25 Uhr
Reformer haben Bildung verhindert
Erwin Stahlberg (Nundenn)
- 05.09.2012, 19:24 Uhr