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Eurofighter : Luftwaffe droht Nato-Verpflichtung nicht zu erfüllen

  • Aktualisiert am

Nach einem Probealarm: Ein deutscher Eurofighter in seinem Hangar auf dem estnischen Flughafen Ämrari. Bild: dpa

Das jüngste Kampfflugzeug der Bundeswehr ist ein Jäger. Die Ausbildung für die Bekämpfung von Bodenzielen verläuft schleppend. Für die Allianz könnte das zu einem Problem werden.

          Deutschland kann seine Bündnisverpflichtungen in der Nato mit dem Kampfflugzeug „Eurofighter“ einem internen Bericht zufolge im kommenden Jahr möglicherweise nicht erfüllen. Eine bereits 2012 in Auftrag gegebene Missionsplanungsstation werde nicht rechtzeitig für den Nato-Einsatz bereitstehen, schreibt das Verteidigungsministerium im vertraulichen Teil seines Rüstungsberichts vom April, der Reuters am Donnerstag vorlag. „Es besteht das Risiko, dass auch eine Überbrückungslösung nicht zeitgerecht zur Verfügung gestellt werden kann.“ Dies könne zu Verzögerungen bei der Ausbildung in der Luft-Boden-Rolle und „damit zu Auswirkungen hinsichtlich der geplanten Nato-Assignierung“ führen.

          Der Eurofighter von Airbus war ursprünglich als reines Jagdflugzeug für Luft-Luft-Einsätze konzipiert und wird derzeit erst dafür umgerüstet, auch Bodenziele bombardieren zu können. Eine „Erstbefähigung“ in der neuen Aufgabe soll das Kampfflugzeug dem Bericht zufolge mit einer für September geplanten Einsatzprüfung erreichen. Für 2018 hat die Luftwaffe den Eurofighter in der Luft-Boden-Rolle für die schnelle Eingreiftruppe der Nato gemeldet.

          “Die Luft-Boden-Fähigkeit der Luftwaffe mit dem Eurofighter wird in der zweiten Jahreshälfte durch die Nato überprüft werden“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. „Die Vorbereitungen darauf verlaufen derzeit planmäßig.“

          Der Eurofighter ist in den beiden Alarmrotten eingesetzt, die für die Luftsicherheit über Nord- und Süddeutschland sorgen, aber auch regelmäßig im Auftrag der Nato zur Luftraumüberwachung über dem Baltikum eingesetzt werden. Bis Ende 2016 habe das Flugzeug bei der Luftwaffe rund 76.000 Flugstunden absolviert, heißt es in dem Bericht. Die bisherigen Erfahrungen zeigten, dass weitere Verbesserungen nötig seien, „insbesondere beim Selbstschutz, der Nachtsichtfähigkeit, der Kommunikationsqualität, der Fähigkeit zur verschlüsselten und störresistenten Kommunikation (...)“.

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