09.02.2013 · Annette Schavan muss ihr Amt aufgeben, um vor Gericht um ihren eigenen Ruf zu kämpfen. Da ist ihr gutes Recht. Aber ihr Fall hat die Wissenschaft korrumpiert. Das ist schlimmer als bei Guttenberg.
Von Thomas GutschkerRichtlinien für Lesermeinungen
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Willkommen im Club der Dichter
Das hätte nicht sein müssen. So ein politisches Talent steht
jetzt unbedeutend in der Schmuddelecke.
Sie sollte sich mal ein Beispiel nehmen an Herrn (Dr. rer. pol.) Graf,
seines Zeichens Fraktonsvorsitzender der CDU im Abgeordnetenhaus von
Berlin. Sein Beispiel zeigt wie man trotzdem im Amt bleibt. Oder sogar
Aufstiegschancen hat wie Herr Mario Czaja, CDU, Senator für
Gesundheit und Soziales in Berlin, mit nur einem kleinen Betrugsversuch
im Lebenslauf. Aussitzen, beschwichtigen, abwiegeln, klein reden, Reue
zeigen - das scheint die richtige Strategie zu sein.
Ist Ihnen beim Lesen was aufgefallen?
fortbestehende beschönigende Tendenz
Aus der Rücktrittsrede: "Ich hatte eine lange Zeit, 17 Jahre,
um als Kultusministerin in Baden-Württemberg und jetzt als Mitglied
der Bundesregierung seit 7 Jahren politisch gestalten zu können."
Tatsächlich waren es insgesamt 17 Jahre.
Diese in Teilen Lobhudelei, einfach nur noch beschämend.
Manche Kommentare und die über alle Parteien hinweg, in Teilen auch der Medien diese Lobhudelei sind nur noch peinlich. Manche triefen so nur vor: „nach oben wird gebuckelt, nach unten wird getreten“?
Ein Meisterstück politischer Propaganda!
Schavan: „Die angesehenste Bildungspolitikerin des Landes“ ?
Ein Schüler der abschreibt, bekommt eine sechs. Ein Student der
Plagiate als sein eigenes Verwendet, ohne es kenntlich zu machen, wird
exmatrikuliert?Erst von zu Guttenberg, dann Frau Koch-Merin und nun Frau
Schavan erhält in der Öffentlichkeit in Teilen den
Titel:“ Angesehenste Bildungspolitikerin des Landes?“ Der
unvermeidbare Rücktritt der Bildungsministerin wurde als politische
Erfolgspropaganda inszeniert. Welche Erfolge hat Frau Schavan der
Bildung denn aufzuweisen? Wenn es ums Selbstlob geht, ist der Politik
keine Übertreibung zu peinlich. Und ohne auch nur eine Sekunde
über Schavans Bildungspolitik nachzusinnen, stimmen alle, von
Gabriel, über Trittin bis zu Rösler, die CDU-Politiker sowieso
in Merkels Lobeshymne ein. Die Medien überschlagen sich mit
würdigenden Nachrufen.
Mit vermeintlichen Fakten lügen
"Das war das Urteil von zwölf Professoren der Universität
Düsseldorf und das Ergebnis von neun Monaten akribischer
Prüfung." So steht es im Kommentar, und das ist leider
komplett falsch.
Jeder Fakultätsrat besteht zu gut der Hälfte aus Professoren,
der Rest sind Vertreter der Studenten und Mitarbeiter. Letztere
hätten mangels Kompetenz gar nicht mit bestimmen dürfen. Und
dass sich alle neun Monaten akribisch mit der Arbeit von Schavan befasst
hätten, kann man nach aller Lebenserfahrung in akademischen
Selbstverwaltungszirkeln komplett ausschließen. Der Gutachter hat
das Ergebnis vorgegeben, und der Fakultätsrat hat sich ohne
große eigene Arbeit überzeugen lassen, das dürfte die
Realität sein.
Einfach nur noch peinlich!
Manche Kommentare und die über alle Parteien, Lobhudelei, sind nur noch peinlich. Manche triefen so nur vor: „nach oben wird gebuckelt, nach unten wird getreten“?
Von dieser Klage wird man nichts mehr hören
Von dieser Klage wird man nichts mehr hören, sie wird
stillschweigend beerdigt werden. Denn sie hat angesichts der Fakten
keinerlei Aussicht auf Erfolg, und ohnehin kann Frau Schavan nur das
Verfahren angreifen, nicht die Entscheidung. Am Ende eines erneuten
Verfahrens, dass sie maximal erreichen kann, kann und wird eine
identische Entscheidung stehen.
