19.11.2012 · Erika Steinbach spricht über Exhibitionismus, Urbanität und Ole von Beust. Außerdem versucht die CDU-Politikerin zu erklären, wo die CDU sich noch dezidiert von den anderen Parteien unterscheidet.
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Günter Rohrmoser schrieb schon in den 90er Jahren:
"Der Liberalismus nimmt qualitativ eine andere, eben eine libertäre Gestalt an, wenn er das Stellen der Wahrheitsfrage als solche ausschließt und davon ausgeht, daß es gar keine Wahrheit gibt, und wenn es sie gäbe, wir sie nicht erkennen könnten...Es gibt dann im libertären Liberalismus in bezug auf die Wahrheit gar keine Erkenntnis mehr, es gibt nur noch Meinungen. Und da es keinen Maßstab und keine Kriterien gibt, nach denen man zwischen verschiedenen Meinungen qualitativ unterscheiden könnte, sind alle Meinungen gleich gut und gleich berechtigt. Das ist die neue Lage: Der Wahrheits- und Erkenntnischarakter einer Meinung kann nicht mehr beurteilt und nicht mehr entschieden werden. Diese Spätform des Liberalismus emanzipiert sich von der Wahrheitsfrage. Zugespitzt formuliert: Sie emanzipiert sich von der Wahrheit überhaupt.Der Weg von der Anarchie zur Tyrannei ist dann oft nicht mehr weit."
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.11.2012 05:53 UhrVielen Dank!
Ich lese Ihre Kommentare immer wieder gerne, und oft erweitern sie meinen Horizont! Danke für dieses Rohrmoser-Zitat!
Danke für dieses gelungene Interview,
Hier zeigt sich, dass es lohnende Positionen wider die
Selbstverständlichkeiten des Zeitgeistes gibt. Steinbachs
Definition des Konservativen Geistes ist brillant. Viele Ihrer
Positionen kann ich unterstützen(bspw. zur Einwanderung:
Fähigkeiten des Einwanderungswilligen- Nutzen für Deutschland
als Kriterium; momentan horten wir eher die Problemfälle, die in
klassischen Einwanderungsländern gar keine Chance hätten),
obwohl ich eigentlich ein ehemaliger CDU Wähler bin.
Was in der CDU Identität gibt, ist allerdings nicht mehr so sicher:
das christl.-Soziale, das einst den Liberalismus zivilisierte und die
Werte des Christentums für die Sicherung bürgerl.Ordnung
nutzbar machte... - hat das noch einen Ort in der CDU?
Im Übrigen erleben wir gerade, wie die bürgerl. Gesellschaft
sich vom Christentum abspreizt, um auf der
vermeintl.Diskursgewinner-Seite zu bleiben. Problem wird dabei die
gültige Begründung bürgerl. Ordnung werden... . Hier
wäre die Gründungstradition der CDU Bindeglied.
Ja, da macht die CDU viel Betrieb.
Aber an entscheidenden Punkten geht sie in die Knie. Die Euroretterei
ist nach wie vor ein Vabanquespiel, weil angeblich der Euro mehr als
eine Währung ist. Die Kanzlerin höchstpersönlich wollte
Sarrazin mundtot machen und gleich auch noch die Unabhängigkeit der
Bundesbank (hier in Personalangelegenheiten) ungerechtfertigt in Frage
zu stellen (wo sind da Werte?). In der Beschneidungsdebatte, einem
Paradebeispiel für eine Diskussion um unsere Grundwerte, taucht
eine ganze Partei mitsamt ihren Abgeordneten ab und peitscht ein
willfähriges Gesetz durch Bundestag und -rat. In der
Harz4-Gesetzgebung sorgte sie federführend für eine besonders
harte Linie bei der Aberkennung von Lebensleistungen. In der
Migationspolitik redet sie inzwischen ebenso wie alle anderen vom
"Einwanderungsland". In der Familienpolitik hat sie das
erfolgreiche französische Vorbild noch immer nicht erreicht, weil
"Kinder kriegen die Leute ja immer" (Adenauer). Und so weiter.
