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Der Fall Drygalla Schwerin warnt vor „Gesinnungsschnüffelei“

 ·  In der Debatte um die Ruderin Drygalla hat auch der mecklenburgische Innenminister Caffier zur Zurückhaltung gemahnt. Ministerpräsident Sellering forderte Bedingungen, wann Sportler für Olympia antreten dürfen und wann nicht.

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Nach Bundesverteidigungsminister de Maizière (CDU) hat auch die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns in der Debatte um die Ruderin Nadja Drygulla zu Zurückhaltung gemahnt. Innenminister Caffier (CDU) sagte am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin: „Die Frage ist berechtigt: Hat die Öffentlichkeit das Recht, dass wir das gesamte Umfeld von Mensch in Spitzenfunktionen ausleuchten, dass wir Gesinnungsschnüffelei machen? Er fügte an: „Wir sagen: Nein, das hatten wir früher und wir sind froh, dass es das nicht mehr gibt.“

Ministerpräsident Sellering (SPD) forderte klare Regelungen zwischen Sport und Politik, unter welchen Bedingungen Sportler nicht für Deutschland bei Olympia antreten dürften. „Und wir sind der Meinung, dass eine Beziehung allein nicht reicht, sondern dass es auf den Menschen selbst ankommt, was er getan hat“, sagte Sellering. Die Ruderin Nadja Drygalla hatte wegen ihrer Beziehung zu einem früheren Rostocker NPD-Landtagskandidaten die Olympischen Spiele in London vorzeitig verlassen. Sie selbst hatte sich von rechtsextremistischen Gedankengut distanziert. Nach Ansicht Sellerings war ihre Olympia-Nominierung vertretbar. „Erkenntnisse, dass sie persönlich aktiv rechtes Gedankengut vertritt, gibt es nicht“, äußerte er.

Debatte über „Demokratiebekenntnis“

Unterdessen wurde bekannt, dass es im Bundesinnenministerium bereits seit Ende 2011 Überlegungen gibt, in die Förderrichtlinien für Spitzensportler auch ein „Demokratiebekenntnis“ aufzunehmen. Ein Sprecher des Ministeriums verwies darauf, dass die Richtlinien für die Mittelzuweisungen an die Sport-Spitzenverbände regelmäßig überarbeitet würden.

Im Zuge der aktuellen Überarbeitung werde seit Ende vergangenen Jahres über die Aufnahme eines Bekenntnisses zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung nachgedacht. Unklar sei aber unter anderem, wie eine solche mögliche Regelung praktisch umgesetzt werden könnte. Das Ministerium habe Rechtsbeziehungen nur mit den Sportverbänden, sagte der Sprecher. Diese wiederum müssten mit den Sportvereinen entsprechende Regelungen finden. Die Vereine ihrerseits müssten die möglichen Vorgaben dann mit ihren einzelnen Mitgliedern umsetzen.

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