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Neue Partei : Frauke Petry will mit den „Blauen“ die CSU angreifen

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Die frühere AfD-Chefin will mit einer neuen „Blauen Partei“ konservative Wähler des rechten Parteispektrums für sich gewinnen. Bild: AFP

Die ehemalige AfD-Vorsitzende Petry lässt den Gerüchten über eine Parteigründung jetzt Fakten folgen. Ihre neue politische Heimat ist blau.

          Die frühere AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat für die kommenden Monate die Gründung eines Bürgerforums namens „Blaue Wende“ angekündigt. Dort könne man sich mit und ohne Parteibuch engagieren, sagte Petry dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Blau steht für konservative, aber auch freiheitliche Politik in Deutschland und in Europa. Blau ist die Farbe, die zuerst die CSU in Bayern politisch populär gemacht hat. Daran gilt es bundesweit anzuknüpfen.“

          Ihr Vorbild seien die CSU und die CDU der achtziger Jahre. „Ich erinnere zum Beispiel an die `geistig-moralische Wende´, die Helmut Kohl schon 1980 wider den 68er Zeitgeist ausgerufen hat, zu der es aber nie gekommen ist“, sagte sie. Vertraute Petrys hatten zuvor die „Blaue Partei“ gegründet. Wie der Bundeswahlleiter bestätigte, fand die Gründung schon vor der Bundestagswahl statt, nämlich am 17. September.

          „Etwa jeder dritte Deutsche würde sich gern für ein vernünftiges konservatives Politikangebot entscheiden, viele davon haben am 24. September aus Verzweiflung FDP, AfD oder gar nochmal Merkel gewählt“, sagte Petry. „Mit diesen Bürgern wollen wir realistische Lösungen für die Aufgaben der kommenden Jahre diskutieren, sie vernetzen und uns auf kommende Wahlen vorbereiten.“

          Der Vorstand der „Blauen Partei“ besteht aus Michael Muster, Thomas Strobel und Hubertus von Below. Petry selbst gehört dem Gremium bisher nicht an. Sie betonte im Interview mit dem „Redaktionsnetzwerk“, ihre Mandate im Bundestag und im sächsischen Landtag behalten zu wollen, die sie als AfD-Kandidatin errungen hatte. Sie wolle die parlamentarische Basis für Veranstaltungen des Bürgerforums nutzen und sagte: „Das Mandat, auch wenn es mit Parteimitteln errungen wurde, ist kein Eigentum der Partei. Ein freies Mandat beinhaltet eine Loyalität dem Wähler gegenüber. Daher werden wir unsere Pauschalen und Mitarbeiter für professionelle Politik im Parlament und im Wahlkreis einsetzen, so wie wir das bereits im Landtag seit 2014 bewiesen haben.“ 

          Die erste Veranstaltung wird nach RND-Informationen bereits am Freitag in kleiner Runde in Sachsen stattfinden. „Ab November werden wir öffentliche Veranstaltungen anbieten, erst in Sachsen und dann bundesweit“, bestätigte Petry.

          Quelle: jbe./nawa./dpa

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