Neulich im Kollegium: Ein künftiges Elternpaar (beide Normalverdiener) möchte einen Krippenplatz. Bekommt aber keinen, da sie weder Geringverdiener (womit man NICHT automatisch Spitzenverdiener ist) noch ein Migrationshintergrund hat. Als voll arbeitende Arbeitnehmer, die einen nicht unerheblichen finanziellen Anteil tragen, haben sie also offensichtlich keinen Anspruch auf die Leistungen, die sie bezahlen. Einen privaten Krippenplatz zusätzlich zu ihren Steuerabgaben(!) zu finanzieren, können sie sich nicht leisten, also müssen sie künftig irgendwelche akrobatischen Kunststückchen auf der Arbeit veranstalten, um irgendwie die Betreuung zu bewerkstelligen. Zum "Dank" kauft sich der Staat mit lachhaften 150 EUR frei, um die unfreiwillige Heimerziehung zu "würdigen". Und das nennt Frau Steinbach jetzt allen Ernstes Wahlfreiheit?!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.11.2012 20:14 Uhr"Und das nennt Frau Steinbach jetzt allen Ernstes Wahlfreiheit?! "
das nannte sie so nicht, sie sagte: "Im Übrigen stehen da im
Monat 100 Euro beziehungsweise 150 Euro zu 1.000 Euro pro Krippenplatz.
Mehr als eine Geste ist das ja nicht."
Das Wort "Wahlfreiheit" ist sowieso etwas ungünstig.
Hätten die beiden "Normalverdiener" die
"Wahlfreiheit", der "unfreiwilligen Heimerziehung"
zu entgehen durch einen zum großen Teil staatlich finanzierten
Hortplatz, dann hätten diejenigen, deren Steuern dazu herangezogen
werden, die "Wahlfreiheit" eben nicht.
Der Staat hat die Aufgabe, seinen Bürgern möglichst viel Geld
zu belassen, nur dann haben diese eine "Wahlfreiheit".
Staatliche Hortplätze werden schnell von der "Wahl" zur
"Pflicht" und sind gelebter Sozialismus.
Frau Steinbach! Endlich jemand der es wagt, eine wirkliche KONTROVERSE Meinung zu vertreten. Alleine dafuer haetten Sie bei einer Wahl (welche auch immer) meine Stimme sicher.
Verharmlosung der TEURO-Katastrophe und der Zuwanderung
Wenn wir die Tore für alle öffnen, treiben wir Deutschland den
Rechtsradikalen in die Arme."
Wie bitte? Welches Tor ist denn noch nicht geöffnet? Soweit ich
weiß, leben in unserem Land inzwischen mehr als 15 Millionen
Nichtdeutsche. Wie viele sollen es denn noch werden, Frau Steinbach, die
Sie sich hier als konservativ, also bewahrend geben? Wollen Sie das
eigene Volk nicht bewahren?
ABWARTEN....
es kommt noch schlimmer!
Durch unsere Euro-Ideologen drängen jetzt massiv Spanier und
Griechen auf den deutschen Arbeitsmarkt, weil diese Länder sich
nicht entschulden dürfen. (Durch eine eigene Währung und einen Schuldenschnitt!)
Und dann wird es kritisch, wenn der Deutsche Michel mekrt, dass ihm die
Arbeit weggenommen wird!
Was wir heute haben ist doch noch "Kindergarten"!
Der Artikel hat mich schon in der FAS sehr gefreut. Erika Steinbach spricht für die alte, eigentliche cdu. Ich kann den Damen Steinbach und Schröder nur zustimmen. Kindererziehung ist eine viel wertvollere Aufgabe für Frauen und Männer, als die bezahlte Erwerbstätigkeit. Daß es 5% Familien geben mag, deren Kinder eventuell vielleicht in der Krippe oder KiTa besser aufgehoben wären, als im nichtzuhaus, das mag sein. Herr Hundt spricht für das Kapital, nicht für "die" Unternehmer.
Frau Steinbach zuzuhören, ist ..
eine Strafe. Sie klittet und kleistert so ganz nach Herzenswunsch. An ihren Aussagen stimmt nichts. Sie steht im Wettbewerb mit Herrn Hinze, dem intellektuelle Redlichkeit auch keine Tugend ist. Die Fragen in diesem Gespräch sind - vorsichtig ausgedrückt - sehr gut.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.11.2012 17:37 UhrWortspiele mit Namen sollten sich erübrigen, auch wenn es bestimte Steilvorlagen gibt
Nein, ich antworte ganz korrekt: bitte Beispiele, bei denen Steinbachs Aussagen nicht stimmig sind, anstatt hier zu pauschalisieren. Ich möchte Sie also minthin zur Diskussionskultur aufrufen.
Frau Steinbach ist mit ihren klaren und differenzierten Antworten eine
wirkliche Bereicherung im verlogenen linksgrün-dominierten Diskurs.
Wer gestern den Tatort sah - ich liebe nun mal Krimis - konnte sehen,
wohin wir schliddern: da hat eine Kommissarin ganz
selbstverständlich zwei Kinder OHNE Vater, da haben die Kommissare
wie eigentlich fast immer natürlich keine Kinder uswusw.
Was lernen wir daraus: Alleinerziehend ist hip, ledig ist hip, kaputt
ist hipp.
