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Veröffentlicht: 16.12.2014, 18:31 Uhr

Pegida-Organisatoren Die im Dunkeln sieht man nicht

Wer sind die Organisatoren hinter den Pegida-Protesten? Ins Rampenlicht tritt meist nur Initiator Lutz Bachmann - der vor den Demonstranten auch seine Flucht vor der deutschen Justiz nach Südafrika kommentiert.

von , Dresden
© dpa Lutz Bachmann (Mitte) ist Initiator und Sprachrohr des sogenannten „Pegida“-Bündnisses.

Am Montagabend kommt der Mann, der „Pegida“ („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) initiiert hat, vor den Demonstranten noch einmal auf sein „persönliches Vorleben“ zu sprechen. Ja, er sei 1998 „unüberlegt“ nach Südafrika geflüchtet, sagt Bachmann, dem in Deutschland damals knapp vier Jahre Gefängnis drohten. Er habe sich jedoch in Südafrika integriert, etwas aufgebaut und selbst für seinen Unterhalt gesorgt.

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Der „Bild“-Zeitung, für die Bachmann gelegentlich als Leserreporter unterwegs ist, sagte er zudem, in Kapstadt habe er „die erste Disko für Schwarze in der Innenstadt“ aufgemacht. An der dortigen Universität sei er unter falschem Namen an eingeschrieben gewesen. Als seine Aufenthaltsgenehmigung ablief, sei er „ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten“ abgeschoben worden, sagt Bachmann am Montag.

Er könne, so sagte Bachmann bereits vor 14 Tagen, jederzeit aus dem Rampenlicht zurücktreten. Bisher überlässt er jedoch nur ab und an Mitstreitern Mikrofon und Bühne. Bachmann, der wie sein Team Fragen dieser Zeitung bisher nur schriftlich beantwortet, behauptet, er gehöre zu einem „Kern-Orgateam aus 12 Personen, welche aus verschiedenen Ländern, Religionen und Berufen kommen“. Zudem gebe es ein erweitertes, vielfach größeres Team aus verschiedenen Menschen, „darunter auch etlichen Muslimen“.

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Der 41 Jahre alte Bachmann, der eine Werbeagentur führt und früher auch Bratwürste auf dem Dresdner Striezelmarkt verkaufte, gewährte jüngst der „Bild“ in einem Café ein Treffen, bei dem er sechs seiner Mitstreiter vorstellte, darunter eine Wirtschaftsberaterin und ein Hausmeister, die bei Pegida auch als Redner auftreten, ein Lackierer und ein ehemaliger Betreiber eines Hamams. Zu diesem Freundeskreis, in dem alle Entscheidung zu Pegida gemeinsam getroffen würden, zählten zudem ein einstiger CDU-Stadtrat aus Meißen, der wegen Körperverletzung vorbestraft ist, sowie ein Sicherheitsunternehmer, der laut MDR bei der Gruppierung „Hooligans gegen Salafisten“ (Hogesa) für die Teilnahme bei Pegida warb.

Von ihnen sind der Polizei bisher der einstige Stadtrat und Bachmann bekannt, der noch bis Februar 2015 aufgrund einer Verurteilung wegen Drogenhandels auf Bewährung frei ist. In der rechtsextremen Szene seien die Organisatoren von Pegida bisher jedoch nicht aufgefallen, heißt es in Sicherheitskreisen. Laut Sachsens Verfassungsschutz gebe es bisher keinen Grund, Pegida zu beobachten.

Quelle: wahlrecht.de
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