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Veröffentlicht: 18.04.2017, 16:36 Uhr

F.A.Z.-Interview AfD-Mitgründer Adam tief enttäuscht von seiner Partei

Im F.A.Z.-Interview fragt sich Konrad Adam, „ob das wirklich noch die Partei ist, die ich vor vier Jahren gewollt und mitgegründet habe“. Er kritisiert die „Methoden einer Kaderpartei“ und „Säuberungen“ wie „unter Stalin“.

© Frank Röth Der frühere AfD-Vorsitzende Konrad Adam

Der Mitbegründer und frühere AfD-Bundesvorsitzende Konrad Adam hat seine Partei im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Mittwochsausgabe) scharf kritisiert. Von den Bundestagskandidaten der AfD gehöre „jeder Zweite bis Dritte“ nicht in den Bundestag, sagte Adam. Weil es bei der Aufstellung der Bundestagskandidaten in vielen Bundesländern „Unregelmäßigkeiten, Fehler und Satzungsverstöße gegeben“ habe, sehe er nur drei Möglichkeiten: „Entweder die Partei sorgt selbst für Ordnung. Wenn sie das nicht tut, wird hoffentlich der zuständige Wahlleiter tätig. Wenn der es auch nicht tut, müssen es die Wähler besorgen.“

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F.A.Z. Mehr dazu in der F.A.Z. vom 19.04.2017. Am Vorabend schon in der F.A.Z. -App und als E-Paper.

Adam sagte, angesichts moralischer „Verirrungen“ in der Partei sei er nicht mehr sicher, „ob das wirklich noch die Partei ist, die ich vor vier Jahren gewollt und mitgegründet habe“. Als Beispiel nannte Adam die Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, welche die Republik mit „unappetitlichen Themen“ unterhalte. „Da geht es um Lügen, Bettgeschichten, Erpressungsversuche und ähnliches“, sagte Adam.

Auch die Parteivorsitzende Frauke Petry kritisierte Adam mit Vehemenz. Ihren Vorstoß zur Realpolitik, der Ende der Woche auf einem Parteitag zur Abstimmung steht, verglich er mit „Säuberungen“ wie „unter Stalin“, es kämen die „Methoden einer Kaderpartei“ zum Einsatz. Petrys Ehemann Marcus Pretzell bezeichnete Adam als „Zigeuner der Macht“.

Sollte die AfD ihren Kurs nicht korrigieren, müsse man Angst um Deutschland haben, würde man es der AfD anvertrauen, sagte Adam. Ob er die Partei bei der Bundestagswahl wählen werde, ließ er offen.

Quelle: wahlrecht.de
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