Dass die absolute Mehrheit sich nach wie vor bindet und verheirat ist,
interessiert die "Kulturschaffenden" unserer Republik nicht im
Geringsten. Warum wohl: weil sie selber fast durch weg gestörte,
getrennte geschiedene und zu allermeist narzisstische
Persönlichkeiten sind.
Was kümmerst so jemand, dass die Familie wg des Nachwuchses
gefördert wird und nicht, weil zwei sich lieben?
So viel Verantwortungsgefühl wollen wir unseren libertären
Ideologen doch nicht abfordern, gell?!
Es ist das Dilemma des Menschen
dass er das nicht weitergeben kann, was er selbst nicht bekommen hat. Und so bleibt eine Sehnsucht, die man vielleicht selbst gar nicht ausdrücken kann, aber Menschen mit Abstand sehen, dass die Menschen ohne diesen Schutzraum Familie - ich idealisiere- einfach mit einem Defizit aufwachsen! Und was ich nicht kennengelernt haben, das kann ich nicht tun und nicht weitergeben! Fragen wir Kinder aus zerrütteten Familien- sie sind oft nicht beziehungsfähig und nehmen das in ihre Beziehungen mit oft den gleichen Ergebnissen wie in ihren Ursprungsfamilien.
Falsch
Der Berliner Tatort-Kommisar Stark hat einen Sohn. Aber auch er ist
alleinerziehend, weil seine Frau gestorben ist.
Allerdings sind die Tatort-Kommisare tatsächlich keine
"guten" Beispiele, was Familie angeht. Nur der Stuttgarter
Bootz und der Kölner Schenk sind noch mit ihrer Partnerin zusammen
und haben Kinder.
Ansonsten gibt es viele Alleinerziehende (z.B. Lürsen, Eisner und
Lindholm). Dazu noch viele kaputte Typen, die mit sich nicht klar kommen
(z.B. Fellner, Steier) oder ewige Junggesellen (Ballauf, Batic,
Leitmayr, Ritter, Kopper, Odenthal).
Das öffentlich-rechtliche TV sollte auf jeden Fall mehr Kommisare
einsetzen, die ein erfülltes Familienleben haben oder
schließt sich Beruf und Familie in unserer Gesellschaft etwa aus?
... er hat schon recht ...
Tatortkommissare sind öffentlich-rechtliche Projektionsfiguren,
meistens mit irgendeinem kleinen Defizit, das sie aber nur noch
vorbildhafter macht.
Wer die Medien beherrscht, beherrscht die Herzen und so werden
Träume von durchgegenderten narzistischen Figuren zum
Vorbildcharakter. Ich glaube, das wirkt sehr unbewußt und
unabhängig vom Sex-Appeal.
Das kann jeder an sich selbst beobachten, wenn er eine rauchende Gestalt
in einem Tatort sieht; das sind nach Drehbuch entweder Problemgestalten
oder sie haben akut ein Problem.
Dass derzeit ein Projekt "Volksumerziehung" hin zu
teilzeithomo/polyirgendwas Beziehungen, neuerdings mit Kindern, sie mit
einer tollen Arbeit, schlagfertig, schlau und attraktiv, er mit Vollbart
oder sonst irgendwie, ist klar. Es wird wie alle Volksumerziehungen
scheitern, bis dahin aber viel Schaden anrichten ... Deshalb fände
ich es generell besser, wenn ARD und ZDF sich auf Tierdokus und
Nachrichten konzentrieren würden ...
Was haben CDU-Protagonisten und "Tatort"-DarstellerInnen gemeinsam?
Lieber Herr Burkart, warum schauen Sie sich das blutrünstige, volkspädagogische "Tatort"-Einerlei von der ARD-Konfektionsstange mit seinen durchgegenderten, narzißtischen HauptdarstellerInnen eigentlich an? Jede "normale" Frau mit zwei, drei Kindern hat mehr Sex Appeal als diese "Tatort"-Plastik-Kommissarinnen.
Toller Beitrag
Hat mir richtig gut gefallen - Ihr Leserbeitrag. Sie haben Ihre und auch meine Beobachtungen sehr schön in Worte gefasst.
Keine konservative Partei, sondern eine sozialdemokratische
Frau Steinbach beweist mehr, als sie beabsichtigt, nämlich wie wenig Konservative noch in die Union passen. Beispiel: Vom Steuerzahler unfreiwillig gezahltes Betreuungsgeld ist genauso wenig konservativ wie ebenso unfreiwillig bezahlte Staatskrippen dies sind. Beides ist Umverteilung als Mittel staatlichen Dirigismus. Die Union betrachtet ausgerechnet Familien als staatlicher Lenkung bedürftig; sie ist ebenso sozialdemokratisch wie die SPD; es sollen lediglich die eigenen Leute sein, welche die "Lufthoheit über den Kinderbetten" haben.
