15.04.2006 · Für Bundesbildungsministerin Annette Schavan ist es „die wichtigste strukturelle Veränderung unseres Bildungssystems“: Sie will Kinder schon mit drei Jahren in sogenannten „Bildungshäusern“ zum Lernen animieren.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) plant Bildungshäuser für Drei- bis Zehnjährige. „Wir brauchen eine immer stärkere Zusammenarbeit zwischen Kindergärten und Grundschulen“, sagte Schavan in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Daraus kann sich ein Bildungshaus für Drei- bis Zehnjährige entwickeln. Ich halte das für die wichtigste strukturelle Veränderung unseres Bildungssystems.“
Kinder müßten mit dem Lernen deutlich früher beginnen, forderte die Ministerin. „Das Alter zwischen drei und sechs Jahren ist die wichtigste Phase, das Lernen zu lernen“, sagte sie. Dafür müsse deutlich mehr Geld investiert werden. „Dann müssen wir übrigens für die Sechzehn- bis Achtzehnjährigen über die Bundesagentur für Arbeit nicht mehr für die Versäumnisse zahlen, die wir in der frühkindlichen Erziehung haben“, sagte Schavan. „Es braucht Umschichtungen.“
Schavan setzte sich dafür ein, jeder Schule die Möglichkeit zu geben, auch einen mittleren Bildungsabschluß anzubieten. „Eine Hauptschule darf kein Milieu der Perspektivlosigkeit werden“, sagte sie. Sie beklagte, daß das Desinteresse an dem, was in den Schulen stattfinde, zu groß sei.
Lernen mit "Drei"
Thomas Bodewig (Bodewth)
- 15.04.2006, 14:25 Uhr