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Dorothee Bär Stimme des Frankenlandes

 ·  Die neue stellvertretende Generalsekretärin soll die fränkischen Parteimitglieder im Wahlkampf unter der weißblauen Fahne vereinen, damit die CSU zunächst bei der Europawahl bundesweit deutlich die Fünf-Prozent-Hürde überspringen kann. Sie gilt als einfallsreich und beredt.

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Der Posten des Generalsekretärs ist die zeitaufwendigste Aufgabe, die eine Partei zu vergeben hat - zumal als Voraussetzung gilt, dass der Inhaber ein Parlamentsmandat, also bereits eine andere Vollzeitbeschäftigung hat. Die neue stellvertretende Generalsekretärin der CSU, Dorothee Bär, ist seit 2002 Bundestagsabgeordnete der Gegend zwischen Rhön und Haßbergen.

Die 1978 geborene Diplom-Politologin und Journalistin trug in ihrer ersten Wahlperiode noch den Mädchennamen Mantel, was die Verfolgung ihres steilen Aufstiegs in der CSU und ihrer Mitgliedschaft im CSU-Landesvorstand seit 2001 nicht leichtmacht.

Schon früh Parteimitglied

Frau Bär, verheiratet mit einem Juristen und Mutter einer Tochter, ist seit ihrem 16. Lebensjahr Mitglied der Partei und war damals schon zwei Jahre lang in der Jungen Union. Die einstige Landesvorsitzende des RCDS in Bayern ist jetzt stellvertretende JU-Bundesvorsitzende. Ihr Schwerpunkt war von Beginn an die Medienpolitik, doch ist dies heute ein viel zu verschwommenes Feld, um damit Aufsehen zu erregen.

Da war ihr die Chance sehr willkommen, nach dem Wechsel ihres Kollegen Guttenberg auf den Stuhl des CSU-Generalsekretärs dessen formales Erbe als Außenpolitiker der Landesgruppe anzutreten und Obfrau der Union im Auswärtigen Ausschuss zu werden. Auf Reisen konnte sie den Vorteil der Jugend ausspielen: Sie brauchte nicht so zu tun, als sei sie ein alter Hase, der schon alles weiß, sondern sie konnte fragen und so den Gesprächspartnern unbefangen das Gefühl geben, dass es sich zu antworten lohnt.

Ehrgeizig, charmant, einsatzfreudig

Die hochgewachsene, stilistisch sorgsam wählende Frau mit amerikanischem Highschool-Abschluss hat das Selbstbewusstsein, um in eigenen Schuhen die Nachfolge anerkannter Vorgänger anzutreten. An der Seite ihres Bundestagskollegen Dobrindt im Generalsekretariat der Partei vertritt sie die vier fränkischen Bezirke der CSU.

Das ist aus mehreren Gründen wichtig: Der Parteivorsitzende Seehofer muss nach dem Scheitern Ministerpräsident Becksteins und der Entscheidung, aus der Oberbayerin Hohlmeier eine Oberfränkin zu machen, die Gemüter zwischen Nürnberg, Bayreuth und Aschaffenburg beruhigen.

Da fällt es nun organisatorisch Frau Bär zu, die fränkischen Parteimitglieder im Wahlkampf unter der weißblauen Fahne zu vereinen, damit zunächst im Europawahlkampf der CSU-Anteil hoch genug wird, um bundesweit deutlich die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. Die Dreißigjährige ist ehrgeizig, charmant, einsatzfreudig, einfallsreich und beredt genug, um den Erfolg der Partei zu mehren. Die doppelte Arbeitskraft im Generalsekretariat erlaubt den beiden Neuberufenen, die Zeit aufzuholen, die in der Wahlvorbereitung durch den Personalwechsel fehlt.

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