Ole, Ole, quo vadis?
"Was verstehen Sie denn unter konservativ?
Ich schütte in der Wüste einen Eimer schmutziges Wasser erst
weg, wenn ich einen mit sauberem daneben stehen habe."
Das ist so ziemlich die bizarrste Erklärung die ich für den
politischen Begriff "konservativ" je gehört habe.
Konservativ wäre es zudem in der Wüste nichteinmal schmutziges
Wasser wegzukippen, den auch damit kann ich meine Stinkefüsse mal
waschen, sind Konservative in der Wüste also grundsätzlich als
Schmutzfüsse zu bezeichnen ?
Schuppen
Die Antwort fiel mir eben selber wie Schuppen vor die Augen.. Dazu war
ja der Eimer mit sauberen Wasser.. JETZT habe ich die Erklärung
für den Begriff konservativ verstanden ;-)
eines konservativen Testballons.
Nur eine so existenzielle Frage wie die Euro-Rettung zu banalisieren,
macht sie unmöglich. Ich erinnere an die beiden
Währungsreformen nach den militärischen Versuchen Deutschland
als Hegemonialmacht in Europa zu installieren.
Mit einer ähnlichen Katastrophe ist zu rechnen. Wie nach dem
Versailler Frieden wird Deutschland wieder "gezwungen"
über seine finanzielle Kraft zu zahlen...
Das Elend der selbsternannt "Konservativen" ist ja, dass sie
nicht zusammenhängend definieren können, was denn nun warum
genau zu konservieren sei. Familienwerte und Wirtschaftsliberalismus -
das passt eben nicht zusammen, letzterer zerstört erstere. Zu
diesem Definitionsversuch liefert nun Frau Steinbach ein instruktives Beispiel:
.
"Was verstehen Sie denn unter konservativ?"
"Ich schütte in der Wüste einen Eimer schmutziges Wasser
erst weg, wenn ich einen mit sauberem daneben stehen habe."
.
Sehr hübsch. Das erklärt einiges. Denn irgendwo muss ja nun
das saubere Wasser herkommen, Frau Steinbach sitzt und wartet. Schickt
sie deshalb so gern sozial Engagierte als "Linke" in die
Wüste - in der heimlichen Hoffnung, dass sie mit sauberem Nass
wiederkämen? Dass die Brühe, die sie derweil für sich
behält, reichlich schmutzig ist, stellt immerhin ein drolliges
Eingeständnis dar.
Schön, Herr Seifert,
offensichtlich haben Sie sich informiert. Falls sie mit den
"selbsternannt Konservativen" in Ihrem Ausgangsbeitrag eher
machiavellistisch gesinnte Strukturkonservative und ihr Verhältnis
zum Wirtschaftsliberalismus kritisieren wollten, bin ich völlig bei
Ihnen, allerdings erschließt sich mir die Verbindung zu der
eindeutig wertkonservativen Frau Steinbach nicht.
Ein entfesselter Kapitalismus ist nicht mit christlichen oder
konservativen Werten vereinbar, da dieser ja in erster Linie von jeder
Moral jenseits der Gewinnoptimierung entfesselt ist. Auch der
angloamerikanische Konservativismus, Gesinnungshintergrund für den
"ehrbaren" Kapitalismus alter Prägung, ist in seinem Kern
tief und fest in der protestantischen Ethik verwurzelt (siehe: Max Weber).
Progressive Gesellschaftspolitik und der damit verbundene
Rationalisierungs- und Regulierungswahn sämtlicher Lebensbereiche
sind ebenso wenig christlich-konservativ wie der überbordende
Produktions- und Konsumfetisch.
@Moureau: Also gut...
...sprechen wir genauer - und das ist ja möglich, der Begriff
"Kapitalismus" hat heutzutage als analytische Kategorie wieder
akzeptierte Schärfe:
.
Nicht eigentlich Wirtschaftsliberalismus, sondern der
"entzähmte", globalisierte Kapitalismus ist es, der
längst über seine ursprüngliche Domäne, den
eigentlich ökonomischen Sektor hinausgegriffen hat in alle
gesellschaftlichen, auch in die privatesten Bereiche und sie einer
rigiden Ökonomisierung unterwirft.
.
Solange also (Struktur-)Konservative am ungehinderten Walten dieser
Verwertungslogik festhalten wollen, sollten sie (als Wertkonservative)
nicht darüber greinen, dass sich auf diesem Wege die traditionellen
Werte in ökonomische Tausch- und Geldbeziehungen auflösen und
verflüchtigen. Die Nachkriegs-Megatrends wie
"Individualisierung", "Frauen-Berufstätigkeit",
"Migration" verdanken ihre Wucht letztlich nichts anderem als
den Arbeitsmarkt- und Verwertungsbedürfnissen des Kapitalismus.
