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Neue Hinweise : Frische Spur von RAF-Trio führt in den Osten

Bis heute nicht auffindbar: Das Bild zeigt die RAF-Terroristen Burkhard Garweg, Ernst-Volker Staub und Daniel Klette. Bild: AFP

Bei der Fahndung nach den ehemaligen RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette wurde der Blick bisher vor allem Richtung Westen gelenkt. Offenbar zu Unrecht.

          Bei der Fahndung nach den ehemaligen RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette wurde der Blick bisher vor allem Richtung Westen gelenkt. Nach dem Trio, das seit 2011 mindestens neun Raubüberfälle in Norddeutschland begangen hat, ist schon in den Niederlanden gesucht worden. Vor einem Monat teilte das LKA Niedersachsen dann mit, das Trio könnte sich auch in Frankreich, Italien oder Spanien aufhalten.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Inoffiziell ist aber auch schon länger von einer Spur Richtung Osten die Rede. Demnach könnten die früheren Mitglieder der RAF in den neuen Ländern Unterschlupf gefunden haben. Ein Vorgang aus Sachsen-Anhalt legt nun nahe, dass tatsächlich in diese Richtung ermittelt wird: Am 12. Oktober ist in der JVA Volkstedt der Gefangene Andreas K. an Beamte des LKA Niedersachsen sowie des LKA Brandenburg übergeben worden.

          In einem Blogbeitrag berichtet K., dass man ihn in einen Mercedes-Transporter mit getönten Scheiben verbracht habe und mit ihm zu einem „Anwesen“ in Brandenburg gefahren sei. Auf Fragen, was er zum Anwesen sagen könne und wer dort wohne, habe er geantwortet, er kenne diesen Ort nicht. Darauf hätten ihm die Beamten erklärt, sie wüssten, dass er Kontakt zu zwei der gesuchten „Ex-RAF-Leute“ gehabt habe. K. schreibt, er sei auf diese Fragen nicht eingegangen – obwohl man ihm 80.000 Euro geboten habe und ihm in Aussicht gestellt habe, dass er nicht nach Italien ausgeliefert werde, wo er 2016 einen Mann erstochen haben soll.

          Die für die Suche nach dem ehemaligen RAF-Trio zuständige Staatsanwaltschaft Verden teilt dazu mit, dass sie keinerlei Auskunft erteile. In Sachsen-Anhalt hat die Landesregierung auf Anfrage der Abgeordneten Eva von Angern (Die Linke) allerdings bestätigt, dass K. tatsächlich auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Verden am 12. Oktober an LKA-Beamte übergeben wurde.

          In Sachsen-Anhalt verhaftet worden ist Andreas K. im Juli zunächst nur wegen Fahrens ohne Führerscheins. Allerdings war die Festnahme von K. im Juli, der nachweislich in Kontakt mit linksgerichteten Gruppen steht, nach Informationen der F.A.Z. kein Zufallstreffer. Das LKA soll bereits damals in die Sache involviert gewesen sein.

          Am Beginn der Terroristenkarriere: Ein früheres Fahndungsfoto de RAF-Trios

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