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Dresden Tausende demonstrieren gegen Neonaziaufmarsch

14.02.2009 ·  Zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 haben am Samstag Tausende gegen die Instrumentalisierung des Gedenktages durch Rechtsextremisten demonstriert. Bis zum frühen Nachmittag blieb es weitgehend friedlich.

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Zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 haben am Samstag in der Innenstadt Tausende Menschen gegen die Instrumentalisierung des Gedenktages durch Rechtsextremisten demonstriert. Den Auftakt der Protestaktionen des Bündnisses „Geh Denken“ bildete ein öffentlicher Schabbatgottesdienst in der Dresdner Synagoge, an dem rund 500 Menschen teilnahmen.

Zudem beteiligten sich erneut zahlreiche Dresdner an den Veranstaltungen zum Gedenken an die Ereignisse vom 13./14. Februar 1945. Auf dem Altmarkt wurde eine neue Erinnerungsstätte eingeweiht.
Zum Auftakt der „Geh Denken“-Demo sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), „Rechte haben auf Dresdens Straßen nichts zu suchen“. Man dürfe nicht „hinter den Gardinen sitzen bleiben“ und nur still gedenken, sondern müsse auch Gesicht zeigen.

Großaufgebot der Polizei

Zeitgleich versammelten sich rund 4500 Anhänger der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ (JLO) zum mit mehreren Tausend Teilnehmern angemeldeten Neonazi-Aufmarsch in der Innenstadt.
Das Bündnis „Geh Denken“ hatte zuvor vor „Europas größtem Neonazi-Aufmarsch“ gewarnt. Die rechtsextreme Szene hält seit Jahren sogenannte Trauermärsche zum Jahrestag der Luftangriffe in der Stadt ab. Bereits am Freitag hatten rund 1000 Rechtsextremisten einen Fackelzug in Dresden abgehalten.

Die Polizei war am Samstag abermals mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die verschiedenen Demonstrationen abzusichern und Ausschreitungen zu verhindern.

Am Albertplatz versammelten sich rund 2000 Unterstützer des Antifa-Bündnisses „No pasarán“. Dabei kam es nach Angaben eines Polizeisprechers zu kleinen Rangeleien, als die Demonstranten versuchten, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Zwei Polizisten wurden leicht verletzt, konnten ihren Dienst aber fortsetzen.

Müntefering, Roth und Gysi in Dresden dabei

Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) übergab nach den Friedensgebeten in mehreren Kirchen und einem „gemeinsamen Gang der Dresdner vom Neumarkt zum Altmarkt“ eine neue Gedenkstätte der Öffentlichkeit. Auf dem Platz, wo damals die Bombenopfer eingeäschert wurden, soll künftig eine Inschrift in einem Sandsteinsockel erinnern und mahnen.

Am Nachmittag sollte auf dem Theaterplatz vor der Semperoper die von „Geh Denken“ organisierte Abschlusskundgebung mit Konzert stattfinden, zu der unter anderen SPD-Vorsitzender Franz Müntefering, Grünen-Chefin Claudia Roth, Linke-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) und DGB-Chef Michael Sommer erwartet wurden.

Bei der Bombardierung am 13. und 14. Februar 1945 waren nach den Ergebnissen einer von der Stadt eingesetzten Historikerkommission bis zu 25 000 Menschen ums Leben gekommen. Durch insgesamt vier Luftangriffe wurde das Stadtzentrum innerhalb von drei Tagen fast vollständig zerstört. Die Zerstörung Dresdens wurde zu einem weltweit bekannten Symbol für militärische Gewalt gegen die Zivilbevölkerung.

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