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G8 Vorwärts immer, rückwärts nimmer

 ·  Vier Fünftel der Eltern wollen zurück zur neunjährigen Gymnasialzeit. Für die Bildungspolitiker aber wäre das ein Eingeständnis des Scheiterns.

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Es soll tatsächlich immer noch Bildungspolitiker geben, die die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre für einen noch größeren Erfolg halten als die Abschaffung der einheitlichen Rechtschreibung. Schüler, Eltern und Lehrer, die die Folgen dieser in aller Regel miserabel vorbereiteten und ausgeführten Reform zu tragen hatten, kamen dagegen schnell zu einem anderen Urteil. Das Ergebnis einer Meinungsumfrage, wonach vier Fünftel der Eltern für eine Rückkehr zum G9 sind, kann daher nur in seiner Höhe überraschen.

Sollte diese Einmütigkeit daran liegen, dass die Babyboomer mehr Mitleid mit ihren (verweichlichten?) Kindern haben als die Elterngenerationen vor ihnen? Oder vielleicht doch eher daran, dass bei der Verwirklichung der (Lehr-)Pläne vom eigenen Reformeifer berauschte Kultusbürokratien versagt haben? Weil die Probleme unbestreitbar sind, aber auch Bildungspolitiker kein Zurück zum Status quo ante kennen (was ein Eingeständnis wäre), soll jetzt mancherorts ein zusätzliches „Flexibilisierungsjahr“ helfen. Vorwärts zu G8½! Offenbar gibt es immer noch zu viel Einheitlichkeit im deutschen Schulwesen.

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Jahrgang 1961, Herausgeber.

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