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FDP-Kommentar : Liberale Feinschmecker

Rene Rock: der FDP-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Hessen vor etwa zwei Wochen Bild: dpa

Früher hing der FDP das böse Wort von der „Umfallerpartei“ an. In Hessen könnten sich die Wahlergebnisse ändern – und die Partei muss aufpassen, dass sie die Nase nicht allzu hoch hängt.

          Die FDP hat sich, was das Regieren angeht, zu einem Feinschmecker entwickelt. Warum sie in Hessen eine Ampelkoalition in Erwägung zieht, nachdem sie eine „grüne“ Ampel, also unter Führung eines grünen Ministerpräsidenten, strikt ausgeschlossen hatte, lässt sich nur mit höherer liberaler Dialektik erklären.

          Die Unterschiede zwischen FDP und Grünen seien dafür viel zu groß, hieß es schon vor der Wahl im Oktober. Aber sind die Unterschiede plötzlich weniger groß, wenn der Ministerpräsident Thorsten Schäfer-Gümbel heißt und nicht Tarek Al-Wazir? Will die FDP einem absoluten Wahlverlierer zum Ministerpräsidentenposten verhelfen, dem eindeutigen Wahlsieger aber nicht?

          Ein Glück für die FDP, dass die SPD nur deshalb die Grünen jetzt als zweitstärkste Partei ablösen könnte, weil sich wegen einer schlampigen Auszählung in Frankfurt der Gedanke an einen grünen Regierungschef wohl erledigt hat. Früher hing der FDP das böse Wort von der „Umfallerpartei“ an. Jetzt müssen die Liberalen aufpassen, dass sie nicht zu den Leuten zählen, die umgefallen sind, weil sie die Nase allzu hoch gehalten haben.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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