Home
http://www.faz.net/-gpg-15nfc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

EKD-Ratsvorsitz Schneider soll Käßmann folgen

28.02.2010 ·  Bei der Suche nach einem neuen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) machen sich führende Kirchenfunktionäre für Nikolaus Schneider stark. Er ist bereits seit dem Rücktritt von Margot Käßmann amtierender Vorsitzender.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Nach dem Rücktritt von Margot Käßmann soll der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, zum neuen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt werden. Schneider ist seit dem Rücktritt der amtierende Ratsvorsitzende.

Die Präses der EKD-Synode, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne), und der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich sprachen sich am Samstag nach einer Tagung des Rates der EKD dafür aus, dass Schneider, 62, die EKD nicht nur wie bislang vorgesehen bis zur Tagung der Synode im Herbst führt, sondern dort auch zum neuen Ratsvorsitzenden gewählt werden solle. Es hieß, der Rat habe sich fast einmütig für diese Lösung ausgesprochen. Göring-Eckardt, Friedrich und Schneider hoben hervor, dass der Rat mit diesem Votum der Synode nicht vorgreifen wolle.

Deutsche halten Rücktritt für richtig

Dass Käßmann zu Recht zurückgetreten ist, finden laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ 58 Prozent der Protestanten. Bei Katholiken und den Deutschen insgesamt halten je 51 Prozent den Rücktritt für richtig.

Die katholische Kirche verliert derweil deutlich an Vertrauen. Nicht einmal ein Drittel der Deutschen (30,3 Prozent) halten sie für ehrlich, wie eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Omni Quest für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ ergab (Siehe auch: Deutsche halten katholische Kirche für unehrlich). Dass die Kirche zur Aufklärung der Missbrauchsfälle beiträgt, glauben nur knapp 20 Prozent, wie die Meinungsforscher im Auftrag der „Frankfurter Rundschau“ herausfanden.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel