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Der Fall Schavan Die Maßstäbe der Wissenschaftsfunktionäre

 ·  Annette Schavan muss ihr Amt aufgeben, um vor Gericht um ihren eigenen Ruf zu kämpfen. Da ist ihr gutes Recht. Aber ihr Fall hat die Wissenschaft korrumpiert. Das ist schlimmer als bei Guttenberg.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (77)
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Olaf vonSchmidt

Willkommen im Club der Dichter

Das hätte nicht sein müssen. So ein politisches Talent steht jetzt unbedeutend in der Schmuddelecke.
Sie sollte sich mal ein Beispiel nehmen an Herrn (Dr. rer. pol.) Graf, seines Zeichens Fraktonsvorsitzender der CDU im Abgeordnetenhaus von Berlin. Sein Beispiel zeigt wie man trotzdem im Amt bleibt. Oder sogar Aufstiegschancen hat wie Herr Mario Czaja, CDU, Senator für Gesundheit und Soziales in Berlin, mit nur einem kleinen Betrugsversuch im Lebenslauf. Aussitzen, beschwichtigen, abwiegeln, klein reden, Reue zeigen - das scheint die richtige Strategie zu sein.
Ist Ihnen beim Lesen was aufgefallen?

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Adriana  Koenigstein

fortbestehende beschönigende Tendenz

Aus der Rücktrittsrede: "Ich hatte eine lange Zeit, 17 Jahre, um als Kultusministerin in Baden-Württemberg und jetzt als Mitglied der Bundesregierung seit 7 Jahren politisch gestalten zu können."
Tatsächlich waren es insgesamt 17 Jahre.

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Heino Ewerth
Heino Ewerth (Illoinen) - 11.02.2013 13:06 Uhr

Diese in Teilen Lobhudelei, einfach nur noch beschämend.

Manche Kommentare und die über alle Parteien hinweg, in Teilen auch der Medien diese Lobhudelei sind nur noch peinlich. Manche triefen so nur vor: „nach oben wird gebuckelt, nach unten wird getreten“?

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Heino Ewerth
Heino Ewerth (Illoinen) - 11.02.2013 13:00 Uhr

Ein Meisterstück politischer Propaganda!


Schavan: „Die angesehenste Bildungspolitikerin des Landes“ ? Ein Schüler der abschreibt, bekommt eine sechs. Ein Student der Plagiate als sein eigenes Verwendet, ohne es kenntlich zu machen, wird exmatrikuliert?Erst von zu Guttenberg, dann Frau Koch-Merin und nun Frau Schavan erhält in der Öffentlichkeit in Teilen den Titel:“ Angesehenste Bildungspolitikerin des Landes?“ Der unvermeidbare Rücktritt der Bildungsministerin wurde als politische Erfolgspropaganda inszeniert. Welche Erfolge hat Frau Schavan der Bildung denn aufzuweisen? Wenn es ums Selbstlob geht, ist der Politik keine Übertreibung zu peinlich. Und ohne auch nur eine Sekunde über Schavans Bildungspolitik nachzusinnen, stimmen alle, von Gabriel, über Trittin bis zu Rösler, die CDU-Politiker sowieso in Merkels Lobeshymne ein. Die Medien überschlagen sich mit würdigenden Nachrufen.

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Hagen Tunt
Hagen Tunt (Tunt) - 11.02.2013 10:00 Uhr

Mit vermeintlichen Fakten lügen

"Das war das Urteil von zwölf Professoren der Universität Düsseldorf und das Ergebnis von neun Monaten akribischer Prüfung." So steht es im Kommentar, und das ist leider komplett falsch.

Jeder Fakultätsrat besteht zu gut der Hälfte aus Professoren, der Rest sind Vertreter der Studenten und Mitarbeiter. Letztere hätten mangels Kompetenz gar nicht mit bestimmen dürfen. Und dass sich alle neun Monaten akribisch mit der Arbeit von Schavan befasst hätten, kann man nach aller Lebenserfahrung in akademischen Selbstverwaltungszirkeln komplett ausschließen. Der Gutachter hat das Ergebnis vorgegeben, und der Fakultätsrat hat sich ohne große eigene Arbeit überzeugen lassen, das dürfte die Realität sein.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.02.2013 13:31 Uhr
Johann Graf
Johann Graf (hagra) - 11.02.2013 13:31 Uhr

Halbwahrheiten...

sind die schlimmsten Lügen!

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Heino Ewerth
Heino Ewerth (Illoinen) - 11.02.2013 13:07 Uhr

Einfach nur noch peinlich!

