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Veröffentlicht: 19.03.2017, 13:44 Uhr

F.A.Z. Woche Herr Demagbo von der AfD

Der Parteichef der AfD in Kiel hält Multikulti für gescheitert. Kein ungewöhnlicher Standpunkt in der Partei. Doch Herr Demagbo stammt aus Westafrika. Wie passt das zusammen?

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© Daniel Pilar Achille Demagbo sagt, er habe Ordnung und Disziplin seit seiner Kindheit verinnerlicht.
 
Ein dunkelhäutiger Immigrant aus Afrika ist Chef der AfD in Kiel. Wie passt das zusammen?
 
Rechtskonservativ und dunkelhäutig. Ein Widerspruch? Ein Besuch beim Kieler AfD-Chef Achille Demagbo

Achille Demagbo ist 36 Jahre alt. Geboren und aufgewachsen ist er im westafrikanischen Benin. Seit dreizehn Jahren lebt er in Deutschland. Er kam, um zu studieren. Sprachwissenschaften. Mittlerweile hat er die deutsche Staatsangehörigkeit und arbeitet als Dolmetscher. Demagbo ist auch Gründungsmitglied und Chef der Kieler AfD. Was will ein Schwarzafrikaner in dieser Partei?

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Demagbo glaubt, dass seine politische Einstellung immer in ihm gewesen ist. Er habe bereits in seiner „Kindheit bestimmte Werte verinnerlicht. Vor allem Ordnung und Disziplin.“ Seine Eltern arbeiteten beide als Lehrer, hatten mit Fleiß den Aufstieg aus einfachsten Verhältnissen geschafft. Sie erzogen Demagbo, seine Schwester und seine drei Brüder streng. Sehr streng. Demagbo sagt, er habe sich schon als Schüler für Geisteswissenschaften interessiert, vor allem für Philosophie und Soziologie. „Mir ist schon damals aufgefallen, dass die deutschen Denker, die deutschen Philosophen besonders rational sind, besonders systematisch koordiniert in der Art, ihre Ideen darzustellen.“ Demagbo verliebte sich „in das deutsche Denken“. In Immanuel Kant und auch in Friedrich Nietzsche.

Die politische Wirklichkeit einfach „nach links geschoben“

Über seine Anfangszeit in Deutschland erzählt Demagbo, dass die Menschen ihm sehr geholfen haben. Dozenten, Kommilitonen, selbst Fremde, die er in der Kneipe ansprach, um sich auf Deutsch zu unterhalten. Um die Sprache zu lernen, der Kultur näherzukommen. „Ich habe viele Menschen getroffen, die sehr offen waren.“ Das habe ihn positiv geprägt. Er habe sich als Deutscher gefühlt, sich gefreut, dass er dazugehöre. „Deutschland ist meine zweite Heimat“, sagt Demagbo. Mit Rassismus habe er hier nie Probleme gehabt. Im Gegenteil: „Die Deutschen sind nicht ausländerfeindlich. Sie schätzen jeden, der hierherkommt und die deutsche Kultur beachtet, sich an die gesellschaftlichen Normen hält.“

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Er habe allerdings von Anfang an in Deutschland festgestellt, dass die Menschen falsch informiert würden. Seine allererste politische Information sei gewesen: „Du bist Ausländer. Pass bloß auf. Alles, was rechts von der SPD ist, ist gegen Ausländer.“ Demagbo sagt, er habe schnell gemerkt, dass das nicht stimmt. Er habe auch gemerkt, dass „die politische Wirklichkeit“ einfach „nach links geschoben“ wird. So entstehe „ein Vakuum, weil sich ein großer Teil der Bevölkerung nicht mehr vertreten fühlt.“ Die Meinungen der Bürger würden nicht mehr in die politischen Prozesse integriert. Als Beispiel nennt Demagbo den Beitritt Deutschlands in die EU: „irgendwo hinter den Kulissen ausgeklüngelt“. Er spricht davon, dass Errungenschaften, „die wir haben, in Deutschland, auf dem politischen Altar zugunsten linker politischer Experimente geopfert“ werden. „Ich bin dagegen. Die EU scheitert, der Euro scheitert. Und auch Multikulti ist gescheitert.“

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