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FAZ.NET-Countdown : Weiter im Wartezustand

Warten auf eine neue Regierung: In zehn Tagen nimmt Angela Merkel mit der SPD Gespräche über eine Regierungszusammenarbeit auf. Bild: Bloomberg

Vorsicht! Zehn Tage vor den Sondierungen könnten verbale Querschüsse die besinnliche Ruhe zwischen den Jahren stören. Umso schöner, dass zumindest in den Krisenherden der Welt der weihnachtliche Frieden noch etwas anhält.

          Zwischen den Jahren, wenn Weihnachten vorüber und Neujahr noch etwas hin ist, war immer die Zeit des Wartezustandes. Das war gar nicht unangenehm, wenige Tage, in denen sich nur sehr wenig tat. Das ist auch in diesem Jahr so. In der Ukraine werden Soldaten ausgetauscht, aus der syrischen Rebellenenklave Ost-Ghouta werden erstmals Verletzte gebracht. Sonst tut sich weltpolitisch wenig. In Deutschland ist ja sowieso seit Monaten Wartezustand. Erst die Niedersachsen-Wahl, vor der für Jamaika nicht verhandelt werden sollte, dann zähe Sondierungen zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen, um über den Beginn von Koalitionsverhandlungen zu verhandeln, das Aus und wieder zarte Annäherungen der Union an die SPD.

          Zieren der Sozialdemokraten auf der einen Seite, Ärgern auf Seiten der CDU, Zickereien von der CSU. Aktueller Stand: Nordrhein-Westfalens Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) hält die Beteiligten zu mehr Sachlichkeit an – und will der SPD ihre Forderungen nach einer Bürgerversicherung ausreden. Diese würde, wie er in der F.A.Z. sagte, das Gesundheitssystem nur lähmen. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte die Bürgerversicherung neben einer EU-Reform abermals zu einer Kernforderung seiner Partei erklärt. Am 7. Januar beginnen die Sondierungsgespräche, noch zehn Tage bis dahin: Genug Zeit, um die Preise hochzutreiben und sich gegenseitig einzuschüchtern: Stellen Sie sich in der ruhigen Zeit zwischen den Jahren auf Querschüsse von allen Seiten ein.

          Was sonst wichtig ist

          Weil sich in den Nachrichten so wenig tut um Weihnachten und Neujahr, plazieren viele Organisationen und Behörden in dieser Zeit ihre Botschaften. Wir erfahren, wie der Verfassungsschutz die Gefahr durch Salafisten einschätzt oder der Städte- und Gemeindetag die aktuelle Entwicklung in den Kommunen einschätzt. Der neue Vorsitzende der Organisation, Markus Lewe, stellt sich heute vor.

          Bessere Qualifizierung für Quereinsteiger: In dieser Zeit der veränderten Aufmerksamkeitsökonomie lenkt der Deutsche Lehrerverband das Augenmerk auf die Forderung nach einer besseren Qualifizierung für Quereinsteiger im Lehrerberuf. Lehrer fehlen überall, deshalb sind die Länder dazu übergegangen, immer mehr Fachfremde einzustellen. Sie bringen einen neuen Blick auf die Schule mit, gelten häufig als sehr motiviert – Kultusminister brauchen sie vor allem, um die Löcher im laufenden Betrieb zu stopfen. Quereinsteiger sollen durch Fortbildungen und die Unterstützung von erfahrenen Lehrerkollegen das notwendige pädagogische Wissen vermittelt bekommen. Die Mentorenarbeit erfolgt meist zusätzlich zur ganz normalen Arbeit und die Belastung im Schulbetrieb wächst. Die Eingliederung der Quereinsteiger gelingt häufig nicht. In der F.A.Z. beschreibt der Bildungsforscher Heinz-Elmar Tenorth in einem langen Interview mit meiner Kollegin Heike Schmoll, wie die Zahl inkompetenter Lehrkräfte auf dem Weg zunimmt. Angesichts der Tatsache, dass Bildungsstudien immer wieder die Rolle qualifizierter Pädagogen bekräftigen, ist das ein echtes Problem.

          Die Leseempfehlung

          In Kuala Lumpur läuft der Prozess gegen die zwei Frauen, denen man den Mord an Kim Jong-nam vorwirft, einem Halbbruder von Nordkoreas Diktator Kim. Am Flughafen der Hauptstadt von Malaysia sollen sie den 45 Jahre alten Mann mithilfe eines Nervengifts getötet haben. Schnell zeigte sich, dass der nordkoreanische Geheimdienst wohl auch seine Finger im Spiel hat. Die zwei Frauen beteuern, Männer hätten sie angeworben und ihnen weisgemacht, es handele sich um einen Fernsehscherz im Stil von “Versteckte Kamera”. Die Männer sollen Verbindungen nach Pjöngjang haben. Gegen diese Version spricht wiederum manches. Vor Gericht spielt die Ebene der Geheimdienste nur noch eine nachgeordnete Rolle – dabei gibt es auch Gerüchte, Kim Jong-nam könnte mit der CIA zusammengearbeitet haben. Lesen Sie die ganze Rekonstruktion in der F.A.Z.

          Übrigens, was für viele in der Zeit zwischen den Jahren besonders wichtig ist: Heute beginnt der Verkauf von Silvesterraketen und Böllern.

          Quelle: FAZ.NET

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