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Evangelische Kirche : Berliner Synode führt gleichgeschlechtliche Trauungen ein

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In der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz können künftig auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Das beschloss die Synode der Landeskirche mit großer Mehrheit.

          In Berlin, Brandenburg und Ostsachsen können homosexuelle Paare ab dem 1. Juli auch kirchlich heiraten. Das beschloss die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) mit großer Mehrheit. Bisher war für schwule und lesbische Paare nur eine Segnung vorgesehen, etwa ohne Eintragung ins Kirchenbuch oder Ringwechsel.

          Die EKBO ist nach Hessen-Nassau und dem Rheinland die dritte evangelische Landeskirche in Deutschland, die sich für die Gleichstellung entscheidet. „Wir freuen uns über das sehr klare und sehr eindeutige Signal der Synode“, sagte Propst Christian Stäblein. Der Beschluss, der zum 1. Juli in Kraft tritt, sieht Ausnahmen vor: Ein Pfarrer und ein Gemeindekirchenrat können in konkreten, begründeten Einzelfällen eine Trauung ablehnen.

          Bischof Dröge hatte vorab gesagt, für ihn gehöre es zur Freiheit des Einzelnen, solche Ausnahmen aus Gewissensgründen zuzulassen. Deutlich müsse aber sein, dass es begründete Ausnahmen seien. Die Trauung soll dann in einer anderen Gemeinde möglich sein. Ein Kirchenmitglied sagte bei der Debatte am Freitag, die Regelung sei „eine große Kröte, die wir als Homosexuelle in der Kirche schlucken müssen“. Der Passus soll in fünf Jahren überprüft werden.

          Voraussetzung für eine kirchliche Trauung ist, dass das Paar auf staatlicher Seite schon eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen ist. Die Synode hatte bereits vor einem Jahr beschlossen, dass die Kirchenleitung eine Gleichstellung vorbereiten soll. Seitdem hatte es auch Gespräche in den evangelischen Gemeinde gegeben, bei denen auch Vorbehalte geäußert worden waren.

          Bischof Dröge hatte diese Woche gesagt, es gebe bei ihnen natürlich unterschiedliche Arten, die Bibel auszulegen. Es gebe Stellen in der Bibel, die Homosexualität kritisch sehen. Er sei aber überzeugt, dass man die Auslegung in einen historischen Kontext einordnen müssen. Bei der Entscheidung am Samstag stimmten 91 Mitglieder für die Gleichstellung, 10 dagegen und 4 Mitglieder enthielten sich.

          Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg nannte die Entscheidung einen großen Schritt: „Als Religionsgemeinschaft ist die Evangelische Kirche weiter als der deutsche Staat. Auch Katholische Kirche und Moscheegemeinden sind nun gefordert“, teilte der Verband mit.

          Die Synode beschloss bei ihrer Tagung auch, den Wiederaufbau des Turms des Potsdamer Garnisonkirche mit einem Millionenkredit zu unterstützen. Voraussetzung für das zinslose Darlehen von 3,25 Millionen Euro sei, dass die Finanzierung des ersten Bauabschnitts in Höhe von 26,1 Millionen Euro gesichert sei, heißt es in der Vorlage. Die Garnisonkirche war zu DDR-Zeiten gesprengt worden.

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