In einem lichten Moment wird das auch Frau Schavan aufgehen, und sie
wird zur Begründung ihres Rückzugs irgend einen Vorwand
finden, der sie als Opfer unfairer Machenschaften darstellt. Also alles
wie gehabt.
Das Urteil des Fakultätsrates verdient Anerkennung, weil es sich an allgemeingültige Maßstäbe hält. Dass die Promotion und nicht die Person Gegenstand des Prüfverfahrens war, lässt sich auch daraus ableiten, dass der Rat in seiner Begründung die politische Dimension zu Recht völlig außen vor lässt. Der Kommentar bilanziert, wie viele Wissenschaftler es gerne anders herum angepackt hätten. Da bleibt also noch viel zu tun. Aber ein Anfang ist gemacht.Ich bin gespannt, ob die Hummboldt Universität ebefalls den Mut zur Selbskorrektur hat. Mit "wissenschaftliche Exzellenz" lässt sich die Entscheidung, Frau Schavan eine Honorarprofesour zu ermöglichen, zweifellos nicht mehr begründen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.02.2013 14:28 UhrIm Osten nichts Neues, dummes Staatskapitalismus-Pfründedenken hat dort überlebt, da passt
die wenig exzellente Fürspräche für Schavan seitens der Humboldt-Uni gut dazu. Wer mit Geldregen überschüttet wird, will es sich mit dem Geber nicht verscherzen. Vielleicht fällt der staatliche Geldsegen bei so schwachem Beurteilungsvermögen der Exzellenz-Uni aber künftig nicht mehr so stark aus. Ein Denkzettel könnte den Dr.-Aberkennungs-Dilettanten der dortigen Uni nicht schaden. Damit sie zumindest beim nächsten Fall bisser im Bild sind.
Wer sich wie Thomas Gutschker zum höchsten Richter über die
Wissenschaftsfunktionäre aufschwingt, sollte wenigstens genau
recherchieren. Der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät
in Düsseldorf besteht aus 8 Professoren (mit der
Gleichstellungsbeauftragten qua Amt 9), dazu 2 wissenschaft.
MitarbeiterInnen, 2 nichtwissenschaftl. MitarbeiterInnen, 3 Studierende.
Über das Abstimmungsverhalten der Professoren wird
ordnungsgemäß keine Mitteilung gemacht.
Falsch ist zudem die Angabe, der Wissenschaftsrat habe versucht, die
Entscheidung der Universität Düsseldorf zu beeinflussen. Die
genannte Erklärung hat die Allianz der Wissenschaftsorganisationen
veröffentlicht, kann nicht dem Wissenschaftsrat als einem
vielköpfigen Gremium angelastet werden.
Und außerdem: Durch Exzellenz-Cluster werden keine Massen von
Doktoranden hindurch-geschleust, höchstens einzelne sehr begabte
junge Forscher mit einbezogen.
Ach was!
Der Autor Gutschker ging mit der Sache sehr ausgewogen um, und prangert
völlig zu Recht bestimmte exponierte Wissenschaftsorganisationen
und Gedöns an.
Da muß man nun nicht Erbsen klauben um den Shitstorn, der sich
vergangene Woche zur Unterstützung Schavans aufbaute und nur von
völlig offensichtlich korrumpierten Pfründenhaltern ausging,
vergessen zu machen.
Es besteht nun eine gute Gelegenheit den Augiasstall auszumisten, weil
die Verschwörungsphantasten identisch sind mit den Schavan'schen
Günstlingen und Vorteilsnehmern aus durchaus eigennützigen Existenzgründen.
Gratulation an Herrn Gutschker!
Endlich einmal ein Journalist, der nicht herzergreifend für eine ach so arme Politikerin Partei ergreift und objektiv die Zusammenhänge herstellt. Erstaunlich um so mehr, als dass man solche Worte in einer doch eher konservativen Zeitung lesen muss und kann. Ganz im Gegenteil zum doch "so liberalen" SPIEGEL, dessen Nähe zum Springerhaus in Hamburg immer deutlicher wird. Gratulation an Herrn Gutschker, der hier deutlich für die Unabhängigkeit einer Universität eintritt. Notiz am Rande: Hat Frau Schavan alle ihre bisherigen Ämter nach jetzt erkennbarer Täuschung redlich erworben?
So trennt sich die Spreu vom Weizen!
