14.03.2007 · Erst die Glühbirne, jetzt der „Standby-Mode“. Die Briten und die Grünen wollen den Bereitschaftsmodus von Elektrogeräten verbieten. Haushalte und Industrie sollen so Milliarden sparen und den Bau neuer Kraftwerke verhindern.
Von Konrad Mrusek, BerlinIn der hitzigen Klimaschutzdebatte hat es eine Flut von Ideen und Vorschlägen gegeben. Nun werden daraus parlamentarische Anträge. Die Grünen wollen dabei möglichst die Ersten sein. Sie werden daher am kommenden Dienstag im Bundestag einen detaillierten Vorschlag machen, wie man in Haushalt und Industrie Strom sparen und damit den Bau neuer Kraftwerke verhindern kann.
In dem fünf Seiten langen Antrag kommt zwar auch die Glühbirne vor, man findet sie aber nur versteckt in Nebensätzen. Viel ärgerlicher finden die Grünen den Bereitschaftsmodus von Elektrogeräten („Standby-Mode“). Der Umweltfachmann der Partei, Loske, verweist auf Schätzungen des Umweltbundesamtes, wonach die Leerlauf-Verluste von Fernsehgeräten, Computern und Telefonen in Deutschland sich auf jährlich 17 Milliarden Kilowattstunden addieren - was allein privaten Haushalten Mehrkosten von 3,3 Milliarden Euro bringe.
„Die vergessene Säule der Energiepolitik“
Die Grünen-Fraktion fordert daher zwei Dinge: Zum einen will sie den guten, alten, einfach zu bedienenden An-aus-Schalter zurück. Zum anderen soll sich die Bundesregierung für ein Verbot von Standby-Schaltungen in Europa einsetzen, die mehr als ein Watt Energie verbrauchen. Verbündete werden sie schnell finden. Auch die britische Regierung will die Bürger jetzt mit solchen Vorschriften und fiskalischen Anreizen zum Energiesparen bringen. (Siehe auch: Großbritannien will Vorreiter im Umweltschutz sein)
„Die Strom-Einsparung ist die vergessene Säule der Energiepolitik“, sagt Loske. Deutschland habe zwar Wirtschaftswachstum und Stromverbrauch entkoppeln können, die Nachfrage steige aber weiter um jährlich 0,5 Prozent. Ein Viertel des Stromverbrauchs entfällt auf private Haushalte. Davon glauben die Grünen in den nächsten zehn Jahren 20 Prozent bequem einsparen zu können.
Ehrgeizige Mindeststandards
Die technischen Mindeststandards für den Stromverbrauch von Geräten sollen ehrgeiziger werden. Die Grünen wollen sie alle drei Jahre aktualisieren, was nach den Worten Loskes einen dynamischen Wettbewerb unter Herstellern erzeugt und energieeffizienten Geräten schneller zum Marktdurchbruch verhilft.
Ferner soll die Kennzeichnung der Geräte verbessert werden. Drittens soll ein Klimaschutz-Fonds von jährlich 500 Millionen Euro eingerichtet werden, in den Versteigerungserlöse von Emissionszertifikaten für Kraftwerke und Industrie fließen.
das man da jetzt erst draufkommt...
Eberhard Wedekind (wedekind3)
- 13.03.2007, 19:29 Uhr
was eine Hysterie
Oliver Thamerus (OliverTde)
- 13.03.2007, 20:28 Uhr
Da gibt es bessere Vorschläge!
Hermann Trouvain (liwiz)
- 13.03.2007, 21:46 Uhr
Zurück in die Steinzeit
Rüdiger Kimpel (rkimpel)
- 13.03.2007, 22:12 Uhr
es gibt noch viel zu tun
Roman Meier (romanmeier1)
- 13.03.2007, 22:29 Uhr