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Wowereit Ballast für den Heißluftballon

 ·  Die Berliner CDU stützt Klaus Wowereit, weil sie ihn für das kleinste von vielen denkbaren Übeln hält. Für seine eigene Partei aber wird er immer mehr zu einer Belastung.

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Es gibt zwei Dinge, die den Regierenden Bürgermeister von Berlin im Amt halten: seine Dickfelligkeit und die Angst manchen Freundes wie manchen Feindes, dass es nach Wowereit noch schlimmer kommen könnte. Diese Sorge ist bis weit in das bürgerliche Lager hinein verbreitet, so man von einem solchen noch sprechen mag, was einem im Fall der Hauptstadt nicht unbedingt leichter fällt als anderswo. Für die Berliner CDU und deren Anhänger ist Wowereit das kleinste von vielen denkbaren Übeln. Das größte wäre der Bruch der Koalition mit anschließender Neuwahl, aus der eine rot-dunkelrot-grüne Regierung hervorginge. Da regiert man lieber noch ein paar Jahre mit in der Hoffnung, dass der Wähler bei der nächsten regulären Wahl vergessen hat, wer dem entzauberten Partykönig die Schleppe trug. Schlösse sich die CDU dagegen jetzt dem Misstrauensvotum der Opposition an, riskierte sie, auf deren Bänken zu landen. Derartigen Wagemut von ihr zu erwarten wäre in etwa so naiv wie die Vorstellung, Wowereit könnte von alleine gehen.

Wowereit kann nicht hinwerfen

Selbst wenn er gar keine Lust mehr hätte, in den Aktenordnern zum Milliardenmurks vor den Toren seiner Stadt zu blättern (den ärgerlichen Papierkram darf nun Platzeck erledigen), könnte er sein Amt gerade jetzt nicht hinwerfen. Nicht in einer Phase, in der die SPD schon alle Einheiten bis hin zu den Seeheimern an die Front werfen muss, um ihren Kanzlerkandidaten zu verteidigen - was nicht einfach ist, weil das bedeutet, ihn hauptsächlich vor sich selbst zu schützen. Und schon gar nicht dürfte Wowereit vor der Niedersachsenwahl zurücktreten, die endlich die Wende bringen soll beim noch ziemlich matten Sturm auf das Kanzleramt.

Das Problem für die SPD besteht jedoch darin, dass nun auch Wowereit, der einmal zu den „Hoffnungsträgern“ gezählt worden war, der Partei keinen Schub für neue Höhenflüge mehr verleiht. Er verwandelt sich zusehends in Ballast, und das ausgerechnet jetzt, da Steinbrück den Heißluftballon der SPD schon bedenklich weit nach unten zieht. Auch für dessen Auswechslung ist es jedoch zu spät.

Frau Merkel ließ dieser Tage mitteilen, sie sei beunruhigt über die Meldungen, die in regelmäßigen Abständen von der Baustelle kämen. Es kann nur der Flughafen gemeint gewesen sein. Denn die regelmäßigen Nachrichten von den Großbaustellen der SPD müssten die Kanzlerin ziemlich gut schlafen lassen.

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10.01.2013, 17:08 Uhr

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