24.01.2013 · Oliver Luksic ist Bundestagsabgeordneter und FDP-Vorsitzender im Saarland. Im Interview spricht er über das Führungsduo Brüderle und Rösler, das neue Gesicht der FDP - und seine Sehnsucht nach Guido Westerwelle.
Von Oliver GeorgiRichtlinien für Lesermeinungen
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Zum Spitzenkandidaten: Fragen sie doch mal
1.) die Grünen: Die haben sogar 2 Spitzenkandidaten und 1
Vorsitzende ist bei ihrer Kandidatur zur "Spitenkandidaten"
sogar durchgefallen.
2.) die Linkspartei: Die haben sogar 8 Spitzenkandidaten
3.) die SPD: die hat eine Troika
@ Bandas Naike
1, 2, 3 (sowie 4, 5 etc.) - bin nicht dabei! *ätsch*
Für mich gilt:
"Wenn man dir liniertes Papier gibt, schreibe quer über die
Zeilen" [Juan Ramón Jiménez]
bzw.:
"Zyniker: Ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht,
wie sie sind, statt wie sie sein sollten." [Ambrose Bierce]
PS: "Noch Fragen, 'Kienzle'?!" *sfg
Zum Führungsduo Brüderle und Rösler ... [Apropos: WER führt eigentlich WEN?! *g*]
... darf man lt. Wikipedia anmerken:
Dr. med. Philipp Rösler ist kein Facharzt - die Ausbildung dazu
abgebrochen, weil ge-/überfordert? -, Rainer Brüderle hingegen
immerhin Diplom-Volkswirt.
Für beide aber gilt: Immer nur Öffentlicher Dienst [sic
– früh übt sich!], d. h. das sog. "Real Life"
haben beide nicht kennengelernt, mithin sind beide die optimalen
Kandidaten für ein "Weiter_so"!
PS: Was ist eigentlich ein "Spitzenkandidat"? Ist der
"spitze" oder steht der einfach nur deshalb an der Spitze
(wenn ja: wofür?), weil darunter noch weniger oder gar nix mehr
kommt?!
Die Banalität des schlechten Geschmacks
Viele haben während der vergangenen zehn Tage den Film "Hannah
Arendt" gesehen. Und die darin enthaltene Feststellung von der
Banalität des Bösen. In Anlehnung daran sehe ich die im
"stern" erhobenen Anschuldigungen einer 29jährigen
Reporterin, Brüderle habe sie eindeutig angemacht, als eine
zeitypische Banalität der Kritik und des Geschmacks.
Das Gespräch zwischen ihr und Brüderle fand um Mitternacht an
einer Hotelbar statt; wohl kaum der Ort, um politische Gespräche zu führen.
...die FDP sollte sich endlich wieder an ihre Wurzeln erinnern z.B. an
Mitglieder wie Theodor Heuss der festverwurzelt war, in einer
demokratisch liberalen Tradition oder an den großen Vordenker des
Liberalismus Ralf Dahrendorf. Sie ist verkommen zu einer Partei, die
unter wirtschaftlichem Liberalismus bestenfalls Klientelpolitik
versteht, die sich offensichtlich für Menschen eignet, die schnell
und vor allem lautstark eine politische Karriere im Sinn haben…
Die FDP müsste sich kreativ nicht nur zum wirtschaftlichen
Liberalismus Gedanken machen sondern vor allem auch zum
„gesellschaftlichen Liberalismus“. Das wäre eine
große Chance in Deutschland und im auf uns zukommenden
diktatorisch/bürokratisch geführten Europa ..
…sie müsste den liberalen Gedanken innerhalb der
europäischen Gemeinschaft deutlich vertreten: z.B. jeder, der nicht
unverschuldet in Not gerät, darf so frei sein, für seine
Schulden selber aufzukommen (z.B. Griechenland)…
@Jörg-Detlef Müller - ts-ts-ts ... Umfragen
06.05.2012, Schleswig-Holstein, FDP: 8,2%
13.05.2012, Nordrhein-Westfalen, FDP: 8,6%
20.01.2013, Niedersachsen, FDP: 9,9%
Glaubt immer noch jemand daran, dass die FDP 4% bekommen würde,
wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, so wie uns das
Infratest-dimap & Co. weismachen wollen?
@ Ralf Kowollik - ts-ts-ts ...
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre,
erhielte die FDP nicht nur meine (!) Stimme sondern
ganz sicher mehr als 4 Prozent, möglicherweise viel
mehr als nur das.
Infratest-dimap & Co. wollen uns auch nichts anderes weismachen.
Zurzeit bekennen sich offensichtlich nur 4 Prozent (+/- Fehlerquote) zur
FDP. Und das allein ist schon kein gutes Zeichen und kein besonderes
Kompliment für das "neue Gesicht".
Das "neue Gesicht" der FDP sieht ziemlich alt aus, aber noch nicht alt genug.
Laut Infratest dimap von heute, Umfrage ebenfalls von heute, hat das
"neue Gesicht" vorerst nichts gebracht. Die FDP verharrt bei 4
Prozent (CDU 42, SPD/Grüne/Linke 47). Eine wirkliche Chance hat die
Partei nur dann, wenn sie sich das "ganz alte Gesicht" wieder
zulegt, nämlich das ursprüngliche. Gesichtskosmetik reicht
aber nicht, es muss eine Erneuerung an Haupt und Gliedern sein, eine
Rückbesinnung auf die - zeitunabhängigen - liberalen Werte.
Das wäre nicht nur gut für die FDP sondern auch ein Gewinn
für die deutsche Parteienlandschaft.
Ihr Kinderlein kommet (und redet gar altklug)
Der Parteivorsitzende des Saarlands hält den Rekord bei
FDP-Wahlergebnissen: 1,2 (in Worten: eins Komma zwei) Prozent errang die FDP.
Nun wünscht er sich Westerwelle als Wahlkämpfer, der -auch ein
Rekord- in weniger als einem Jahr die FDP von fast 15 auf 3 Prozent hat
schrumpfen lassen; bis heute hat sie sich nicht davon erholt. Für
Luksic nichtsdestotrotz "der besten Wahlkämpfer".
Ich halte die FDP für ein notwendiges Korrektiv in einer
Parteienlandschaft voller Staatsgläubiger. Aber diese Bubis mit
Sozialisation in der Parteijugend, begleitendem Studium der
Politikwissenschaft und "Unternehmensberater" auf der
Visitenkarte machen mir und so manch anderem die Wahl schwer.
Auch keine Realsatire:
Aus der Webseite des MdB Luksic:
"Praktikanten gesucht:
Für mein Büro im Deutschen Bundestag sowie für mein
Wahlkreisbüro in Saarbrücken suche ich Schüler ab 16
Jahren, die Interesse an Politik haben und einmal die Arbeit hinter den
Kulissen der Politik kennenlernen möchten."
Noch Fragen?
Philipp Lahm der FDP.
...und wenn schon Kandidat - Kanditat für was? Es scheint, Rösler baut nur vor. Geht' s gut - war er es, der Parteivorsitzende, der über allem schwebt. Geht's daneben - klar doch: der Spitzenkandidat, der als Teamführer versagt hat. Könnte allerdings sein, daß der jetzt schon in's Schlingern gerät, der Brüderle - kein Prüderle, wie nun gezeigt hat.