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Facebook an der Schule? : Es geht auch anders

Lehrer in Baden-Württemberg sollen Dienstliches mit Schülern nicht über „Facebook“ austauschen. Unabhängig von der Abhöraffäre ist es höchste Zeit, sich von dem Wahn zu lösen, sozialer Austausch sei nur noch auf den Plattformen globaler Konzerne möglich.

          Von einem Facebook-Verbot für Lehrer will die baden-württembergische Regierung nicht sprechen. Es gibt aber eine Handreichung, nach der die Pädagogen Dienstliches nicht über dieses „soziale Netzwerk“ austauschen sollen. Darüber mag man streiten.

          Aber das Argument, man könne sich Facebook nicht entziehen, anders könne ein Lehrer mit seinen Schülern nicht mehr kommunizieren, verwundert dann doch. Seit wann schreiben die Schüler der Schule etwas vor?

          Unabhängig von der Abhöraffäre und ihren Unter- und Übertreibungen: Es ist höchste Zeit, sich von dem Wahn zu lösen, sozialer Austausch sei nur noch auf den Plattformen von globalen Konzernen möglich.

          Es ist kein Wunder, dass auch manch netzaffiner Politiker sein Engagement nach asozialen Angriffen zurückgefahren hat. In einer Zeit, in welcher der Staat selbst immer mehr auf elektronischen Verkehr umstellt, ist das Signal an die Lehrer kein schlechtes: Es geht auch anders. Auch Facebook und Google müssen sich nach ihren Maßstäben bewerten lassen, etwa „Gefällt mir nicht“ oder „Ich will nicht dein Freund sein“.

          Reinhard Müller

          In der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“ und für „Staat und Recht“.

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          Quelle: F.A.Z.

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