29.03.2008 · Eine linke Mehrheit in Deutschland gibt es nach Ansicht des Leiters des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, nicht. Auch einen Linksrutsch könne er trotz des Einzugs der Linkspartei in vier westdeutsche Landesparlamente nicht erkennen, sagte er im Gespräch mit der Sonntagszeitung.
Eine linke Mehrheit in Deutschland gibt es nach Ansicht des Leiters des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, nicht. Die Wählerschaft von SPD, Grünen und Linkspartei sei seit 2005 geschrumpft, sagte Güllner im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Union und FDP seien hingegen weitgehend stabil geblieben. „Eine klare strukturelle Mehrheit links von der Union gibt es nicht“, sagte Güllner.
Auch einen Linksrutsch kann der Forsa-Chef trotz des Einzugs der Linkspartei in vier westdeutsche Landesparlamente nicht erkennen. Die „Linke“ habe in der Summe der Landtagswahlen seit 2005 im Vergleich zur damaligen Bundestagswahl fast 600.000 Wählerstimmen verloren, die SPD sogar 2,7 Millionen. „Einen Linksrutsch in Deutschland gibt es also nicht“, sagte Güllner. „Die Leute denken nicht linker.“
Schwäche der SPD
Der eigentliche Grund für die Erfolge der „Linken“ sei die Schwäche der SPD. Deren Problem liege nicht in der Agenda-Politik des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder, sondern in der Weigerung der Partei, diesem Kurs zu folgen. Den Linksschwenk von SPD-Chef Kurt Beck nannte Güllner „falsch“.
Das eigentliche Problem für das politische System in Deutschland sieht der Meinungsforscher im Vertrauensverlust und der mangelnden Bindekraft der Parteien. „Das Problem ist der Vertrauensverlust, den die Parteien erleiden, allen voran die SPD. Die Zahl der Unentschlossenen, der Nicht-Überzeugten, der Schwankenden steigt. Die Leute bleiben bei Wahlen schlicht zu Hause“, sagt Güllner der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Widerspruch
Marco Zeino (Zeini)
- 29.03.2008, 15:17 Uhr
Politisches Stimmungsbarometer
Marco Koranzki (M2008)
- 29.03.2008, 16:27 Uhr