Manche Kommentare und die über alle Parteien, Lobhudelei, sind nur noch peinlich. Manche triefen so nur vor: „nach oben wird gebuckelt, nach unten wird getreten“?

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Christoph Wirtz

Von dieser Klage wird man nichts mehr hören

Von dieser Klage wird man nichts mehr hören, sie wird stillschweigend beerdigt werden. Denn sie hat angesichts der Fakten keinerlei Aussicht auf Erfolg, und ohnehin kann Frau Schavan nur das Verfahren angreifen, nicht die Entscheidung. Am Ende eines erneuten Verfahrens, dass sie maximal erreichen kann, kann und wird eine identische Entscheidung stehen.

In einem lichten Moment wird das auch Frau Schavan aufgehen, und sie wird zur Begründung ihres Rückzugs irgend einen Vorwand finden, der sie als Opfer unfairer Machenschaften darstellt. Also alles wie gehabt.

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Peter Schuh
Peter Schuh (ptr123) - 10.02.2013 13:07 Uhr

Chapeau

Das Urteil des Fakultätsrates verdient Anerkennung, weil es sich an allgemeingültige Maßstäbe hält. Dass die Promotion und nicht die Person Gegenstand des Prüfverfahrens war, lässt sich auch daraus ableiten, dass der Rat in seiner Begründung die politische Dimension zu Recht völlig außen vor lässt. Der Kommentar bilanziert, wie viele Wissenschaftler es gerne anders herum angepackt hätten. Da bleibt also noch viel zu tun. Aber ein Anfang ist gemacht.Ich bin gespannt, ob die Hummboldt Universität ebefalls den Mut zur Selbskorrektur hat. Mit "wissenschaftliche Exzellenz" lässt sich die Entscheidung, Frau Schavan eine Honorarprofesour zu ermöglichen, zweifellos nicht mehr begründen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.02.2013 14:28 Uhr
Gerhard Storm

Im Osten nichts Neues, dummes Staatskapitalismus-Pfründedenken hat dort überlebt, da passt

die wenig exzellente Fürspräche für Schavan seitens der Humboldt-Uni gut dazu. Wer mit Geldregen überschüttet wird, will es sich mit dem Geber nicht verscherzen. Vielleicht fällt der staatliche Geldsegen bei so schwachem Beurteilungsvermögen der Exzellenz-Uni aber künftig nicht mehr so stark aus. Ein Denkzettel könnte den Dr.-Aberkennungs-Dilettanten der dortigen Uni nicht schaden. Damit sie zumindest beim nächsten Fall bisser im Bild sind.

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Reinhard  Schmidt-Rost

Auf hohem Ross

Wer sich wie Thomas Gutschker zum höchsten Richter über die Wissenschaftsfunktionäre aufschwingt, sollte wenigstens genau recherchieren. Der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät in Düsseldorf besteht aus 8 Professoren (mit der Gleichstellungsbeauftragten qua Amt 9), dazu 2 wissenschaft. MitarbeiterInnen, 2 nichtwissenschaftl. MitarbeiterInnen, 3 Studierende. Über das Abstimmungsverhalten der Professoren wird ordnungsgemäß keine Mitteilung gemacht.

Falsch ist zudem die Angabe, der Wissenschaftsrat habe versucht, die Entscheidung der Universität Düsseldorf zu beeinflussen. Die genannte Erklärung hat die Allianz der Wissenschaftsorganisationen veröffentlicht, kann nicht dem Wissenschaftsrat als einem vielköpfigen Gremium angelastet werden.
Und außerdem: Durch Exzellenz-Cluster werden keine Massen von Doktoranden hindurch-geschleust, höchstens einzelne sehr begabte junge Forscher mit einbezogen.

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Dieter Schäfer

Gratulation an Herrn Gutschker!

Endlich einmal ein Journalist, der nicht herzergreifend für eine ach so arme Politikerin Partei ergreift und objektiv die Zusammenhänge herstellt. Erstaunlich um so mehr, als dass man solche Worte in einer doch eher konservativen Zeitung lesen muss und kann. Ganz im Gegenteil zum doch "so liberalen" SPIEGEL, dessen Nähe zum Springerhaus in Hamburg immer deutlicher wird. Gratulation an Herrn Gutschker, der hier deutlich für die Unabhängigkeit einer Universität eintritt. Notiz am Rande: Hat Frau Schavan alle ihre bisherigen Ämter nach jetzt erkennbarer Täuschung redlich erworben?

