27.10.2009 · Margot Käßmann, die niedersächsische Landesbischöfin, ist mit großer Mehrheit in den neuen Rat der EKD gewählt worden. Ihre Wahl zum Nachfolger des scheidenden Ratsvorsitzenden, Wolfgang Huber, gilt als sicher.
Von Reinhard Bingener, UlmSynode und Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben am Dienstag in Ulm Margot Käßmann, die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche Hannovers, mit großer Mehrheit im ersten Wahlgang in den neuen Rat der EKD gewählt.
Das Wahlergebnis ist eine deutliche Willensbekundung der Kirchenparlamentarier, dass der neue Rat, das Leitungsgremium der EKD, Frau Käßmann als neue Ratsvorsitzende vorschlagen möge. Ihre Wahl zum Nachfolger des scheidenden Ratsvorsitzenden, des Berliner Bischofs Wolfgang Huber, gilt als sicher.
Die Landesbischöfin aus Hannover wurde als einzige der zunächst 21 Bewerber für die 14 zu vergebenden Sitze im Rat im ersten Wahlgang gewählt; sie erhielt 103 von 145 Stimmen und damit mit weitem Abstand das beste Ergebnis. Einzig der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Schneider, konnte sich mit 50 Stimmen im ersten Wahlgang von den anderen Leitenden Geistlichen unter den Kandidaten absetzen, die in ihrer Mehrzahl kaum mehr als 20 Stimmen erhielten.
Es hieß, die Synodalen der Kirchen Württembergs, Badens, Bayerns, aber nicht des Rheinlandes hätten sich mit Wissen ihrer Bischöfe darauf verständigt, im ersten Wahlgang Käßmann und nicht den eigenen Bischof zu wählen. Das zweitbeste Ergebnis erhielt die 1981 geborene Mathematikerin Elke Eisenschmidt, sie erhielt 87 Stimmen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Kastner erhielt mit drei Stimmen das schlechteste Ergebnis. Sie war vor wenigen Tagen Wolfgang Thierse in einer parteiinternen Stichwahl um die Nominierung für das Amt des Bundestagsvizepräsidenten unterlegen.