Nun sieht man, wie unglaublich viele Hofschranzen und Speichellecker an
so einem jeweiligen Minister/in hängen. Es ist nicht uninteressant,
wer sich so alles im Rahmen von Schavans Abgang als deren Günstling
decouvriert. Das sind ja ganze Horden von Günstlingen und Trittbrettfahrerern!
Aber hat ihr Fall (m wahrsten Sinne des Wortes) "die
Wissenschaft" korrumpiert?
Die wahre Wissenschaft ist nicht korrumpierbar, sie zieht als Karawane
weltweit unbeirrt weiter und läßt sich keinesfalls von der
immer bedeutungsloser werdenden Deutschen Wissenschaft nicht
beeindrucken. Die Zeiten, als Deutschland der wissenschaftliche Nabel
der Welt war sind 100 Jahre vorbei und fallen der allgemeinen
gesellschaftlichen Dekadenz anheim.
Und eines noch: "Annette Schavan hat diesen Interessenkonflikt
rechtzeitig erkannt - und sie hat mit ihrem Rücktritt die
Konsequenzen gezogen. Dafür gebührt ihr Respekt."
Garnichts gebührt ihr, die maßlos uneinsichtig auf einem ihr
längst abgesprochenen Recht beharrt!
Und jetzt mal Frau Doktor Merkels Dissertation ansehen
Ich hoffe, dass nunmehr mal Frau Doktor Merkels Dissertation angesehen wird. Eine Sachkunde in Physik - z.B. bei der Elektromobilität - schimmert nirgendwo auch nur ansatzweise durch. Ich kann mir vorstellen, dass auch in Merkels Dr.-Arbeit Interessantes zu finden wäre.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.02.2013 17:12 UhrMerkels wissenschaftliche Arbeit
Mein Mitarbeiter, ein promovierter Chemiker aus der theoretischen
Chemie, hat sich schon vor Jahren Frau Merkels wissenschaftliche
Leistungen angesehen und kam zu dem Schluss:
"Es ist zwar keine wissenschaftliche Großtat, aber ganz anständig."
Nun ist sie Politikerin geworden, und (im Gegensatz zu ihrem Mann) nicht
Professor. Also alles okay.
Martin Schmidt
also doch!
eine politisch motivierte Kampagne! Nach ihren Äußerungen zu
Guttenberg hat Schavan zwar verdient, daß sie überprüft
wurde, aber abgesägt wurde sie doch nur aus politischen Motiven,
Leute wie Herr Fromm beweisen das.
Ich wäre froh, man hätte diese Schnüffel- und
Denuntiationsmentalität gegen ehemalige Stasi-Mitarbeiter
eingesetzt, das wäre angebracht!
Die Politik des gestreuten Verdachts
Solche Kommentare finde ich nur noch ekelhaft. Prominente Akademiker mit Dreck bewerfen nach dem Motto: "Da findet sich bestimmt was", das ist nichts anderes als gehässiges Denunziantentum.
Mehr als 50% der Dorktortitel in diesen "Wissenschaftsbereichen"
sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind.
Deshalb stimme ich dem Artikel zu, der vor einigen Wochen hier in der
FAZ zu lesen war.
Oder schauen wir uns doch mal das Niveau der Ypsilanti-Arbeit an, oder
das der Nahles.
Nicht „die Wissenschaft“, sondern „Wissenschaftler“ sind „korrumpiert“ von denen, in deren Interesse
Wissenschaft betrieben werden soll. Also von denen, die auch das Verständnis von Wissenschaft beherrschen. Der Fall Schavan. ist nicht Ursache dafür, sondern Folge davon. DoIhre Auseinandersetzung, Herr Gutschke, ist zwar ein guter Beitrag zur Auseinandersetzung mit diesem herrschenden Verständnis. Doch deren Beschränkung auf Wissenschaftsfunktionäre vermittelt den Eindruck, die Funktionäre, deren Maßstäbe seien die Schuldigen. Aber nicht das ist das eigentliche Problem, sondern dass das als Wissenschaft Bezeichnete beliebig verstanden wird und werden darf. Die Aussagen: Pädagogik sei keine echte Wissenschaft und wer über das Gewissen schreibe, könne gar nicht täuschen sind Beispiele dafür. Wissenschaft mit den Bezeichnungen Geisteswissenschaft einerseits und Naturwissenschaft andererseits zu unterscheiden, ist Folge dieses herrschenden Verständnisses von Wissenschaft. Denn es geht mit diesen Bezeichnungen nicht um Klassifizierung, sondern um Beurteilung.
