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Ehrung durch die SPD Unter Schwestern

19.03.2007 ·  Gabriele Pauli hatte die CSU-Lawine angestoßen und das Ende der Ära Stoiber eingeleitet. Eine vorbildliche Leistung, finden die Frankfurter SPD-Frauen - und zeichneten die Landrätin für ihren Kampf gegen die bayerische Männerfront aus.

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Dem Anlass entsprechend hat sich die schwarze Landrätin eine rote Bluse angezogen. Eine Rüschenbluse allerdings, schließlich ist Gabriele Pauli konservativ - und deshalb weiterhin in der CSU. Das hat die Frankfurter SPD-Genossinnen nicht daran gehindert, der Landrätin am Sonntag im Frankfurter Presseclub ihren Frauen-Preis, den Olympe-de-Gouges-Preis, zu verleihen.

Offiziell nicht, weil Frau Pauli den bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber ins politische Jenseits befördert hat. Sondern weil sie sich von den Männern ihrer Partei nicht habe kleinkriegen lassen - und deshalb nach Meinung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen von Frankfurt und Hessen-Süd ein Vorbild für andere Frauen ist.

Jetzt auch noch die Sozialdemokraten

Manch ein Frankfurter Genosse war gar nicht erbaut über den Einfall, ausgerechnet eine CSU-Frau mit einem SPD-Preis zu ehren. Und umgekehrt hat in der CSU der eine oder andere Mann die Hände über dem Kopf darüber zusammengeschlagen, dass die Landrätin sich jetzt auch noch von den Sozialdemokraten hofieren lässt.

Hätte Frau Pauli wie Olympe de Gouges im 18. Jahrhundert gelebt, es wäre ihr wohl ergangen wie der Namensgeberin des Preises: Sie wäre einen Kopf kürzer gemacht worden. Die französischen Revolutionäre haben, worauf Inge von Bönninghausen, die langjährige Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, in ihrer Laudatio hinwies, den Begriff „Brüderlichkeit“ zwar sehr ernst genommen und den Frauen das Wahlrecht und andere bürgerliche Rechte vorenthalten. Doch in einem haben sie die Schwestern gleichgestellt: Auch diese durften das Schafott besteigen. Olympe de Gouges übrigens, weil sie nach dem Todesurteil in der falschen Partei war.

Höhere Ämter für die „Hexe“?

Das ist Gabriele Pauli nach Meinung ihrer SPD-Schwestern natürlich auch. Worauf heute zum Glück aber nicht mehr die Todesstrafe steht, sondern nur noch der Olympe-de-Gouges-Preis. Der zivilisatorische Fortschritt ist unverkennbar. Auch in Bayern. Mittlerweile kann dort eine Hexe, als welche ein CSU-Politiker in den vergangenen Tagen die Parteifeindin Pauli bezeichnet hat, nicht nur einen Ministerpräsidenten stürzen, ohne ihren Kopf hernach unter die Guillotine legen zu müssen.

Sie darf auch nach höheren Ämtern streben - was Gabriele Pauli tatsächlich tut, wie sie gestern in Frankfurt bekundete. Ob es gleich das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten sein wird, wie ihr der frischgebackene Frankfurter SPD-Vorsitzende Gernot Grumbach empfahl, weiß die Landrätin selbst noch nicht.

Frauen in der Politik haben jedenfalls viele Vorzüge, wie Gabriele Pauli in ihrer Dankesrede verraten hat. Zum Beispiel gelänge es ihnen besser, die Herzen der Menschen zu treffen. Eines aber scheint ihnen zu fehlen: der Killerinstinkt. Andernfalls wäre Schwester Andrea Ypsilanti, die hessische SPD-Chefin, nicht zum Jubiläum eines Ortsvereins gefahren, sondern hätte sich zusammen mit der Landrätin ablichten lassen. Was wäre das für ein schönes Symbolfoto gewesen: Frau Pauli, die politische Mörderin von Stoiber, neben Frau Ypsilanti, die im Frühjahr bei der Landtagswahl den CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch köpfen möchte.

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