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Fall Franco A. : Wehrmachts-Andenken in weiterer Kaserne entdeckt

  • Aktualisiert am

Ein Abzeichen der deutsch-französischen Brigade in der Fürstenberg-Kaserne in Donaueschingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) auf der Uniform eines deutschen Soldaten (Archivbild von 2012) Bild: dpa

In der Affäre um rechtsextremistische Umtriebe unter Bundeswehrsoldaten haben Ermittler in einer weiteren Kaserne in Baden-Württemberg Wehrmachts-Devotionalien entdeckt.

          Am Rande der Ermittlungen gegen den terrorverdächtigen Offizier Franco A. sind auch in einer Kaserne im baden-württembergischen Donaueschingen Wehrmachtsobjekte entdeckt worden. Es handle sich um Devotionalien im Stil dessen, was bereits in der Kaserne im elsässischen Illkirch gefunden wurde, bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag einen Bericht von „Spiegel Online“. Strafrechtlich relevante Gegenstände oder Darstellungen - also etwa Hakenkreuz-Zeichnungen - seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht darunter.

          In Donaueschingen ist das Jägerbataillon 292 stationiert, das ebenso wie das in Illkirch betroffene Jägerbataillon 291, dem A. angehört, zur Deutsch-Französischen Brigade zählt. Nach einem Hinweis seien in der Fürstenberg-Kaserne in Donaueschingen in einer Vitrine vor der Kantine Stahlhelme der Wehrmacht gefunden worden, berichtete „Spiegel Online“. Außerdem gebe es dort ähnlich wie in Illkirch einen Raum, der mit Bildern von Wehrmachtssoldaten, einer Wehrmachtspistole, weiteren Stahlhelmen und diversen Orden geschmückt sei.

          Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte bei einem Besuch in Illkirch am Mittwoch klargestellt, dass sie eine Verehrung der Wehrmacht in der Truppe nicht dulden will. „Die Wehrmacht ist in keiner Form traditionsstiftend für die Bundeswehr", sagte sie. „Einzige Ausnahme sind einige herausragende Einzeltaten im Widerstand, aber sonst hat die Wehrmacht nichts mit der Bundeswehr gemein." Am Donnerstag erklärte sie in einer Rede vor rund 100 Generalen und Admiralen, dass sie mit weiteren Entdeckungen rechne. „Der Fall A. ist mit Sicherheit noch nicht zu Ende mit seiner Festnahme. Er ist kein ,lonely wolf'“.

          Schon 2012 gab es einen rechtsextremistischen Fall

          In Ilkirch hatte es bereits 2012 einen Rechtsextremismus-Fall gegeben. Damals hätten Soldaten aus Sand ein vier mal vier Meter großes Hakenkreuz auf den Boden gestreut, bestätigte der Ministeriumssprecher einen Bericht der „Bild"-Zeitung. Drei Soldaten seien damals mit Geldbußen bestraft und entlassen worden. Franco A., der wegen des Verdachts auf Anschlagsplanungen in Untersuchungshaft sitzt, war damals noch nicht in Illkirch stationiert.

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