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Evangelische Kirche in Deutschland Wahl des Käßmann-Nachfolgers im Herbst

25.02.2010 ·  Auch nach dem Rücktritt der Ratsvorsitzenden Margot Käßmann bleibe die Evangelische Kirche in Deutschland „politisch unbequem“, sagte die Präses der Synode, Göring-Eckardt. Bis zur Wahl ihres Nachfolgers im Herbst führt Präses Schneider den Vorsitz.

Von Reinhard Bingener
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Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will im Herbst den Nachfolger der zurückgetretenen Ratsvorsitzenden, Landesbischöfin a.D. Margot Käßmann, wählen. Bis Synode und Kirchenkonferenz Anfang November in Hannover zusammentreten, werde wie in der Grundordnung der EKD vorgesehen der stellvertretende Ratsvorsitzende und rheinische Präses Nikolaus Schneider die EKD führen, sagte ein Kirchensprecher am Mittwoch in Hannover. Präses Schneider sagte, an der Spitze der EKD solle künftig wieder ein profilierter Theologe stehen. Über eigene Ambitionen äußerte sich der 62 Jahre alte Schneider nicht.

Frau Käßmann war am Mittwoch von allen Ämtern zurückgetreten, nachdem sie am Samstag mit 1,54 Promille Alkohol im Blut beim Überfahren einer roten Ampel angehalten worden war. Der Kirchensenat der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Hannover wollte am Donnerstagabend zusammenkommen, um aus dem Kreis der fünf amtierenden Superintendenten der größten Landeskirche einen Bischofsvikar zu bestimmen, der Käßmanns Aufgaben übernimmt.

Schneider bekräftigte Kritik an Westerwelle

Nikolaus Schneider kündigte am Donnerstag an, weiterhin zu Themen wie dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr Stellung zu nehmen, zu denen sich die Ratsvorsitzende Käßmann geäußert hatte. Eine zentrale Frage sei zudem, „wie es in unserem Land sozial weitergeht“. Schneider bekräftigte dabei seine Kritik an Guido Westerwelles (FDP) Äußerungen zu Hartz IV. Der FDP-Vorsitzende zeichne ein falsches Bild von Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen seien. Dem Westdeutschen Rundfunk sagte Präses Schneider, innerkirchlich sei eine Hauptaufgabe, den vom früheren Ratsvorsitzenden Huber angestoßenen Reformprozess fortzuführen, der nun „in den Gemeinden ankommen“ müsse.

Jetzt schicken die Protestanten schon ihre Bischöfin Käßmann auf eine Trunkenheitsfahrt, um der Medienpräsenz der Katholiken etwas entgegenzusetzen. Doch das Original ist besser. Bischof Mixa hat immer schon gesagt: Frauen gehören nicht ans Steuer.

Die Präses der EKD-Synode, die Grünen-Politikerin und Vizepräsidentin des Bundestages, Katrin Göring-Eckardt, kündigte an, die EKD wolle fortsetzen, was Margot Käßmann angestoßen habe. „Da geht es um Aufbruch, darum, dass wir politisch unbequem bleiben werden, dass Kirche sich auch als Mahnerin versteht.“

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