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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ehemaliger Bundespräsident Wulff selbst

 ·  Ein Jahr später ist der Staatsanwalt der Schurke. Doch hat es auch sein Gutes, dass er so böse war.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (53)
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Wolfgang Müller

Tja ...

Unsympathische Schnorrer sollte man nicht zu Präsidenten machen. Auch wenn sie ansonsten folgsam und leicht steuerbar sind.

Die Nachteile überwiegen.

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Rainer Egold

Zustimmung

und Ergänzung: Wer tatsächlich dem Grundsatz frönt: Alles was nicht verboten ist - strafrechtlich bewehrt ist - ist erlaubt, der hat ein merkwürdiges Verständnis von Freiheit und Rechtsstaat. Das gilt sowohl für die Beurteilung von Wulff als Ministerpräsident als auch als Bundespräsident. Warum? Es sind genau die typen von Menschen, die sich in Grauzonen bewegen, z. B. auch in steuerlichen, dabei keinerlei Skrupel haben und die dann zu Recht für dieses Grauzonenverhalten nach weiteren Regelungen rufen, es also z. B. zu einem Straftatbestand werden lassen. Diese Freiheitsunfähigkeit, diese Unfähigkeit, sich selbst Grenzen zu setzen, sich selbst zu displinieren ist unerträglich, weil sie letztlich Freiheit und Rechtsstaatlichkeit untergräbt. Und zu diesen Freiheitsunfähigen zähle ich auch Wulff, dem es offenbar am Gespür fehlte, was zu unterlassen ist, auch wenn es eben nicht verboten erscheinen mag. Das hat weniger mit Moral als mit Vernunft und Weitsicht zu tun.

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Jürgen  Schweinebraden

Merkel

Wann endlich richtet jemand mal den Focus auf Frau Merkel, die in ihrem grenzenlosen Machtgespür einen potentiellen Konkurrenten (ist zwar eine maßlose Übertreibung) in ein Amt gelobt hat, bei dem voraussehbar war - zumindest für Frau M. - dass es für Herrn W. eine Nummer zu groß ist? Diese Machtspiele sind doch interessanter, weil ja gleichzeitig ein anderer Kandidat verhindert werden sollte. Frau M. hat sich eben auch hier (mal wieder) geirrt - was ihr aber solan ge egal ist, wie sie sich behaupten kann.

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Otto Meier

Da schlägt wohl das Kurzzeitgedächtnis zu, oder?

Kein Politiker hat sich über Jahrzehnte so ungeniert bedient wie Wulff. Er hat mitgenommen, was er nur bekommen konnte, bis hin zu den zusätzlichen Aufwendungen für scheidende Bundespräsidenten, die in seinem Fall doch völlig sinnlos sind und waren, denn wer will Wulff schon sehen oder hören? Nein, Wulff war des Amtes nicht würdig, auch ohne jede strafrechtliche Betrachtung.

Gleich und gleich gesellt sich gern, sagt der Volksmund. Das scheint bei den Wulffs ja zuzutreffen, oder? Kaum ist Wulff vom Strahlemann zum Buhmann mutiert, wechselt sein Frauchen das Revier. Auch sie muß eben sehen, wo sie bleibt. :-)

Seit Weizsäckers erster Amtszeit, die zweite war auch nicht so prickelnd, hat es in meinen Augen keinen brauchbaren Bundespräsidenten mehr gegeben, inklusive des amtierenden Dauerehebrechers. Vielleicht sollten wir das auch sehr kostspielige Amt einfach abschaffen.

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Hartmut Jacques

So einfach nicht

Zunächst sollte mit dem Irrglauben aufgeräumt werden, ein Mensch sei schon deshlab ohne Arg und Tadel, weil er den Beruf eines Juristen ergriffen hat. Auch dem Autor sei angeraten, einen Blick ins Grundgesetz, Artikel 97, zu werfen. Richter sind dem Gesetz unterworfen, genau dort endet ihre Unabhängigkeit. Staatsanwälte haben zu ermitteln, ohne gut oder böse zu sein. Es täte der Staatsanwalte gut, sollte sich letztlich an den Vorwürfen gegen Wulff sich lediglich das "Bobby-Cart" herausstellen, intern zu ermitteln, wer bzw. von wem diese Lawine losgetreten wurde, wer die staatsanwaltlichen Ermittlungen veranlasst hat.
Es ist schon ein Unterschied, was die Presse tut und was die Staatsanwaltschaft.
Die Justiz ist die Basis unserer Gesellschaft. Gerades deswegen ist sie genau unter die Lupe zu nehmen.

