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Ermittlungen wegen Bestechlichkeit Zeugin widerspricht Wulff

 ·  Im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hannover gegen den früheren Sprecher Christian Wulffs, Olaf Glaeseker, gibt es nach Informationen der F.A.S. eine neue Zeugin. Deren Aussage könnte auch Konsequenzen für eine strafrechtliche Verantwortung des ehemaligen Bundespräsidenten haben.

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Im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hannover gegen den früheren Sprecher Christian Wulffs, Olaf Glaeseker, gibt es eine neue Zeugin. Sie widerspricht Wulffs Aussage bei der Staatsanwaltschaft Hannover in mehreren Punkten. Die Zeugin sagt, sie habe während eines Urlaubs im Frühjahr 2010 erlebt, wie Olaf Glaeseker und der Eventmanager Manfred Schmidt nacheinander vom Mobiltelefon Glaesekers aus mit Wulff telefonierten. Eine weitere Quelle bestätigte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) den Vorgang. Es sei aus der Gesprächssituation erkennbar gewesen, dass Glaeseker mit Schmidt seinen Urlaub verbringe.

Wulff hatte bei seiner Vernehmung Ende Juni angegeben, er habe während der Urlaube seines Sprechers „null Kontakt“ zu diesem gehabt. Es sei „grundsätzlich zu keiner Kommunikation zwischen uns“ gekommen. Er habe von den Gratisurlauben Glaesekers bei Schmidt bis zu dem Medienberichten darüber nichts gewusst, sagte Wulff. Er erinnerte sich lediglich vage daran, dass Glaeseker einmal von einem privaten Treffen mit Schmidt in Barcelona berichtet habe. Wulff gab an, er habe „keinerlei private Kontakte zu Manfred Schmidt“ gehabt.

„Nord-Süd-Dialog gefällig gefördert“

Wulffs Aussage ist für die strafrechtliche Beurteilung des Verhaltens von Glaeseker und Schmidt bedeutsam. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Glaeseker, er habe in den Jahren 2007 bis 2009 als Pressesprecher Wulffs in Niedersachsen die Durchführung und Finanzierung der von Manfred Schmidt ausgerichteten Veranstaltungsreihe Nord-Süd-Dialog „gefällig gefördert“. Dabei handelte es sich um drei Partys mit mehr als 800 prominenten Gästen, bei denen Schmidt etwa 870.000 Euro verdiente. Im Gegenzug soll Glaeseker von Schmidt zu Gratisurlauben in Spanien und Frankreich eingeladen worden sein, teilweise inklusive Flug. Glaeseker und Schmidt weisen die Vorwürfe zurück und berufen sich auf eine schon länger bestehende, intensive Freundschaft. Mit dieser seien sie offen umgegangen, auch gegenüber Wulff.

Die Zeugin berichtete der F.A.S., sie sei anlässlich des 49. Geburtstags von Olaf Glaeseker einige Tage von Manfred Schmidt nach Banyuls-sur-Mer eingeladen worden. Sie sei seit mehreren Jahren eng mit dem Ehepaar Glaeseker befreundet. Während eines Essens am ersten Abend habe Olaf Glaeseker sein Telefon an Manfred Schmidt gereicht. Am anderen Ende sei Wulff gewesen. Vom Inhalt des Gesprächs sei ihr nichts im Gedächtnis geblieben. Sie erinnerte den Vorfall, weil sie es damals als störend empfunden habe, dass an einem solchen Abend schon wieder telefoniert worden sei. Glaeseker war vom 26. April bis zum 3. Mai 2010 in Banyuls und feierte in dieser Zeit seinen Geburtstag.

Für die Staatsanwaltschaft könnte mit der Aussage der Frau eine neue Lage im Hinblick auf Wulffs strafrechtliche Verantwortlichkeit entstehen. Nach Paragraph 357 des Strafgesetzbuchs ist ein Vorgesetzter zu bestrafen, wenn er eine Straftat seines Untergebenen wissentlich geschehen lässt. Der Paragraph soll das Vertrauen in die Integrität des Staatsapparats und in die Kontrolle durch Vorgesetzte schützen. Die Staatsanwaltschaft Hannover wird in den nächsten Wochen entscheiden, ob sie Glaeseker und Schmidt wegen Bestechung und Bestechlichkeit anklagt.

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