Über die FDP wird eine Menge dummes Zeug geredet, und die Partei selbst ist nicht ganz unschuldig daran, dass dies so ist. Aber wenigstens ist noch keiner aus den eigenen Reihen so dämlich gewesen, nachzuplappern, was derzeit allenthalben gesagt wird: dass man die FDP nicht mehr brauche, weil es inzwischen zwei andere liberale Parteien gebe, die Grünen und die Piraten. Die Piraten sind ein ziemlich konfuser Haufen; was aus ihnen einmal werden kann, lässt sich nicht vorhersehen. Die Grünen sind, ob „Fundis“ oder „Realos“, immer noch eine eindeutig nach links neigende Partei: In Hamburg war ihr Flirt mit der CDU bald vorbei, als Ole von Beust von der Bühne abgetreten war. Wenn der Kontakt mit einem bürgerlichen oder gar einem konservativen Milieu enger zu werden droht, bekommen die Grünen Angst vor der eigenen Courage - siehe die Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt oder die bevorstehende Landtagswahl in Schleswig-Holstein.
Von den Grünen mag die Anregung gekommen sein, einen Bundespräsidenten zu inthronisieren, dessen Lebensthema die Freiheit ist. Doch wenn es darauf ankommt, setzen sie konstant auf staatliche Bevormundung oder Lenkung, in Umweltfragen genauso wie in der Sozialpolitik. Dass sie sich gegen Staatsverschuldung stemmen und für Haushaltskonsolidierung eintreten, haben sie dort, wo es darauf ankommt, nämlich beim Regieren, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, auch noch nicht bewiesen.
Es fehlt an Köpfen, nicht an Themen
Die Partei, die am entschiedensten und am konsequentesten für Freiheit in Selbstverantwortung eintritt, ist immer noch die FDP. Sie hat das manchmal ungeschickt getan, und oft hat sie sich mangels Gewicht damit nicht durchsetzen können. Aber die neuen Umfragewerte könnten ein Indiz dafür sein, dass die Bürger, nach dem Absturz der Liberalen seit der vergangenen Bundestagswahl, doch langsam spüren, was dem Land fehlen würde, gäbe es die FDP nicht mehr - und sei es nur als Korrektiv für die scheinbar unaufhaltsame Tendenz, immer mehr soziale Wohltaten zu verteilen und immer stärker in die Wirtschaft hineinzuregieren.
Kubicki im Norden und Lindner in NRW sind, jeder auf seine Art, offenbar geeignet, die liberale Botschaft glaubhaft zu vertreten. Das zeigt das Manko der Partei: Es fehlt nicht an Themen, sondern an Köpfen - Ausnahmen bestätigen die Regel.
Typisch
Enrico Ciuffani (carusino)
- 02.05.2012, 11:21 Uhr
Freiheit in Selbstverantwortung
Florian Adler (Florianadler)
- 30.04.2012, 19:26 Uhr
Sehr geehrter Herr Nonnenmacher,
Peter Klopf (Buergermeinung)
- 30.04.2012, 16:10 Uhr
"Mangels Gewicht nicht durchsetzen können"? -
Merkel-HiWis sind's geworden!
Karl Schade (J.K.S)
- 30.04.2012, 12:35 Uhr
Ausnahmekopf?
Thomas Lindenmeyer (ThLindenmeyer)
- 30.04.2012, 12:05 Uhr