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FDP Eklat nach Äußerung über Röslers Aussehen

Der hessische FDP-Vorsitzende Hahn hat mit einer Äußerung über das asiatische Aussehen von FDP-Parteichef Rösler scharfen Widerspruch hervorgerufen. Hahn hatte infrage gestellt, ob die Gesellschaft einen „asiatisch aussehenden Vizekanzler“ noch länger akzeptiere.

© dapd Parteifreunde: Jörg-Uwe Hahn und Philipp Rösler (im Vordergrund)

Der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn hat mit einer unglücklichen Formulierung für Empörung bei der Opposition und für Kopfschütteln bei eigenen Parteifreunden gesorgt. In einem Interview mit der „Frankfurter Neuen Presse“ deutete Hahn an, dass die Akzeptanz des FDP-Bundesvorsitzenden Philipp Rösler als Vizekanzler möglicherweise wegen dessen vietnamesischer Herkunft nicht besonders hoch sei.

„Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren“, sagte er wörtlich.

Die SPD im Landtag warf ihm daraufhin „rassistische Tendenzen“ vor. Der solchermaßen Gescholtene sah Anlass zur Klarstellung: Seine Äußerung sei keinesfalls ein Angriff auf Rösler, an dessen Kompetenz als Vizekanzler und Parteivorsitzender er keine Zweifel habe, betonte der FDP-Landeschef. Er habe vielmehr darauf hinweisen wollen, dass es Deutschland einen weit verbreiteten, oft unterschwelligen Rassismus gebe. „Dieses gesellschaftliche Problem darf man nicht totschweigen, sondern man muss es offen ansprechen, um es zu bekämpfen.“

Bambus und Eiche

Die Liberalen hatten erst vor wenigen Wochen die Personaldebatte um ihre Parteispitze beendet und neben Rösler Fraktionschef Rainer Brüderle als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl bestimmt. Dann warf eine Journalistin Brüderle anzügliche Äußerungen vor und löste damit eine Sexismus-Debatte aus.

Brüderle hatte im Mai 2012 auf einem Parteitag in Hessen mit einer Bemerkung in Richtung des Parteichefs für Aufregung gesorgt: „Glaubwürdigkeit gewinnt man, indem man nicht wie Bambusrohre hin und her schwingt, sondern steht wie eine Eiche.“ Der in Vietnam geborene Rösler hatte sich bei seiner Antrittsrede als Parteichef so charakterisiert: „Der Bambus wiegt sich im Wind und biegt sich im Sturm, aber er bricht nicht.“

Grünen-Politiker Al-Wazir fragte nun: „Könnte es sein, dass ein Teil des Akzeptanzproblems von Philipp Rösler in der FDP auch seine vietnamesische Herkunft ist?“ Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Günter Rudolph, betonte: „Dass Herr Hahn infrage stellt, ob unsere Gesellschaft einen „asiatisch aussehenden Vizekanzler“ noch länger akzeptiert, ist eine stillose Entgleisung.“ Die Äußerung unterstelle den Menschen eine fremdenfeindliche Neigung. „Sie zeigt auch, dass der Integrationsminister selbst offenbar rassistische Tendenzen hat.“

Linken-Fraktionschefin Janine Wissler sagte: „Hahn greift mit seiner Anspielung auf Philipp Röslers Aussehen in die allerunterste Schublade des politischen Machtkampfs“. „Als Hessischer Minister für Integration erweist sich Hahn damit als offensichtliche und unerträgliche Fehlbesetzung.“

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Quelle: ler., dpa, F.A.Z.

 
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