Paare, die ungewollt kinderlos sind, bekommen vom neuen Jahr an in Niedersachsen einen staatlichen Zuschuss zu den Kosten der künstlichen Befruchtung. Das hat die Landesregierung am Freitag mitgeteilt. Niedersachsen hat sich damit als erstes Land einem Förderprogramm der Bundesregierung angeschlossen. Künftig tragen Bund und Land dort ein Viertel der Kosten, ein Viertel bleibt bei den Paaren. Den Rest zahlen wie bisher die Kassen.
Eine ähnliche Regelung werde mit Sachsen und Sachsen-Anhalt angestrebt, sagte der Sprecher von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU). Mit den Regierungen, die eigene Förderprogramme für ungewollt Kinderlose unterhalten, seien die Gespräche weit gediehen. Drei weitere Länder, die ungenannt bleiben wollten, seien interessiert.
Seit 2004 zahlen gesetzliche Krankenkassen nur noch die Hälfte der Kosten einer künstlichen Befruchtung, und dies auch nur für die ersten drei Versuche. Die andere Hälfte und die Kosten für einen vierten, in aller Regel letzten Versuch, müssen die Paare selbst zahlen. Die Kosten dafür werden auf 6000 bis 10.000 Euro beziffert. Seit 2004 war die Zahl der nach einer künstlichen Befruchtung geborenen Kinder laut Familienministerium um etwa die Hälfte auf 8000 zurückgegangen.
Schröder: jedes zehnte Paar ungewollt kinderlos
Die Neuregelung helfe Paaren mit Kinderwunsch, sagt Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU). Die Förderung sei sinnvoll angelegtes Geld. Erfahrungen zeigten, dass bei einer finanziellen Entlastung der Paare die Zahl der Befruchtungen zunehme und mehr Kinder geboren würden. Bund und Land trügen künftig ein Viertel der Kosten für die ersten drei und die Hälfte der Kosten für eine vierte künstliche Befruchtung. Voraussetzung sei, dass das Paar verheiratet sei, die Frau zwischen 25 und 40, der Mann nicht älter als 50 Jahre und die Befruchtung in einer medizinischen Praxis in Niedersachsen vorgenommen werde. Für das Programm gebe das Land jährlich 1,7 Millionen Euro aus.
Bundesfamilienministerin Schröder sagte, beinahe jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren sei ungewollt kinderlos. Man müsse sich „darum kümmern, dass aus den vorhandenen Kinderwünschen auch öfter Wirklichkeit wird“.
Albert Schweizer
Gottfried Scherer (Friedscher)
- 29.12.2012, 02:39 Uhr
Danke Aygül Özkan!
Holger Dudele (H.Dudele)
- 28.12.2012, 20:35 Uhr
Wenn irgendjemand glaubt, dass diese Maßmnahme zu ...
K. Peter Luecke (microplan2002)
- 28.12.2012, 19:40 Uhr
Landtagswahl in Niedersachen im Januar
Florian Adler (Florianadler)
- 28.12.2012, 19:19 Uhr
Falscher Ansatz
Jürgen Meier (jm0001)
- 28.12.2012, 18:39 Uhr