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Heinz Fromm
Heinz Fromm (gast007) - 10.02.2013 11:41 Uhr

Und jetzt mal Frau Doktor Merkels Dissertation ansehen

Ich hoffe, dass nunmehr mal Frau Doktor Merkels Dissertation angesehen wird. Eine Sachkunde in Physik - z.B. bei der Elektromobilität - schimmert nirgendwo auch nur ansatzweise durch. Ich kann mir vorstellen, dass auch in Merkels Dr.-Arbeit Interessantes zu finden wäre.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.02.2013 17:12 Uhr
Martin Schmidt

Merkels wissenschaftliche Arbeit

Mein Mitarbeiter, ein promovierter Chemiker aus der theoretischen Chemie, hat sich schon vor Jahren Frau Merkels wissenschaftliche Leistungen angesehen und kam zu dem Schluss:
"Es ist zwar keine wissenschaftliche Großtat, aber ganz anständig."
Nun ist sie Politikerin geworden, und (im Gegensatz zu ihrem Mann) nicht Professor. Also alles okay.
Martin Schmidt

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Johann Graf
Johann Graf (hagra) - 11.02.2013 13:48 Uhr

also doch!

eine politisch motivierte Kampagne! Nach ihren Äußerungen zu Guttenberg hat Schavan zwar verdient, daß sie überprüft wurde, aber abgesägt wurde sie doch nur aus politischen Motiven, Leute wie Herr Fromm beweisen das.
Ich wäre froh, man hätte diese Schnüffel- und Denuntiationsmentalität gegen ehemalige Stasi-Mitarbeiter eingesetzt, das wäre angebracht!

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Hagen Tunt
Hagen Tunt (Tunt) - 11.02.2013 10:22 Uhr

Die Politik des gestreuten Verdachts

Solche Kommentare finde ich nur noch ekelhaft. Prominente Akademiker mit Dreck bewerfen nach dem Motto: "Da findet sich bestimmt was", das ist nichts anderes als gehässiges Denunziantentum.

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Paul Banaschak

Mehr als 50% der Dorktortitel in diesen "Wissenschaftsbereichen"

sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind.
Deshalb stimme ich dem Artikel zu, der vor einigen Wochen hier in der FAZ zu lesen war.
Oder schauen wir uns doch mal das Niveau der Ypsilanti-Arbeit an, oder das der Nahles.

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Peter Blickensdörfer

Nicht „die Wissenschaft“, sondern „Wissenschaftler“ sind „korrumpiert“ von denen, in deren Interesse

Wissenschaft betrieben werden soll. Also von denen, die auch das Verständnis von Wissenschaft beherrschen. Der Fall Schavan. ist nicht Ursache dafür, sondern Folge davon. DoIhre Auseinandersetzung, Herr Gutschke, ist zwar ein guter Beitrag zur Auseinandersetzung mit diesem herrschenden Verständnis. Doch deren Beschränkung auf Wissenschaftsfunktionäre vermittelt den Eindruck, die Funktionäre, deren Maßstäbe seien die Schuldigen. Aber nicht das ist das eigentliche Problem, sondern dass das als Wissenschaft Bezeichnete beliebig verstanden wird und werden darf. Die Aussagen: Pädagogik sei keine echte Wissenschaft und wer über das Gewissen schreibe, könne gar nicht täuschen sind Beispiele dafür. Wissenschaft mit den Bezeichnungen Geisteswissenschaft einerseits und Naturwissenschaft andererseits zu unterscheiden, ist Folge dieses herrschenden Verständnisses von Wissenschaft. Denn es geht mit diesen Bezeichnungen nicht um Klassifizierung, sondern um Beurteilung.

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Gerhard Storm

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Die zu neutr. Urteil unfähigen Wissenschaftsfunktionäre haben

bei dem Schavan-Abschreibübungsfall völlig versagt. Anstatt die Ministerin mit Ratschlägen zu helfen, wie diese nach ihrem Dr.-Verlust endlich zu einem Schulabschluss gelangen könnte, sind sie - förderungshilfeblind - voll des Lobes über ihre Gönnerin. Jeder Bürger muß Ekel empfinden vor solch schnödem u. dummem Verhalten. Dagegen verdient die Uni Ddf., die ebenfalls vom Wohlgefallen der Ministerin abhing, höchsten Respekt mit ihrer mutigen u. korrekten Entscheidung. Der Autor des Artikels hat gut herausgearbeitet, dass Schavans Fall die Wissenschaft korrumpiert hat. Möge dieer Fall endlich die letzte Lehre sein für die Kanzlerin, künftig ÜbeltäterInnen nicht mehr blindlings Vertrauen auszusprechen, damit sie nicht selbst von der Übeltat eingeholt wird!