@Stegmann: Ich verstehe durchaus...
...was Frau Steinbach sagen möchte. Nur: Das von ihr gewählte Bild verrät einiges mehr, als sie sagen möchte. Aber als Gleichgesinnter dürfen Sie sich natürlich gern mit Steinbachs gut Gemeintem zufrieden geben (wenn das jetzt nicht zu abstrakt ist).
Sie geben ebenfalls ein sehr hübsches Beispiel ab
Das Elend der selbsternannt "Linken" ist ja, dass sie zwar
stets im Namen der Toleranz ihre als universell wahrgenommene Moral
predigen wollen, diese aber gegenüber bestimmten Meinungen für
sich selbst nicht als notwendig erachten.
Wirtschaftsliberalismus ist ebenso wenig wertkonservativ wie
sozialistisch, sondern (wirtschafts-) liberal. Da aber beim alten
Feindbild CDU sowohl konservative als auch marktwirtschaftsfreundliche
Strömungen zu Hause sind, kann man die feinen Unterschiede schon
mal vernachlässigen.
Falls Ihnen wirklich daran gelegen ist, konservative Werte zu verstehen,
versuchen Sie Konservativismus als Geisteshaltung zu begreifen und nicht
als politische Philosophie. Bewahrt werden sollen klassische
christlich-abendländische Werte. Für weitere Informationen
befragen Sie gerne Google.
Können sie mir mal sagen,
.. wieso Wirtschaftliberalismus Familien zerstört? In vielen
Ländern, in denen es deutlich wiartchaftsliberaler zugeht,
genießt die Familie einen deutlich höheren Stellenwert,
werden mehr Kinder geboren etc.
Die Wahrheit ist: Der gesamte deutsche Sozialstaat, den wir in unserem
im wesentlichen linken Land installliert haben, für den Milliarden
und Abermilliarden verheizt werden, ist absolut ineffekitv wenn es um
Familienförderung geht. Bumms aus.
Wenn man liest, was die Leute so von sich geben, könnte man meinen,
das größte Problem auf dieser Welt sei die Marktwirtschaft.
Wer nicht verstehen will, wird auch nichts verstehen! Wenn der Vergleich Ihr Abstraktionsvermögen
übersteigt, sollten Sie nicht mit Häme versuchen, dies zu überdecken.
Korrupt, verlogen und antichristlich...
...ist das Verhalten vieler CDU/CSU-Spitzenleute, da fährt einer eine Mutter auf der Skipiste fahrlässig zu Tode und zahlt bis heute nicht die vereinbarte Entschädigung (Althaus), ein anderer sicherheits"saniert Luxuswohnung und Luxusvilla mit hunderttausenden für eine einjährige Amtszeit (Ahlhaus), Dissertationsfälscher (zu Guttenberg, Pröfrock et.al.), auch deren Nachwuchs schon (Stoiber-Tochter), titelfälschende Bürgermeisterbewerber (Renner), rechtswidrige Milliarden-Aktiendeals (Mappus), unseriöse Immobiliengeschäfte (Berliner E-Justizsenator Braun), fragwürdige Geschäfts-und Privatkontakte (Ex-Bundespräsident Wulff): Diese Partei hat vollständig abgewirtschaftet, daran ändert auch der strobelnde Burschenschafter nichts mehr.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.11.2012 14:41 UhrDas deutsche Elend
Herr Kropp, über das eine oder andere Beispiel mag man streiten, aber im Kern gebe ich Ihnen völlig recht. Um so mehr erstaunt mich die Tatsache, daß dieser charakterlich wie programmatisch abgewirtschaftete CDU-Haufen hier noch auf eine gewisse Zustimmung stößt. Der duldsame deutsche Michel ist leider kein entschlossen handelnder Wilhelm Tell oder gar schneidiger Revolutionär. Aber dann braucht er sich auch nicht zu wundern, wenn Rot-Grün unter tätiger Mithilfe von CDU/CSU die ideologische "Lufthoheit über den Kinderbetten" erringt, sein sauer verdientes bzw. erspartes Geld mittels "Euro-Rettung" verjubelt und Deutschland mithilfe unbegrenzter, unkontrollierter Multikulti-Zuwanderung "abschafft".
Parteispenden...
haben Sie vergessen. Ich hatte mal eine interessante Vorlesung bei Prof.
Dr. Wesel, wonach keine andere Partei sosehr in die
Parteienspendenaffäre verstrickt war wie die CDU, und zwar ca. alle
zehn Jahre eine Parteispendenaffäre. Norfolk-Stiftung, Flick etc.