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Die zu neutr. Urteil unfähigen Wissenschaftsfunktionäre haben
bei dem Schavan-Abschreibübungsfall völlig versagt. Anstatt die Ministerin mit Ratschlägen zu helfen, wie diese nach ihrem Dr.-Verlust endlich zu einem Schulabschluss gelangen könnte, sind sie - förderungshilfeblind - voll des Lobes über ihre Gönnerin. Jeder Bürger muß Ekel empfinden vor solch schnödem u. dummem Verhalten. Dagegen verdient die Uni Ddf., die ebenfalls vom Wohlgefallen der Ministerin abhing, höchsten Respekt mit ihrer mutigen u. korrekten Entscheidung. Der Autor des Artikels hat gut herausgearbeitet, dass Schavans Fall die Wissenschaft korrumpiert hat. Möge dieer Fall endlich die letzte Lehre sein für die Kanzlerin, künftig ÜbeltäterInnen nicht mehr blindlings Vertrauen auszusprechen, damit sie nicht selbst von der Übeltat eingeholt wird!
Hat Frau Schavan den Interessenkonflikt rechtzeitig erkannt? Von wegen. Der Interessenkonflikt entstand, als die Universität mit der Überprüfung der Dissertation von Frau Schavan begann, mithin viele Monate vor dem Rücktritt. Trotz des offensichtlichen Interessenkonfliktes blieb Frau Schaven im Amt und hoffte wohl auf Unterstützung der Wissenschaftsfunktionäre, die sie dann mit fadenscheinigen Begründungen auch erhielt. Es war für die Universität Düsseldorf nicht einfach und ist ihr hoch anzurechnen, diesem Druck standgehalten zu haben und die schriftliche Doktorarbeit von Frau Schavan objektiv zu beurteilen und den Doktortitel zu entziehen. Gleichzeitig spricht dies und auch die Begründung des Dekans dafür, dass es sich bei Frau Schavan, entgegen der bisherigen Berichterstattung, um eine dreiste Plagiatorin handelt. Auch in der Politik hat sie wenig geleistet. In der Bundespolitik war sie kaum wahrnehmbar, in Baden-Württemberg hatte sie wenig Sinnvolles auf den Weg gebracht.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.02.2013 12:53 UhrObjektiv?
Objektiv bedeutet unabhängig von der Sichtweise des Betrachters.
Bei Wertungen ist das kaum möglich.
Solange ein geheimes nicht-öffentlich tagendes Gremium einer
öffentlich-rechtlichen Institution eine Entscheidung trifft, ohne
die Betroffenen anzuhören, ist das ganze Verfahren nicht korrekt.
Die inhaltliche Prüfung ist damit einseitig, subjektiv.
und darf nicht an einem deutschen Gymnasium lehren, bevor sie nicht eine
zweijährige Nachschulung zum den Studienrat Sek.II nachweisen kann.
Da hilft eine in den USA erworbene Promotion in englischer Literatur
nichts und findet deswegen auch keine Anrechnung bei der Besoldung. Die
Dame darf mit ihrem Abschluss Englisch nur an einer Hauptschule
unterrichten (die Kinder überwiegenden mit Migrationshintergrund
danken es ihr).
Aber eine grundständige Promotion an einer dt. UNI befähigt
mit Hilfe von Parteifreunden zur Bildungsministerin, die sich angeblich
der Anerkennung von Eliten verpflichtet fühlte.
Die Mathematikerin Dr. Wanka hat was zu tun! Grundgesetzänderung
zur Befreiung des Bildungssystems vom Föderalismus und
Entschlackung der 16 Kultusbehörden. Doch ich denke dass ihr
Parteibuch sie ideologisch blockiert, das kennt sie ja auch noch aus den
80iger Jahren, im real existierenden Sozialismus (die Partei, die Partei
hat immer recht).
Wir brauchen Freidenker!
Wissenschaftsfunktionäre sind auch nur Funktionäre
Der Thomas Gutschker erregt sich über das Verhalten von
Funktionären. Funktionäre dienen der Sache oder der Idee.
Insoweit hätten sich diese Leute neutral verhalten müssen.
In diesem Fall waren die Herren parteiisch und das ist bedenklich. Das
läuft darauf hinaus, dass einige Personen der CDU zu nahe stehen.
Beispiel: Was das Nahestehen bedeutet, dass hat der DGB erfahren. Diese
Einrichtung hat sich vom Flaggschiff der SPD zu einem Freibeuterschiff
entwickelt und das ist gut so.
Der Deutsche Hochschulbund muss also auch umlernen und künftig im
Sinne von Elitenförderung.
