Home
http://www.faz.net/-gpg-6wg5j
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

FDP „Rösler ist kein Kämpfer“

 ·  Patrick Döring hält seinen Parteichef Philipp Rösler für „keinen Kämpfer“. Der designierte FDP-Generalsekretär warf seinem Vorgänger Christian Lindner weiter vor, nur deshalb zurückgetreten zu sein, um selbst FDP-Chef werden zu können.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (21)

Der designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring hält seinen Parteichef Philipp Rösler für einen „Wegmoderierer“. Rösler sei „kein Kämpfer“, sagte Döring in einem vorab veröffentlichten Interview des Magazins „Stern“, das am Donnerstag erscheint.

Seinem Vorgänger Christian Lindner warf Döring vor, vom Amt des Generalsekretärs nur deshalb zurückgetreten zu sein, um dadurch zügig FDP-Chef werden zu können. „Er hat geglaubt, dass die Lage (...) so instabil ist, dass Philipp Rösler zurücktreten muss und dass die Partei ihn, den großen Intellektuellen, dann ruft“, sagte Döring.

Lindners Abgang „brandbeschleunigend“

Lindner war Mitte Dezember zwei Tage vor dem für die FDP heiklen Mitgliederentscheid zum Europäischen Rettungsschirm ESM zurückgetreten, dessen Ergebnis zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar war. Lindners Abgang „haben alle brandbeschleunigend empfunden, auch die ihm menschlich näher stehen“, so Döring. Für Rösler sei Lindners Rücktritt hart gewesen.

Die Situation habe „psychologisch-menschlich für ihn sicher ein Maß an Härte“ gehabt, wie er sie „in seinem Leben noch nicht hatte“, zitierte das Magazin den aktuellen stellvertretenden Chef der FDP-Bundestagsfraktion. Zum internen Machtkampf in der FDP sagte Döring: „Dieses Jeder gegen Jeden ist mir auch zuwider, und ihm (Rösler) noch mehr.“

Weiter sagte Döring, er wolle ein anderer Generalsekretär als Lindner sein. Er werde mehr Klartext reden. „Ich bin rhetorisch so geschult, nicht die Girlanden zu winden, sondern durchzumarschieren“. „Man muss Politikern Leidenschaft und Authentizität ansehen.“ Döring muss im April auf dem Bundesparteitag der FDP in Karlsruhe noch gewählt werden.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen