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Familiäre Geschäftskontakte Westerwelle weist Vorwürfe zurück

11.03.2010 ·  Außenminister Westerwelle wehrt sich gegen Vorwürfe, er protegiere auf seinen Auslandsreisen die geschäftlichen Interessen seiner Familie. Der Opposition gingen lediglich die politischen Argumente aus, sagte der FDP-Vorsitzende.

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Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die jüngsten Vorwürfe wegen der Mitnahme von befreundeten Geschäftsleuten zurückgewiesen. „Da der Opposition die politischen Argumente ausgehen, versuchen sie es jetzt mit persönlichen Attacken gegen mich und meine Familie“, sagte der FDP-Vorsitzende am Donnerstag während seiner Brasilien-Reise in Sao Paulo. Die neue Kritik entzündete sich daran, dass Westerwelle auf einer früheren Asien-Reise auch den Manager einer Firma dabei hatte, an der sein Bruder Kai Westerwelle beteiligt ist.

Der „Berliner Zeitung“ zufolge protegiert Westerwelle auf seinen Auslandsreisen stärker als bislang bekannt die geschäftlichen Interessen seiner Familie. Am 13. Januar war Westerwelle zu einer viertägigen Auslandsreise nach Japan und China aufgebrochen. Er wurde von einer kleinen, nur zehn Unternehmer umfassenden Wirtschaftsdelegation begleitet.

Dazu gehörte dem Bericht zufolge auch Ralf Marohn, Mehrheitseigner und Geschäftsführer der Firma Far Eastern Fernost Beratungs- und Handels GmbH. Anteilseigner des Ludwigshafener Unternehmens sei neben Marohn auch Kai Westerwelle, der Bruder des Außenministers. Ein weiterer Miteigentümer der Firma sei die Mountain Partners AG aus der Schweiz. Das Unternehmen gehöre dem Westerwelle-Freund und FDP-Großspender Cornelius Boersch, der im Januar ebenfalls zusammen mit dem Außenminister in Asien weilte.

Geschäftspartner Mronz' auch mit dabei

Boerschs Mountain Partners AG unterhalte seit Jahren geschäftliche Kontakte mit den Westerwelle-Brüdern. Die 1992 gegründete Firma von Kai Westerwelle habe sich der „aktiven Förderung“ der Beziehungen zwischen Ostasien und Deutschland verschrieben.

Der Far-Eastern-Miteigner Cornelius Boersch sei zudem Geschäftspartner von Westerwelles Lebensgefährten, dem Sportevent-Manager Michael Mronz. Im vergangenen Jahr übernahm eine der Schweizer Boersch-Firmen die Mehrheit an der Mainzer Technologiefirma Arygon AG. Zu deren Aktionären und Aufsichtsratsmitgliedern zählte 2009 auch Michael Mronz. Die Arygon AG hatte zur Fußball-WM in Deutschland nach eigenen Angaben Lesegeräte für die Zutrittssysteme zu den Stadien geliefert.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bezeichnete die Vorwürfe wegen einer Verquickung von privaten und dienstlichen Angelegenheiten als „haltlos“. „Die Mitreise beim Bundesminister des Auswärtigen erfolgte allein auf der Grundlage der fachlichen Expertise.“ Ralf Marohn habe auch schon den ehemaligen SPD-Vorsitzenden und rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck auf Auslandsreisen begleitet. Er genieße als Asien-Experte einen „hervorragenden Ruf“.

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