24.04.2009 · Familienministerin von der Leyen will das Elterngeld um eine Teilzeit-Komponente ergänzen. Auch die Grünen unterstützen den Vorschlag, dass sich Eltern statt zwölf ganzer Monate auch 24 halbe lang der Kinderbetreuung widmen können.
Bundesfamilienministerin von der Leyen (CDU) will angesichts der Wirtschaftskrise das Elterngeld um eine Teilzeit-Komponente ergänzen. Wenn Väter und Mütter nach der Geburt eines Kindes in Teilzeit arbeiteten, könnten sie die Hälfte des Elterngeld-Betrages erhalten, der dafür doppelt so lange ausgezahlt wird, sagte Frau von der Leyen am Freitag in der „Bild“-Zeitung.
Zustimmend reagierten Politiker der Union, aber auch der Grünen.
Gewinn für Arbeitnehmer und -geber
„Viele Väter, die sich in Zeiten der Krise nicht trauen, ganz auszusteigen, könnten statt zwei voller Vätermonate vier halbe nehmen“, sagte Frau von der Leyen. Die Mütter könnten es genauso machen und ihre 12 Monate auf 24 verdoppeln, so dass Vater und Mutter zusammen auf bis zu 28 Monate kommen könnten. Das gebe beiden Elternteilen die Möglichkeit, Zeit mit ihrem Kind zu verbringen und im Beruf zu bleiben.
Auch der Arbeitgeber profitiere, da er auf seine Mitarbeiter nicht komplett verzichten müsse. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sei es von Vorteil, wenn Familien sich nicht nur auf ein Einkommen verließen, betonte von der Leyen. In jeder fünften Familie sei mittlerweile die Frau die Hauptverdienerin.
Der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Singhammer (CSU), sagte, mit dieser Regelung würde denjenigen Elternteilen die Möglichkeit geboten, bei den Kindern zu Hause zu bleiben, die nicht voll aus Ihrem Beruf aussteigen könnten oder wollten. Das könne noch in dieser Legislaturperiode geschehen.
Grüne fordern schnelle Umsetzung
Die Grünen-Familienpolitikerin Deligöz sprach von einer „vernünftigen Stärkung von Teilzeitarbeit im Elterngeldbezug“. Die Familienministerin solle ihre Ankündigung schnell gesetzlich umsetzen. Frau Deligöz bemängelte, dass diese Regelung nicht schon vor einigen Monaten eingeführt worden sei, als ohnehin das Elterngeldgesetz verändert worden war. Sie äußerte die Vermutung: „Womöglich wird hier mehr Wahlkampf als konkrete Familienpolitik gemacht.“
Das Elterngeld ist ein Lohnersatz für Mütter und Väter, die nach der Geburt eines Kindes die Berufstätigkeit unterbrechen oder auf höchstens 30 Stunden in der Woche reduzieren. Gezahlt werden 67 Prozent des letzten Nettogehalts, höchstens aber 1800 und mindestens 300 Euro im Monat. Die staatliche Leistung wird bisher maximal 12 Monate gezahlt, plus zwei weitere Monate, falls der andere Elternteil sie ebenfalls in Anspruch nimmt.