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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 12.04.2013 12:27 Uhr

Die Presse-Hatz

hat letztlich zur Niederlage der Staatsanwaltschaft Hannover geführt. Ich meine, wenn von 30 Anklagepunkten nur ein lausiger, mit dem Wert über 700 Euro übrig bleibt, ist das eigentlich ein Staatsaffäre, zu der die StA gehört. Es wurden über 2 Mio. Euro verpulvert, um den Hirsch doch nicht zu treffen. Welche Interessen steckten da wohl dahinter? Die Unschuldsvermutung ist bei dem Mann mit Füßen getreten worden.

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peter hagedorn

Revesion

Wir haben schon Leute wegen 23 Pfennig entlassen. Wieso? Wenn man weiss da hat jemand Dreck am Stecken kann es aber nicht nachweisen dann nimmt man die Telefonrechnung. Nun könnte man titeln Perry Hagedorn wegen 23 Pfennig entlassen (nur um einen Namen zu nehmen. Stimmt aber nicht.

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Closed via SSO
Thomas Mank (tgamank) - 12.04.2013 11:45 Uhr

Abschaffen

Wulff hat sich als Präsident nicht anders verhalten, wie als Ministerpräsident zuvor. Es hat aber wohl an der Stelle nicht mehr gepasst. Da frage ich mich, ob es nicht doch die politische Klasse insgesamt ist, die das Amt des BuPrä fortwährend beschädigt und instrumentalisiert.

Ich meine, das Amt ist in der jetzigen Form ein Relikt der Nachkriegszeit und sollte entweder neu definiert oder abgeschafft werden.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.04.2013 12:30 Uhr
Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 12.04.2013 12:30 Uhr

Guter Gedanke

jedoch mit weit reichenden Folgen für das GG. Die Trennung von Kanzlerschaft und Staatsober-haupt, wie Parlament und Bundesrat, würde ebenso obsolet. Dahinter käme ein ganz neues Konstrukt, ein anderer Staat. Dafür gäbe es --leider--keine Mehrheit.

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Dieter Zorn

Im Rückzug noch unfair.

Achtung Satire! Der ehemalige Bundespräsident Wulff ist also nun selber Schuld, dass er sich bei der Aufklärung der unbewiesenen Anwürfe so unprofessionell angestellt hat und er kann ja nur von Glück reden, dass die Staatsanwaltschaft ihn faktisch aus dem Amt gezwungen hat und gegen ihn ermittelt, denn sonst wäre ja nie ans Licht gekommen, dass er ganz unschuldig ist. Ja, und er ist ja auch zurückgetreten, weil er endlich erkannte, dass es ihm an Format mangelte, was die Journaille ja schon lange wusste. Der Mann kann insgesamt von Glück reden, dass es so gekommen ist! Und es hat auch gar nichts damit zu tun, dass die eiserne Kanzlerin und Friede Springer den Mann nicht mehr mochten, seitdem er für die Begrenzung der Bankenmacht und diesen Islam eintrat. Nein, es war keinesfalls so, dass hier endlich mal ein ehemals Mächtiger von seiner eigenen Sippschaft zur Hatz freigegeben wurde, und einige Medien dann endlich mal ihr wahres Gesicht zeigen konnten. Feuer frei für Ressentiments!

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Hermann Summa
Hermann Summa (Summa) - 12.04.2013 09:40 Uhr

Wulffsjagd

Eines sollte man nicht vergessen: Auch die eher seriösen Blätter wie die FAZ hatten bei der Wullfsjagd alle Regeln journalistsichen Anstands und Redlichkeit über Bord geworfen. An die Stelle der Information trat der Gerüchte- und Spekulationsjournalismus, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm.