Dennoch verkörpert die CDU unabhängig von einzelnen Politikern
Werte, die in der Gesellschaft benötigt werden. Dennoch muss man
gesamtpolitisch nicht mit der CDU einer Meinung sein.
bei dem man sich nicht wundern muss, das diese Art von Konservativ sein auf dem Rückzug ist. Die Homo-Ehe gefährdet demach die Bestandszahlen der Deutschen. Das Argument habe ich nie verstanden weil ich eigentlich nicht davon ausgehe das der Kinderwunsch Heterosexueller damit etwas zu tun hat. Frau Steinbach erklärt dann weiterhin, dass Lebenspartnerschaften nicht die gleichen Rechte haben sollen wie Ehen um sich dann zu "wundern" dass nur 1% der Homosexuellen diese aktuell nur aus Pflichten und nicht aus Rechten bestehende Partnerschaft nicht eingehen. Das ist schon etwas perfide. Schön auch dass die ansonsten heilige Familie in Form das Zusammenlebens Mutter Tochter mit der doch so familienfeindlichen Lebenspartnerschaft gleichgesetzt wird. Wie mans eben grad braucht.
Auch wenn ich Frau Steinbach in einigen Feldern nicht zustimme,
wäre es wünschenswert, dass die CDU Teile der von von Frau
Steinbach vertretenen Forderungen in den Focus ihrer Politik rückt.
Zum einen kann so den rechtsradikalen Strömungen das Wasser
abgegraben werden. Zum anderen können daraus im Diskurs mit der
Opposition vielleicht brauchbare Lösungen gefunden werden. Denn ich
halte persönlich weder den allzu linken Einschlag in den
Forderungen mancher Parteien wie auch einen allzu rechten nicht für
zielführend. Die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte liegen und
kann sich nur im politischen Diskurs entwickeln.
Gestern bin ich im ICE mit einer Ordensschwester ins Gespräch gekommen.
Die Ordensschwester war in der Erwachsenenbildung für
Montesori-Lehrer tätig. In dem Gespräch ging es um das
Betreuungsgeld. Ich fragte sie nach ihrer Meinung. Die fiel eindeutig
aus, denn sie lehnte das Betreuungsgeld schlicht ab, weil es falsche
Signale setzt. Unmittelbar nach dem Gespräch las ich inder FAS das
Interview mit Frau Steinbach; Kontrastprogramm sozusagen.
Fazit: Während die Ordensschwester sich in Allgemeinplätzen
verlor, die wir in jedem Medium jeden Tag um die Ohren gehauen bekommen,
hat Frau Steinbach den Mut gegen den Mainstream zu argumentieren. Wie
immer steht man mit einer konservativen Haltung in dieser Gesellschaft
auf verlorenen Posten. Entsprechend wird die Reaktion auf das Interview
auch ausfallen.
Wie sagte die Ordensschwester zu mir? " Wollen Sie den Frauen das
Recht auf Selbstverwirklichung im Beruf absprechen? ...
Wir sollten uns abgewöhnen Leute wie Frau Steinbach zu stigmatisieren!!!
@Herr Stegmann
reden sie nicht herum, welche Partei ist denn noch wählenswert Ihrer Meinung nach. Immer diese Heimlichtuerei....
"..steht man mit einer konservativen Haltung in dieser Gesellschaft auf verlorenen Posten." Nicht
ganz richtig. In den Medien und der politischen Landschaft steht
"man" damit auf verlorenem Posten. Die Mehrheit der
Gesellschaft denkt und lebt genauso konservativ, macht aber den nicht
ganz unbedeutenden Fehler, eben diese politische Landschaft in Wahlen
zum Handeln zu legitimieren. Gegen die eigenen Interessen.
Eine Stimme für CDUCSUFDPSPDGrüne, Linke, Piraten oder
FreieWähler ist für eine konservative, bürgerliche
Richtung nicht nur eine verlorene Stimme, sondern eine kontraproduktive Stimme.