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Dieter Huber

Interessenkonflikt

Hat Frau Schavan den Interessenkonflikt rechtzeitig erkannt? Von wegen. Der Interessenkonflikt entstand, als die Universität mit der Überprüfung der Dissertation von Frau Schavan begann, mithin viele Monate vor dem Rücktritt. Trotz des offensichtlichen Interessenkonfliktes blieb Frau Schaven im Amt und hoffte wohl auf Unterstützung der Wissenschaftsfunktionäre, die sie dann mit fadenscheinigen Begründungen auch erhielt. Es war für die Universität Düsseldorf nicht einfach und ist ihr hoch anzurechnen, diesem Druck standgehalten zu haben und die schriftliche Doktorarbeit von Frau Schavan objektiv zu beurteilen und den Doktortitel zu entziehen. Gleichzeitig spricht dies und auch die Begründung des Dekans dafür, dass es sich bei Frau Schavan, entgegen der bisherigen Berichterstattung, um eine dreiste Plagiatorin handelt. Auch in der Politik hat sie wenig geleistet. In der Bundespolitik war sie kaum wahrnehmbar, in Baden-Württemberg hatte sie wenig Sinnvolles auf den Weg gebracht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.02.2013 12:53 Uhr
Dr. Harald Mertes

Objektiv?

Objektiv bedeutet unabhängig von der Sichtweise des Betrachters. Bei Wertungen ist das kaum möglich.

Solange ein geheimes nicht-öffentlich tagendes Gremium einer öffentlich-rechtlichen Institution eine Entscheidung trifft, ohne die Betroffenen anzuhören, ist das ganze Verfahren nicht korrekt. Die inhaltliche Prüfung ist damit einseitig, subjektiv.

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Hans Lutz Oppermann

Promoviert in den USA

und darf nicht an einem deutschen Gymnasium lehren, bevor sie nicht eine zweijährige Nachschulung zum den Studienrat Sek.II nachweisen kann. Da hilft eine in den USA erworbene Promotion in englischer Literatur nichts und findet deswegen auch keine Anrechnung bei der Besoldung. Die Dame darf mit ihrem Abschluss Englisch nur an einer Hauptschule unterrichten (die Kinder überwiegenden mit Migrationshintergrund danken es ihr).

Aber eine grundständige Promotion an einer dt. UNI befähigt mit Hilfe von Parteifreunden zur Bildungsministerin, die sich angeblich der Anerkennung von Eliten verpflichtet fühlte.

Die Mathematikerin Dr. Wanka hat was zu tun! Grundgesetzänderung zur Befreiung des Bildungssystems vom Föderalismus und Entschlackung der 16 Kultusbehörden. Doch ich denke dass ihr Parteibuch sie ideologisch blockiert, das kennt sie ja auch noch aus den 80iger Jahren, im real existierenden Sozialismus (die Partei, die Partei hat immer recht).

Wir brauchen Freidenker!

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Horst Ziegler

Wissenschaftsfunktionäre sind auch nur Funktionäre

Der Thomas Gutschker erregt sich über das Verhalten von Funktionären. Funktionäre dienen der Sache oder der Idee. Insoweit hätten sich diese Leute neutral verhalten müssen.

In diesem Fall waren die Herren parteiisch und das ist bedenklich. Das läuft darauf hinaus, dass einige Personen der CDU zu nahe stehen.

Beispiel: Was das Nahestehen bedeutet, dass hat der DGB erfahren. Diese Einrichtung hat sich vom Flaggschiff der SPD zu einem Freibeuterschiff entwickelt und das ist gut so.

Der Deutsche Hochschulbund muss also auch umlernen und künftig im Sinne von Elitenförderung.
Hier ist nachzurüsten. Keine Frage. Doktorarbeiten müssen zentral vergeben und betreut werden. Das zeigen die bisherigen Erfahrungen mit Doktorvätern!

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Benedikt Hotz

Offenbar

sind die meisten Kommentatoren hier nicht im (geisteswissenschaftlichen) Wissenschaftsbetrieb tätig oder haben eine wenigstens basale Ahnung davon, wie die Situation dort ist. Ich will die an Schleimerei grenzende Bettelei der "Wissenschaftsfunktionäre" keinesfalls entschuldigen, aber allein die tatsache, dass diese Bettelei notwendig ist, lässt sehr tief blicken. Sie ist notwendig in einem Staat, der Investitionen in Bildung als Kosten, nicht eben als Investition ansieht. Und hier geht es explizit um GEISTESWISSENSCHAFTEN, nicht die ausreichend alimentierten BWL/Jura & Co. Trupps. Leider sind Wissenschaftler heute gezwungen, um jeden Cent zu streiten wie Hunde um den Knochen, oder spendable Unternehmen anzupumpen. Beispiel gefällig? 2/3 der Mitarbeiter am historischen Lehrstuhl, an dem ich arbeite, werden aus Drittmitteln finanziert, mich eingeschlossen. Wer genau? Raten Sie mal, exakt: das BMBF...

