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Fall Masri Justiz prüft Liste mit Agentennamen

21.09.2006 ·  Die Münchner Staatsanwaltschaft hat von den spanischen Ermittlungsbehörden eine Liste mit etwa zwanzig Namen von Agenten erhalten, die möglicherweise an der Entführung des deutschen Staatsbürgers Masri beteiligt waren.

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Die Staatsanwaltschaft München hat bestätigt, daß sie im Entführungsfall des deutschen Staatsbürgers Masri von den spanischen Ermittlungsbehörden eine Liste mit rund zwanzig Namen erhalten habe, die möglicherweise an der Entführung Masris beteiligt waren. Ein Sprecher kündigte an, in Zusammenarbeit mit den spanischen Behörden werde geklärt, um welche Personen, die unter diesem Namen in Spanien aufgetreten seien, es sich handele. Auch die Form einer möglichen Tatbeteiligung müsse untersucht werden.

Im Bericht des Sonderbeauftragten des Europarats Marty über Aktivitäten des amerikanischen Geheimdienstes CIA, der im Juni veröffentlicht worden ist, waren bereits Namen von Agenten genannt worden, die an der Entführung Masris von Mazedonien nach Afghanistan beteiligt gewesen sein sollen. Die Staatsanwaltschaft München wird nach Angaben des Sprechers auch Hinweisen des Fernsehmagazins Panorama nachgehen, das drei der Agenten enttarnt haben will. Es soll sich um Piloten handeln, die in North Carolina wohnen und für ein mutmaßliches CIA-Tarnunternehmen arbeiten.

Befragung von Beamten unterbrochen

Der Berliner BND-Untersuchungsausschuß widmete sich am Donnerstag ebenfalls wieder dem Fall Masri. Bei der Vernehmung von Beamten des Bundeskriminalamtes wurden die fragenden Abgeordneten abermals vielfach von Einwänden unterbrochen, die Beamte des Innenministeriums und des Bundeskanzleramtes geltend machten.

So wurde innerhalb einer halben Stunde die Befragung eines Zeugen fünfmal durch Interventionen durch Beamte unterbrochen. Dabei wurde einerseits auf den vertraulichen Charakter von Papieren hingewiesen, andererseits auf beschränkte Aussagegenehmigungen. Erst als der Behördenvertreter des Kanzleramtes das Wort ergriff, um pauschal den Fragestil der Opposition zu kritisieren, wies der Ausschußvorsitzende Kauder (CDU) den Beamten auf die Grenzen seiner Einwirkungsmöglichkeiten auf die Abgeordneten und die Zeugen hin.

Quelle: ff. / pca. / Frankfurter Allgemeine Zeitung
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