Auch Ihr Ordensschwestern seid also von der Political Correctness infiziert
Gut zu wissen, daß dieser verschwurbelte, politisch korrekte Neusprech sogar die Ebene katholischer Ordensschwestern erreicht hat. Eine Bestätigung für meine These, daß das konservativ-liberale Bürgertum im Kampf für unser Land von den Kirchen nichts, aber auch gar nichts zu erwarten hat. Hier hilft höchstens ein offensiv geführter "Kulturkampf" gegen die Gleichheitsapostel jeglicher Couleur. Wir müssen Aristoteles wieder "vom Kopf auf die Beine stellen". Dieser hatte erkannt, daß nicht die Freiheit aus der Gleichheit, sondern umgekehrt die Gleichheit aus der Freiheit abgeleitet werden kann, so daß die Freiheit klarerweise der primäre Wert ist.
die CDU/CSU erreicht 33,8% der Stimmen. Die Wahlbeteiligung liegt bei 70,8% d.h. 29,2% Nichtwähler. In meinem zugegebenermaßen nicht repräsentativen Umfeld kenne ich ausschließlich Nichtwähler (mich eingeschlossen), die vormals CDU gewählt haben. Wenn die CDU mit den Positionen von Frau Steinbach wirbt und diese auch lebt, verliert sie möglicherweise 5% am linken Rand gewinnt aber die Mitte zurück und bindet auch den rechten (demokratischen) Rand. Ich will wieder wählen und ich will eine politische Kraft wählen, die Politik gestaltet zum Wohl von Deutschland und auch mal zum Wohl von uns Deutschen!
Antworten (10) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.11.2012 10:26 Uhrrichtig Wählen
Ihre Einstellung find ich richtig Herr Wogatzke, aber mit ihrer Einstellung zur Wahl sind sie leider Teil des Problems. Ok, es ist eine Henne-Ei-Problem, wenn sie die mangelnde Durchsetzungskraft kleiner Parteien bemängeln, aber es ist ebenso eine grausame Vorstellung, wenn wir die nächsten tausend Jahre CDU-regiert werden.... denn es würde sich nie etwas ändern. Leider haben viele Menschen diese Einstellung, sie lässt aber viel Logik und Taktik vermissen. Machen Sie ein Kreuz bei den kleinen Parteien. Andere Bürger werden es Ihnen danken.
@Herr Stegmann
ein Argument wird nicht dadurch besser und ein Beispiel nicht dadurch
verständlicher, dass man dazu übergeht, Worte in
Großbuchstaben zu schreiben.
Nur mal so nebenbei.
Herr Wogatzke, ich erklär es Ihnen mal, scheint ja echt schwer zu sein: Mit den 50% sind ALLE
restlichen Wählerstimmen gemeint, die zwar gewählt haben, aber
NICHT bei der CDU gelandet sind. DAS ist das Wählerpotential, nach
dem geschielt wird, NICHT die superschlauen Nichtwähler, selbst
wenn die Nichtwähler 99% ausmachen würden, interessieren die NIEMAND!
(Und, wenn Sie jetzt ganz schlau kommen und mir sagen, das waren aber
nur 37,85%, dann möchte ich Sie schon jetzt darauf hinweisen, das
diese 50% nur beispielhaft von mir genannt wurden, um Ihnen die Sachlage
zu veranschaulichen.)
Und, so nebenbei, ein Dankeschön an Christian P..
Wählerpotential wird nur durch Wählen sichtbar
Ich kann Hr. Stegmann nur beipflichten. Auch ich habe bisher
ausschliesslich meine Kreuze bei der CDU gesetzt und weiss, dass ich
dies bei der kommenden Wahl gewiss nicht tun werde. Jedoch wird auch
keine andere der "etablierten" Parteien meine Stimme erhalten.
Nicht zu wählen kommt mir jedoch auch nicht in den Sinn, da diese
"fehlende Stimme" von den Politikern nicht wahrgenommen werden will.
Folglich werde ich unter den kleinen Parteien diejenige mit der
grössten Schnittmenge meiner Interessen auswählen. Täte
dies jeder "Protest-NICHT-Wähler, dann überspringt zwar
nicht gleich jede kleine Partei die 5%-Hürde, jedoch zeigte der
Balken der "Sonstigen" nach den Wahlanalysen eben keine
marginalen Prozentpunkte, sondern könnte die Balken so manch
"etablierten" Partei übertreffen und auch ich vertrete
die Meinung, dass die grossen Parteien erst dann umdenken würden!
Ein Nicht-Wähler ist den grossen Parteien doch lieber als eine
verlorene Stimme!
nun Herr Stegmann,
wenn, wie Sie schreiben, Nichtwähler niemenden interessieren, warum
kommen Sie dann in Ihrer Wahlpotentialanalyse für die CDU auf 50%
beim Links- bzw. -3% beim Blick nach rechts? - interessiert doch
niemenden. Übrigens, Logik kann mit "Folgerichtigkeit"
frei übersetzt werden...
Sie mögen es nicht glauben, aber Nichtwähler interessieren niemand! Ganz im Gegenteil, je mehr
Nichtwähler, umso besser kann sich auf den Rest konzentriert
werden. Aber wenn Sie wollen, glauben Sie weiterhin. Nach Merkel wird
bestimmt alles von ganz allein ganz anders und viel besser. Was Sie
machen, ist nichts weiter als Aussitzen nach der Methode Kohl, mit
gleichem Ergebnis übrigens.