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Sam Broesel

Ein faier und ausgewogener..

..Bericht. Danke Herr Kohler. Wenn ich mir die Artikel manch anderer Online-Redaktionen ansehe, habe ich das Gefühl, dass diese im Bestreben um Wiedergutmachung, über das Ziel hinaus schiessen und den Täter nachträglich zum Opfer machen. Selbst wenn ihm strafrechtlich nichts relevantes nachgewiesen werden kann, moralisch hat er total versagt.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.04.2013 18:25 Uhr
Herbert Bielefeld

Vor 60 Jahren

hätte unser gegenwärtiger Präsident ein großes Problem mit der "Moral" gehabt.

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Hartmut Jacques

Wenn dem Bürger nichts mehr einfällt

dann aber auf jeden Fall die Moral. Dabei bleibt natürlich offen, was er überhaupt unter Moral versteht. Man kann und muss vermuten, seine Ressentiments und Animositäten.
Der Begriff Moral ist zu einer Hure geworden. Das zu erkennen, vergleichen Sie doch mal die Moralbegriffe vor 60 Jahren und heute. Ich darf Ihnen versichern, hätte man damals unter den heutigen Begriffen leben wollen, hätten Sie den Rest Ihres Lebens m Gefängnis verbracht.
Soviel zu "moralischem Versagen".

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Peter Bienefeld

Welche Krokodilstränen?

Das Bein hat sich Herr Wulff selbst gestellt.Er war mehr als überfällig er hätte er nie Bundespräsident werden dürfen.Ärgerlich ist,wie und durch wen er zum Amt kam:
Frau Merkel hat es so einfach bestimmt.Nach dem Desaster zuvor mit Herrn Köhler,als beleidigte
Leberwurst,auch er war ja ein Kind von Frau Merkel und zuvor den Meisten unbekannt.
Eins sollte man doch endlich ändern:Der Bundespräsident darf nicht eine Idee von Frau Merkel
als Bundeskanzlers sein.

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Uwe Meyer
Uwe Meyer (Kosyme) - 12.04.2013 08:17 Uhr

Diskussionen gnadenlos verbissen

"Ist in solchen Fällen also nicht einmal die deutsche Justiz dagegen gefeit, in einen Blutrausch zu verfallen?[...] nicht nur höchst unterschiedliche Medien, vom Boulevardblatt bis hin zu den öffentlich-rechtlichen Sendern..."
Nein, niemand ist dagegen gefeit. Man kann selbstverständlich etwas missdeuten, das ist natürlich. Kein Geheimnis. Und man kann eventuelle Fehleinschätzungen unters Volk bringen. Es sollte allerdings nicht der Eindruck entstehen, Journalisten könnten nur so ihren Lebensunterhalt verdienen.
Denn häufig ist es einfach schwierig, richtig hinzusehen, wie bei dem bekannten Mädchen- Foto (Suchbegriffe „meykosoft visual-illusion“) und wenn es dann irgendwann um die unterschiedliche Wahrnehmung und das Selbstverständnis des Betrachters geht, dann werden Diskussionen gnadenlos verbissen und drehen sich beinahe endlos im Kreis…
Denn Einjeder will am liebsten bei seiner einmal gewonnen Erkenntnis bleiben. Das gilt vemutlich ersteinmal auch für Juristen und Journalisten.

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Hans Gesell

na klar,

am schluß sind alle schuld. nur die einzig verantwortliche an diesem debakel nicht: merkel - die wulff trotz erkennbarer unfähigkeit ins amt gehievt hat, nur damit sie auf dem posten einen ohne rückgrat hat. und ich bin sicher, daß die beiden spiegel-chefs auch wegen der bild-ähnlichen hatz ihres blattes geflogen sind, jetzt, da aufzufliegen droht, daß sie die schraube da ein bißchen überdreht haben. da müssen die chefs des deutschen saubermann-blattes natürlich aus der schußlinie sein.