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.02.2013 15:15 Uhr
Benedikt Hotz

am besten...

...bleibt der Schuster bei seinen Leisten: in Kommissionen zu Energie etc. sollten Ingenieure sitzen, in geisteswissenschaftlichen Gremien (wie im Fall Frau Schavans) eben Geisteswissenschaftler. Aber was hat dies mit meinem Kommentar zu tun? Es geht um die "Fleischtöpfe der Wissenschaft", also die Relation zwischen öffentlicher Meinung und tatsächlich zur Verfügung stehendem Geld. Lesen Sie als Beispiel einen beliebigen Artikel in der FAZ, der über die wissenschftlich Ausbildung und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands geht: hier zählen nur die MINT Fächer. Das ist für sich genommen noch nicht verwerflich, führt aber dazu, dass staatliche Förderung auf diese "zentralen" Fächer verengt wird, und Geisteswissenschaften auf der Strecke zu bleiben drohen. Das wiederum zwingt die entsprechenden Funktionäre zu solchen "Schleimattacken", die ich beschrieben habe - von einer Überbetonung der Geisteswissenschaften habe ich jedenfalls an deutschen Unis noch nie etwas gehört...

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Michael Scheffler

Falsch

Die Überbetonung des Geisteswissenschaftlichen ist das Problem. Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben: warum finden sich in Kommissionen zu Energie etc. keine Ingenieure und Naturwissenschaftler.

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Peter Herbeck M.A.

"andere Maßstäbe gegolten, Pädagogik sei keine echte Wissenschaft", da fällt mir nur folgendes ein:

Mein Lieblingsonkel war Lehrer und obwohl die Prügelstrafe abgeschafft " tat er es " einmal. Folge war die Eltern kamen vorbei und bedankten sich bei Ihm. Sie werden fragen warum ich das schreibe, ganz einfach. Wenn das keine Wissenschaft ist und jeder seinem Gewissen verantwortlich ist, ist es dann die besagte Hilfswissenschaft. Da kommt auf uns noch einiges zu an Erklärungen. Entscheidend an dieser Stelle ist , für die Uni-Düsseldorf hinsichtlich der Aberkennung und für das prüfende Gericht der Umstand, das hier ein Heft über die Art und Weise wie und in welcher Form zu zitieren sei von 1978 vorliegt - Verfasser u.a. der Doktorvater.Das ist hier der " casus `knacksus´ ".Die Verjährungsproblematik stellt sich hier nicht in dem Maße, wie sie hier betont wird. Keine Marginalie:Selber Abi vor 40 Jahren, bis dahin 10 Schulen in unterschiedlichen Bundesländern erlebt, u.a. vorm VerwG gewesen-Zentralabitur in BY gemacht-hier ist noch viel einheitlich zu regeln. Eine Aufgabe für Frau Wanka !

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.02.2013 10:11 Uhr
Hans Lutz Oppermann

da gibt es eines was Frau Wanka tun kann

sie kann eine GG-Änderung auf den Weg bringen, die die Bildungspolitik vom Föderalismus befreit und einheitliche Normen und Kriterien implementiert. Wir muten Studenten den Bolognaprozess zu und haben auf der basalen Ebene 16 Kultusministerien. Völlig überflüssig.

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Franz Josef Stuhrmann

Maßstäbe

Jawohl Herr Gutschker, sie haben absolut recht. Danke für den aufschlussreichen Artikel.

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Sebastian Cox
Sebastian Cox (SebCox) - 10.02.2013 07:09 Uhr

Klartext??

Warum so nebulös, Herr Gutschker: 'ein bekannter Bildungshistoriker', 'der Chef der Deutschen Foeschungsgemeinschaft', 'Pädagogen'...??? Warum nennen Sie die Namen nicht im Klartext? Auch diese Herren (Wissenschaftsmanager - keine Wissenschaftler!) sollten mit ihrem Namen einstehen für das Unheil, das sie in der Wissenschaftslandschaft angerichtet haben!

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09.02.2013, 17:23 Uhr

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