30.08.2006 · Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, will in Zweifelsfällen prüfen lassen, wofür Eltern das Kindergeld ausgeben. „Wenn es Indizien für Verwahrlosung gibt, muß nach der Verwendung des Kindergeldes gefragt werden“, sagte er.
Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, hat sich dafür ausgesprochen, in Zweifelsfällen zu überprüfen, wofür Eltern das Kindergeld ausgeben. „Wenn es nachweisbare Indizien für Verwahrlosung gibt, muß nach der Verwendung des Kindergeldes gefragt werden“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Die Auszahlung des Kindergelds sei schließlich eine sozialpolitische Maßnahme für die Kinder. „Daher sollen sie allein von dem Geld profitieren“, sagte er. Von seiner eigenen Partei forderte Mißfelder, die Themen Kinderarmut und Familie zu einem wichtigen Teil des neuen Grundsatzprogramms zu machen. Das müsse „eine ganz starke und herausragende Rolle spielen“. Von den 2,5 Millionen Kindern in Deutschland, die unter der Armutsgrenze lebten, stünden viele vor einer Sozialhilfe-Karriere. „Dem müssen wir entgegentreten“, forderte Mißfelder.
Aktionsplan gegen Kinderarmut
Auch das UN-Kinderhilfswerk Unicef, der Deutsche Kinderschutzbund und das Bündnis für Kinder fordern von der Bundesregierung einen konkreten Aktionsplan gegen Kinderarmut. Gemeinsam warnten die Organisationen vor den Folgen von Armut und Ausgrenzung. Sie verlangten gebührenfreie Kindergärten und den Ausbau von Ganztagsschulen. Kinder von Ausländern bräuchten ab dem Kindergartenalter gezielte Förderung und Unterstützung.
Laut Kinderschutzbund hat sich die Armut unter Kindern in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt. Kein Land könne es sich leisten, so vielen Kindern einen guten Start ins Leben vorzuenthalten, sagte die Vorsitzende von Unicef Deutschland und ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Heide Simonis. Deutschland sei das Land mit der am schnellsten steigenden Kinderarmut unter den Industrienationen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte zu den Forderungen, die Kinderarmut könne reduziert werden, wenn es weiter eine „gute Entwicklung“ auf dem Arbeitsmarkt gebe. Mit der Einführung von Hartz IV habe sich die Situation der betroffenen Eltern aber nicht verschlechtert. Sie stellte einen kostenlosen Kindergartenbesuch ab dem dritten Lebensjahr in Aussicht. „Die Entwicklung geht dort hin“, sagte sie. Außerdem überprüfe das Familienministerium gerade alle familienpolitischen Instrumente, um das Geld gezielter einsetzen zu können. Zum Vorschlag, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen, äußerte sich Merkel aufgeschlossen.
Mangelhafte Ernährung und schlechte Gesundheit
Die Überwindung von Kinderarmut sei eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben, sagte der Vorstandsvorsitzende des Bündnisses für Kinder, der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog. Kinder ohne Chancen seien die Arbeitslosen von morgen, sagte er. Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers sagte, eine soziale Kinder- und Familienpolitik müsse zuerst den ärmsten Familien helfen.
Nach Angaben von Unicef ist die Kinderarmut in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt deutlich schneller gestiegen als die Armutsrate in der übrigen Bevölkerung. Besonders schwierig sei die Situation von Alleinerziehenden. Fast 40 Prozent von ihnen seien relativ arm. Immer mehr Kinder in Deutschland müßten auf Taschengeld, Freizeit- und Sportangebote verzichten, hieß es in einer Mitteilung. Oft ernährten sich arme Kinder mangelhaft und seien bei schlechter Gesundheit. Sie blieben in isolierten Wohnvierteln unter sich. Armut, mangelnde Bildung und sozialer Ausschluß verstärkten sich gegenseitig und beeinträchtigten die gesamte körperliche und geistige Entwicklung der Kinder. Der Abbau von Kinderarmut müsse deswegen wie der Kampf gegen Arbeitslosigkeit politische Priorität bekommen, forderten die drei Organisationen.
"Daher sollen sie allein von dem Geld profitieren"
Peter Neises (XGROBMOTORIKERX1)
- 30.08.2006, 17:14 Uhr
Nein,
Peter Luther (HAHOHE)
- 30.08.2006, 17:32 Uhr
Schwachsinn?
Peter Luther (HAHOHE)
- 30.08.2006, 19:24 Uhr
Nein Frau Hofmann,
Peter Luther (HAHOHE)
- 31.08.2006, 15:19 Uhr
Bürokratie abbau ?, wo ?, wann ?
timo Meisssner (castro2)
- 31.08.2006, 17:01 Uhr