Hier ist nachzurüsten. Keine Frage. Doktorarbeiten müssen
zentral vergeben und betreut werden. Das zeigen die bisherigen
Erfahrungen mit Doktorvätern!
sind die meisten Kommentatoren hier nicht im (geisteswissenschaftlichen) Wissenschaftsbetrieb tätig oder haben eine wenigstens basale Ahnung davon, wie die Situation dort ist. Ich will die an Schleimerei grenzende Bettelei der "Wissenschaftsfunktionäre" keinesfalls entschuldigen, aber allein die tatsache, dass diese Bettelei notwendig ist, lässt sehr tief blicken. Sie ist notwendig in einem Staat, der Investitionen in Bildung als Kosten, nicht eben als Investition ansieht. Und hier geht es explizit um GEISTESWISSENSCHAFTEN, nicht die ausreichend alimentierten BWL/Jura & Co. Trupps. Leider sind Wissenschaftler heute gezwungen, um jeden Cent zu streiten wie Hunde um den Knochen, oder spendable Unternehmen anzupumpen. Beispiel gefällig? 2/3 der Mitarbeiter am historischen Lehrstuhl, an dem ich arbeite, werden aus Drittmitteln finanziert, mich eingeschlossen. Wer genau? Raten Sie mal, exakt: das BMBF...
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.02.2013 15:15 Uhram besten...
...bleibt der Schuster bei seinen Leisten: in Kommissionen zu Energie etc. sollten Ingenieure sitzen, in geisteswissenschaftlichen Gremien (wie im Fall Frau Schavans) eben Geisteswissenschaftler. Aber was hat dies mit meinem Kommentar zu tun? Es geht um die "Fleischtöpfe der Wissenschaft", also die Relation zwischen öffentlicher Meinung und tatsächlich zur Verfügung stehendem Geld. Lesen Sie als Beispiel einen beliebigen Artikel in der FAZ, der über die wissenschftlich Ausbildung und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands geht: hier zählen nur die MINT Fächer. Das ist für sich genommen noch nicht verwerflich, führt aber dazu, dass staatliche Förderung auf diese "zentralen" Fächer verengt wird, und Geisteswissenschaften auf der Strecke zu bleiben drohen. Das wiederum zwingt die entsprechenden Funktionäre zu solchen "Schleimattacken", die ich beschrieben habe - von einer Überbetonung der Geisteswissenschaften habe ich jedenfalls an deutschen Unis noch nie etwas gehört...
Falsch
Die Überbetonung des Geisteswissenschaftlichen ist das Problem. Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben: warum finden sich in Kommissionen zu Energie etc. keine Ingenieure und Naturwissenschaftler.
"andere Maßstäbe gegolten, Pädagogik sei keine echte Wissenschaft", da fällt mir nur folgendes ein:
Mein Lieblingsonkel war Lehrer und obwohl die Prügelstrafe abgeschafft " tat er es " einmal. Folge war die Eltern kamen vorbei und bedankten sich bei Ihm. Sie werden fragen warum ich das schreibe, ganz einfach. Wenn das keine Wissenschaft ist und jeder seinem Gewissen verantwortlich ist, ist es dann die besagte Hilfswissenschaft. Da kommt auf uns noch einiges zu an Erklärungen. Entscheidend an dieser Stelle ist , für die Uni-Düsseldorf hinsichtlich der Aberkennung und für das prüfende Gericht der Umstand, das hier ein Heft über die Art und Weise wie und in welcher Form zu zitieren sei von 1978 vorliegt - Verfasser u.a. der Doktorvater.Das ist hier der " casus `knacksus´ ".Die Verjährungsproblematik stellt sich hier nicht in dem Maße, wie sie hier betont wird. Keine Marginalie:Selber Abi vor 40 Jahren, bis dahin 10 Schulen in unterschiedlichen Bundesländern erlebt, u.a. vorm VerwG gewesen-Zentralabitur in BY gemacht-hier ist noch viel einheitlich zu regeln. Eine Aufgabe für Frau Wanka !
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.02.2013 10:11 Uhrda gibt es eines was Frau Wanka tun kann
sie kann eine GG-Änderung auf den Weg bringen, die die Bildungspolitik vom Föderalismus befreit und einheitliche Normen und Kriterien implementiert. Wir muten Studenten den Bolognaprozess zu und haben auf der basalen Ebene 16 Kultusministerien. Völlig überflüssig.
Jawohl Herr Gutschker, sie haben absolut recht. Danke für den aufschlussreichen Artikel.
Thomas Gutschker Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort Politik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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