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„Euro Hawk“ Hohe Kosten trotz gescheiterten Kaufs

Die Bundeswehr wird die Drohne „Euro Hawk“ nicht anschaffen. Der Abbruch des Beschaffungsvorhabens kostet den Steuerzahler 250 Millionen Euro.

© dpa Wird nicht mehr für die Bundeswehr fliegen: Der „Euro Hawk“, hier 2011 auf dem Stützpunkt Manching

Der Abbruch des Beschaffungsvorhabens Euro Hawk wird die Bundeswehr rund 250 Millionen Euro kosten. Aus der Leitung des Verteidigungsministeriums hieß es am Dienstag in Berlin, insgesamt habe das Kostenvolumen für die Aufklärungsdrohnen mit großer Reichweite mehr als eine Milliarde Euro betragen sollen.

Da sich jetzt aber herausgestellt habe, dass die von einem amerikanischen Hersteller bestellten unbemannten Flugzeuge nur unter hohem finanziellen Aufwand und nicht mit Sicherheit für den deutschen Luftraum zugelassen worden wären, habe man „die Reißleine gezogen“. Es hieß, die amerikanischen Vertragspartner hätten Zusicherungen nicht erfüllen können, die in den Lieferverträgen gemacht worden seien.

Das Aufklärungsradar, dass in den Fluggeräten eingebaut war, will die Luftwaffe aber behalten und auf andere fliegende Plattformen montieren. Auch für diese Elektronik wurden rund 250 Millionen Euro investiert, die nun aber nicht als verloren gebucht werden. Nach den abgeschlossenen Verträgen hatte das Verteidigungsministerium vier weitere dieser Fluggeräte zu einem Preis von weiteren 519 Millionen Euro beschaffen wollen, diese Ausgaben würden nun nicht mehr getätigt. Zur Begründung für den Abbruch der Beschaffung hieß es unter anderem, dass die Luftwaffe von der amerikanischen Seite nicht mit allen Unterlagen über das Fluggerät ausgestattet worden sei. Unter anderem seien die Steuerungsgeräte für die Drohnen, die in Amerika verwendet wurden, nicht exportfähig gewesen. Die deutschen Testflüge für den Euro Hawk hätten deswegen noch vor kurzem von den Vereinigten Staaten aus vorbereitet werden müssen.

Der Beschaffungsstopp für den Euro Hawk wird auch Auswirkungen auf das andere Drohnen-Beschaffungsprojekt der Bundeswehr haben. Der geplante Kauf von bewaffnungsfähigen Drohnen mittlerer Reichweite, die gegenwärtig von einem israelischen und einem amerikanischen Hersteller angeboten werden, könne erst vollzogen werden, wenn Klarheit darüber herrsche, dass diese Fluggeräte auch für den deutschen Luftraum zugelassen werden könnten, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Gegenwärtig nutzt die Bundeswehr unbewaffnete Drohnen des israelischen Typs Heron ausschließlich im afghanischen Luftraum.

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Quelle: F.A.Z./Lt.

 
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