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Veröffentlicht: 19.03.2017, 13:44 Uhr

F.A.Z. Woche Herr Demagbo von der AfD


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Gescheitertes Multikulti in Duisburg-Marxloh

Demagbo wohnt im Kieler Stadtteil Gaarden, der seit langem als sozialer Brennpunkt gilt. Viele Arbeitslose, viele Ausländer. Demagbo sagt, er komme „wunderbar klar mit den Leuten dort“. Viele seiner Freunde sind Türken, Albaner, Kurden, Syrer. Die meisten von ihnen sind Kinder von Gastarbeitern. „Sie haben sich gut integriert.“ Das Problem aber seien die, die sich nicht integrieren. „Integration muss sein für ein gutes Miteinander. Die deutsche Kultur steht für mich im Mittelpunkt. Da führt kein Weg dran vorbei. Die deutsche Kultur und die deutsche Sprache müssen im Mittelpunkt stehen.“ Eigentlich, sagt Demagbo, sei das nicht so kompliziert. Und doch laufe es seit Jahren schief.

45380082 © dpa Vergrößern 2016 feierte Demagbo zusammen mit Leif-Erik Holm und Beatrix von Storch den Einzug der AfD ins Berliner Abgeordnetenhaus.

Als Beispiele für gescheitertes Multikulti nennt Demagbo Berlin-Marzahn und Duisburg-Marxloh. Er spricht von überforderter Polizei und dass nicht geprüft werde, ob Menschen sich überhaupt integrieren wollen oder nicht. „Man nimmt einfach alle. Deshalb haben wir in Deutschland Parallelgesellschaften. Deshalb haben wir Zwangsehen und Kinderehen, Leute, die sich an die Scharia halten, die sich nicht zu unseren demokratischen Werten bekennen. Es gibt einfach Probleme mit gewissen Kulturkreisen.“ Er sei ja selbst Migrant, sagt Demagbo. Und könne schon deshalb nicht gegen Einwanderung sein. Auch die AfD sei das nicht. Es gehe der Partei nur darum, „vernünftig“ aufzunehmen. „Ich bin für Zuwanderung.“ Aber die müsse in einer geregelten Form geschehen. „Welches Deutschland wollen wir für unsere Kinder? Das sind meine Gedanken, meine Sorgen“, sagt Demagbo.

„Und ich möchte etwas zurückgeben.“

Sich selbst bezeichnet er als wertkonservativ. Vor zwanzig oder dreißig Jahren, sagt er, wäre er bestimmt ein CDU-Mitglied gewesen. „Garantiert. Aber die CDU ist nach links gedriftet.“ Die CDU von damals gebe es nicht mehr. Die AfD habe nun die Themen und Positionen aufgegriffen, die die CDU vernachlässigt habe. Wie die traditionelle Familie. „Ich habe nichts gegen Homosexualität, überhaupt nicht. Es gibt Schwule in der AfD, mit denen ich befreundet bin. Aber wir brauchen Nachwuchs“, sagt Demagbo. Deshalb müsse die Familie geschützt werden. Er hat selbst Familie: eine Freundin und vier Kinder. Es stört ihn nicht, wenn der thüringische AfD-Vorsitzende Björn Höcke vom „lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp“ spricht. „Das ist doch positiv. Ich bin lebensbejahend.“ Überhaupt, die Rassismusvorwürfe gegen die AfD: Auch Gauland hat schon mit seinen Kindern gespielt.

Dieser Artikel stammt aus der Frankfurter Allgemeine Woche

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Was Demagbo stört: Dass die anderen Parteien nicht die Ehrlichkeit hätten, zuzugeben, wenn von der AfD richtige Ansätze kämen. „Als wir gesagt haben: Sollte es darauf ankommen, dann kann man auch unsere Grenzen mit Schusswaffen schützen. Was haben die Medien aus dieser Aussage gemacht? Was gab es für einen Aufschrei im Land?“ Stattdessen, sagt Demagbo, hätte man nun die Weihnachtsmärkte mit Waffen schützen müssen. „Was ist das denn für eine Logik? Es wäre doch viel vernünftiger, die Grenzen zu sichern. Aber nein, wieder waren wir die Rassisten. Die Ausländerfeinde. Die Konsequenz war der Anschlag in Berlin und dass wir nun öffentliche Veranstaltungen mit Waffen schützen müssen. Das muss die Regierung verantworten.“

Infografik / Die Sorgen von AfD-Anhängern © F.A.Z. Vergrößern

Demagbo sagt: „Das ist nicht mehr das Land, von dem ich geträumt habe, das ich so geliebt habe.“ Dieses Land habe ihm alles gegeben. „Und ich möchte etwas zurückgeben.“ Das also will Achille Demagbo in der AfD.

© dpa, afp AfD will „kriminelle Migranten“ ausbürgern
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Quelle: wahlrecht.de
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