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Der Fall Schavan : Kein Ruhmesblatt

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Licht und Schatten in der Plagiatsaffäre: Bundeskanzlerin Merkel und Ministerin Annette Schavan (Mitte September 2012 im Bundestag) Bild: dpa

Die informelle Liste möglicher Nachfolger für Annette Schavan im Bildungsministerium ist erschreckend kurz. Die Namen sind erschreckend unbekannt. Ein Ruhmesblatt für die deutsche Politik ist die ganze Angelegenheit nicht.

          Bundeskanzlerin Merkel wird - volles Vertrauen hin oder her - um eine Umbildung ihres Kabinetts nicht herumkommen. Es ist das gute Recht Annette Schavans, gegen die Entscheidung der Universität Düsseldorf zu klagen. Aber im Falle einer Ministerin „für Bildung und Forschung“ ist der Streit um einen akademischen Titel noch weniger eine Privatangelegenheit als bei anderen Politikern, die in den vergangenen Monaten in dieselbe Lage geraten waren - bei anderer Sachlage, was die Schwere der Vorwürfe und die Offensichtlichkeit der Betrugsabsicht angeht.

          Frau Schavans Autorität ist in dem von ihr verantworteten Geschäftsbereich geschwächt. Die Opposition wird es sich in einem Wahljahr nicht nehmen lassen, in dieser Wunde immer wieder zu bohren. Da ist ein schnelles Ende der Affäre für alle besser als eine Verschleppung mit ungewissem Ausgang.

          Frau Schavan ist eine gute Ministerin und eine Vertraute der Bundeskanzlerin. Beides macht Frau Merkel die Entscheidung nicht einfacher und spricht dafür, dass Annette Schavan nach ihrer Rückkehr aus Südafrika die notwendige Konsequenz selbst zieht. Man spürt an ihrer ersten Reaktion vor allem, wie schwer es ihr fällt, von einer Aufgabe Abschied zu nehmen, der sie ihr Leben gewidmet hat.

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          Bildung, so heißt es gebetsmühlenhaft, sei ein „Megathema“. Das ist so, denn hinter dem Schlagwort von der „wissensbasierten Gesellschaft“ steckt eine der großen Zukunftsfragen. Welche Bedeutung diesem Thema in der politischen Arena zugemessen wird, lässt sich indessen nicht nur an den Budgets für Bildung und Wissenschaft, Lehre und Forschung ablesen, sondern auch daran, wie viele Politiker sich, von Sonntagsreden abgesehen, wirklich dafür interessieren.

          Die informelle Liste möglicher Schavan-Nachfolger, ob männlich oder weiblich, ist erschreckend kurz, die Namen, die sich auf ihr finden, sind erschreckend unbekannt. Es ist bezeichnend, dass in ersten Spekulationen der gerade abgewählte Ministerpräsident von Niedersachsen David McAllister genannt wurde (den es ehrt, dass er postwendend abgesagt hat).

          Vielleicht behilft sich Frau Merkel in der Not mit einem Nachrücker aus dem Ministerium, oder sie zieht einen im Wissenschaftsmanagement erfahrenen Professor aus dem Hut. Ein Ruhmesblatt für die deutsche Politik ist die ganze Angelegenheit nicht.

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