Wie gesagt, Deutschland wird von seinen Wählern, besonders
Ihresgleichen, abgeschafft. Politik ist nur die Folge.
Herr Segmann, bleiben Sie entspannt und
überdenken Sie Ihre Analyseergebnisse nochmals.
"Schaut sie (die CDU) nach rechts -3% Wählerpotential" -
FALSCH "schaut sie nach links, nahezu 50%
Wählerpotential" auch FALSCH.
Von rund 30% Nichtwählern könnte die CDU locker die
Hälfte (zurück)gewinnen. Selbst bei Verlusten am linken Rand
kommt man so wieder in den 40+x Bereich zurück. Noch weiter nach
links bedeutet für die CDU, das mit jedem Prozentpunkt der links
gewonnen wird zwei Prozentpunkte in der Mitte verloren gehen - so wie
die letzten Jahre auch und deshalb steht sie heute je nach Tagesform
zwischen 30 und 35 % - Tendenz fallend.
Ihre Sichtweise ist genau DER Fehler und DIE Ursache für die aktuelle politische Situation!
Augrund des von Ihnen beschriebenen verhaltens wird sich absolut nichts
an der politischen Sitauation ändern. Und aus Sicht der CDU sogar
völlig logisch und nachvollziehbar. Wohin soll sich die Partei nach
der Analyse z.B. der Wahl in BW orientieren? Schuat sie nach rechts - 3%
Wählerpotential, schaut sie nach links, nahezu 50%
Wählerpotential. Sie als superschlauer Nichtwähler kommen in
der Betrachtung nicht vor und daher werden Ihre Interessen auch nicht
durchgesetzt. Und würde nicht dieser dumme Gedanke grassieren, eine
Stimme für kleine Parteien wäre verschwendet, wären diese
Parteien (respektive Ihre ureigenen Interessen) auch nicht klein.
Potenzieren Sie mal diesen dummen Gedanken, dann wissen Sie, was Sie
bewegen könnten. Ihre Hoffnung auf die Zeit nach Merkel sind
Träumereien, sonst nichts. Wenn Sie als Wähler nicht die
Richtung vorgeben, passiert nichts, ich betone: NICHTS.
Deutschland wird einzig von seinen Wählern abgeschafft!
sehe ich anders, Herr Stegmann,
die cdu in der derzeitigen Verfassung ist (für mich) nicht wählbar. Die Parteiprogramme einiger kleiner Parteien sind zwar durchaus lobenswert aber die es fehlt die Bündelung der politischen Kraft. Es hilft nicht viel wenn Parteien von den Freien Wählern bis zur Partei der Vernunft und wie sie alle heißen durchweg zwischen 0,3% und 1,5% Zuspruch bekommen - es besteht keine Chance politischen Einfluß zu nehmen. In der derzeitigen pölitischen Konstellation hilft für die bürgerlichen Wähler nur eins: die CDU muß wieder auf Linie gebracht werden und das ist erst nach Merkel möglich. Insofern kann man einer "Niederlage" 2013 durchaus eine positive Seite abgewinnen.
Ihr Wille ehrt Sie und ist zu loben. Die Mühe, sich eine neue, kleine Partei zu suchen, wird Ihnen
aber nicht erspart bleiben. Nicht wählen oder ungültig wählen ist jedenfalls die allerschlechteste Lösung und zementiert die von Ihnen zu Recht kritisierten Gegebenheiten.
Leider ist Erika Steinbach die (fast) einsame Ruferin in der opportunistischen CDU-Wüste. Der Fehlerkeim liegt aber auch in der ambivalenten Programmatik der Partei. Ich kann, sorry, über das floskelhafte Geplapper von den "drei gleichberechtigten Wertesäulen christlich-sozial, liberal und konservativ" nur noch lachen. Bei politischen Grundsatzfragen kollidieren die "Wertesäulen" regelmäßig miteinander; und solange die CDU sich nicht zu einer klaren Hierarchie dieser Säulen durchringt, wird sie aus ihrer programmatischen Beliebigkeit und Lächerlichkeit nicht herauskommen. Immerhin lesen wir im Steinbach-Interview, daß ein Herr Kauder das Christliche wichtiger nimmt als das Konservative. Man sollte ihm für seine Klarstellung danken und als klassisch liberaler, konservativer Bürger, der unser Deutschland nicht ideologisch durchgegenderten, öko- und multikultisüchtigen Pfarrern und sonstigen rot-grünen Egalitaristen überlassen möchte, der CDU den verdienten "Gnadenstoß" versetzen.