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Familienpolitik Kritik an Zypries' Verbot heimlicher Vaterschaftstests

07.01.2005 ·  Brigitte Zypries (SPD) steht mit ihrer Initiative, heimliche Vaterschaftstests verbieten zu lassen, weitgehend alleine dar. Die Bundesjustizministerin erntet Kritik und markige Sprüche.

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Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) stößt mit ihrer Initiative, heimliche Vaterschaftstests verbieten zu lassen, auf Widerstand beim grünen Koalitionspartner und bei der Opposition.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagausgabe), sie werde der vorgeschlagenen Regelung nicht zustimmen. Durch eine offene Anfechtung der Vaterschaft vor Gericht - die einzige Alternative zu heimlichen Tests - würde Familien oft mehr geschadet. Falls sich der „Kuckuckskind“-Verdacht als falsch herausstelle, sei die Beziehung ohne Not beschädigt, argumentierte Göring-Eckardt. Außerdem dürften Männer nicht benachteiligt werden. Sie müßten genauso sicher wie die Frau wissen dürfen, ob sie der Vater sind.

„Ein Mann muß klären können, ob er Vater ist“

Zuvor hatte bereits der Parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, Volker Beck, erklärt, seine Partei halte vor allem die vorgesehenen Strafen für „verfehlt“. Der Entwurf des Gendiagnostik-Gesetzes sei „noch nicht überzeugend“.

Auch Politiker von Union und FDP sprachen sich gegen das Vorhaben der Justizministerin aus. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Zeitlmann, Mitglied des Rechtsausschusses des Bundestages, sagte der „Bild“-Zeitung (Freitagausgabe): „Ein Mann muß klären können, ob er Vater ist. Dieses Recht ausschließlich von der Zustimmung der Frau abhängig zu machen, ist lebensfremd.“

„Heimlicher Test dient dem Familienfrieden“

FDP-Familienexperte Klaus Haupt fügte hinzu: „Es liegt nicht im Kindeswohl, wenn ein Vater ständig zweifelt oder gar klagen muß. Ein heimlicher Test kann den Klageweg vermeiden und dient damit dem Familienfrieden.“

Der mit 3.000 Mitgliedern bundesweit tätige Verein „Väteraufbruch e. V.“ kritisierte die Pläne ebenfalls scharf. Bundesvorstandsmitglied Dietmar Nikolai Webel sagte: „Das Verbot stellt die Lügen der Mütter unter staatlichen Schutz.“

Zypries hatte angekündigt, mit dem Gesetz noch in diesem Jahr alle heimlichen Vaterschaftstests verbieten zu lassen. Labors und Väter, die heimliche Tests durchführen oder in Auftrag geben, sollen demnach mit bis zu einem Jahr Haft bestraft werden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von ddp
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