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Dresden Trauerfeier für getötete Ägypterin

12.07.2009 ·  Mit einer bewegenden Trauerfeier haben etwa 1500 Personen in Dresden Abschied von der im Gerichtssaal getöteten Ägypterin Marwa al-Scharbini genommen. Unterdessen teilte die Staatsanwaltschaft mit, der Täter sei als Ausländerhasser bekannt gewesen.

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Mit einer Trauerfeier haben etwa 1500 Personen am Samstag in Dresden an die im Gerichtssaal getötete Ägypterin Marwa al-Scharbini erinnert. Zum Zeichen ihrer Anteilnahme legten sie auf der Freitreppe vor dem Rathaus weiße Rosen nieder. Auch SPD-Chef Franz Müntefering, Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), Justizminister Geert Mackenroth (CDU), der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, und der ägyptische Botschafter Elsayed Ramzy nahmen an der Gedenkveranstaltung teil. Viele Bürger legten weiße Rosen „als Zeichen des Respekts vor dem Opfer und für ein friedliches Zusammenleben der Gesellschaft“ auf der Rathaustreppe nieder. Zahlreiche Ägypter trugen Fotos der getöteten Frau mit sich. Zu Beginn legten die Trauergäste eine Schweigeminute für das Opfer ein.

Frau Al-Scharbini, 31 Jahre alt, war am 1. Juli im Dresdner Landgericht von einem Russlanddeutschen während einer Verhandlung erstochen worden. Bei dem Angriff wurde auch ihr Ehemann schwer verletzt. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um einen usländerfeindlichen
Einzeltäter. Dieser war in Berufung gegangen, nachdem gegen ihn wegen Beleidigung der Ägypterin als „Islamistin“ und „Terroristin“ eine
Geldstrafe in Höhe von 780 Euro verhängt worden war.

Täter als Ausländerhasser bekannt

In seiner Ansprache bezeichnete der ägyptische Botschafter Ramzy den Mord als „verbrecherische Einzeltat“. Er vertraue darauf, dass die deutsche Regierung ihrer Verantwortung gerecht werde. Der Generalsekretär des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, nannte die Tat einen schlimmen Höhepunkt der Islamfeindlichkeit, die es seit Jahren in Deutschland gebe.

Die Staatsanwaltschaft teilte am Samstag mit, vor der Anklageerhebung keine Details der Tat bekanntzugeben. „Alles, was unmittelbar mit der Tat zusammenhängt, kann frühestens mit Erhebung der Anklage mitgeteilt werden“, sagte der Sprecher am Samstag in Dresden. Allerdings sei schon aus dem ersten Verfahren wegen Beleidigung bekannt, dass der Täter Ausländer hasse, sagte ein Sprecher. Er bestätigte damit einen einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“. „Er hat dort wiederholt gesagt, dass Ausländer keine gleichwertigen Menschen sind und die von ihm beleidigte Frau als nichtgleichwertige Bürgerin bezeichnet.“ Daher habe die Behörde auch Berufung eingelegt.

Zentralrat verlangt deutliches Zeichen Merkels

Der Zentralrat der Muslime forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, auf die Muslime zuzugehen. Frau Merkel, die auf dem G8-Gipfel in Italien dem ägyptischen Staatspräsidenten Mubarak ihr Beileid ausgesprochen hatte, solle sich auch „direkt an die mehr als vier Millionen Muslime hierzulande wenden und den brutalen rassistischen Mord aus islamfeindlichen Motiven verurteilen“, sagte Mazyek dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. Dies wäre „ein wichtiges und gutes Signal“. Die SPD-Islambeauftragte Lale Akgün sagte, es gebe noch „viele Vorurteile gegen den Islam“. Es müsse „sehr viel Aufklärungsarbeit“ geleistet und dafür gesorgt werden, dass „der Islam auch als eine Weltreligion in ihrer Gesamtheit wahrgenommen wird“.

In Teheran demonstrierten derweil regierungstreue iranische Studenten vor der deutschen Botschaft und riefen Parolen wie „Nieder mit Deutschland“. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, warfen die Protestierenden Eier auf das Botschaftsgebäude. Dabei
skandierten sie „Tod für Deutschland und für das rassistische Europa“. Die Demonstranten malten auch ein Hakenkreuz auf das
Eingangstor der Botschaft, in Schmierereien auf dem Gehweg wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als „Nazi“ geschmäht.

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