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Thomas Fernholz

Wie immer..

von der Journaille wird die Sau so lange durch's Dorf getrieben, bis sie vermeintlich erlegt ist.
Ist sie dann tot und alle haben ihren Spass gehabt, klopfen sich die Protagonisten in diversen Talkshows gegenseitig auf die Schulter und lecken sich die Finger nach dem Spiessbraten. Das Volk steht staunend und bewundert mit aufgerissenen Mäulern vorm Pranger und wirft mit Tomaten. Hatten wir doch alles schon, das ist allerdings schon ein paar Jahrhunderte her. Manchmal kommt es mir vor als wäre es gestern gewesen.

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Michael Ginster

Was mich stört ...

.... ist die Tatsache, das immer wieder Informationen und Unterlagen aus dem laufenden Untersuchungsverfahren an die Presse durchgestochen wurden.
Ist das legal?

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Hajo Kissmaker
Hajo Kissmaker (Kissme) - 12.04.2013 06:41 Uhr

Wulff

Ein exzellenter Kommentar Herr Kohler, was ich vermisse, ist die Erwähnung der Politiker die sich in schrillem Gezeter äußerten und sich jetzt, wo es auf Eistellung hinaus läuft, in die Bùsche schlagen. Damit sind insbesondere die Politiker der Opposition gemeint, aber sowas wie Scham oder Moral oder Entschuldigung sind denen fremd.

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Eduard Wegener
Eduard Wegener (eddiW) - 12.04.2013 05:53 Uhr

Was genau muss ein Bundespräsident vorweisen können?

Problematisch finde ich die letzten beide Sätze des Artikels. Sie lauten:

"Ein Bundespräsident aber muss mehr vorweisen können als nur ein unbelastetes polizeiliches Führungszeugnis. Das erkannte Wulff am Ende auch selbst."

Die Frage ist, was genau ein Bundespräsident denn nun vorzuweisen haben sollte, damit er nicht in die Gefahr geraten kann, aus dem Amt gemobbt zu werden. Ich hatte die ganze Affäre über den Eindruck, dass von Wullf perfiderweise eine Moral eingefordert wurde, die man von kaum einem Politiker und noch nicht mal von der Bevölkerung verlangen kann. Wenn wir was billiger kriegen, weil wir Leute kennen, die da was machen können, dann nehmen wir das auch alle - und würden uns dagegen verwahren, deshalb als gewissenslose Absahner bezeichnet zu werden.

Der letzte Satz ist wenig glaubwürdig. Wulff ist wahrscheinlich deshalb zurückgetreten, weil er merkte, dass das Spiel nicht mehr zu gewinnen war.

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Christian Wolff

eine Erkenntnis haben wir...:

... dass Staatsanwaltschaften nach Belieben selbst dann noch Geld aus etwas rauszuquetschen versuchen, wenn sich die vermeintlichen oder tatsächlichen Gründe für weitere Ermittlungen oder gar Prozesse bestenfalls nur noch willkürlich konstruieren lassen. Anders ist die 20.000 € -Offerte nicht zu verstehen. Man stelle sich das flächendeckend vor. Einen derartigen Willkürstaat würde ich nicht haben wollen, vielleicht aber andere. Mancher Politiker mag irgendwann die Idee verlockend finden, bräuchte er doch keine Steuern zu erhöhen, sondern nur mittels der Staatsanwaltschaften Gegner u.a. so zu drangsalieren, bis die endlich zahlen ..Ein richtiger Rechtsstaat sieht anders aus. Die Journalie einschließlich der FAZ sah dabei nicht gut aus, sie heizte diese Richtung sogar noch an bzw. sah zu. Der Gruppenzwang und verkommene Recherchemethoden ließen anderes als Einhelligkeit nicht zu. Einheitspresse eben, der erste Schritt im Sinne der negativen Tendenz (s.o.).Wo sind die journal. Tugenden?

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Jürgen Wenz
Jürgen Wenz (satyrffm) - 11.04.2013 22:31 Uhr

Der Mann hat Geschenke und Vergünstigungen angenommen.

Ein Fall ist wohl 100% nachweisbar. Das muss reichen. Wenn das Ex-Staatsverhaupt damit durchkommt is wirklich alles möglich.

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11.04.2013, 18:00 Uhr

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