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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Demographie Merkel: Gesellschaft darf nicht auseinanderdriften

 ·  Bundeskanzlerin Merkel hat vor einem Auseinanderdriften der Gesellschaft gewarnt. Der demographische Wandel verdiene allerhöchste Aufmerksamkeit. Deshalb will das Kabinett eine Demographiestrategie beschließen.

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© dpa Immer mehr Ältere, immer weniger Erwerbstätige: Der demografische Wandel stellt Deutschland vor vielfältige Herausforderungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung aufgerufen, um den demographischen Wandel in Deutschland zu bewältigen. Zugleich warnte sie vor einem Auseinanderdriften der Gesellschaft. „Überall müssen wir schauen, dass die Gesellschaft nicht auseinanderdriftet, sondern dass wir den Zusammenhalt pflegen“, sagte Frau Merkel am Dienstag in Berlin.

An diesem Mittwoch will die Bundesregierung eine Demographiestrategie beschließen. Der veränderte Altersaufbau der Gesellschaft wirke sich auf alle Lebensbereiche aus. „Alle müssen sich auf eine ältere und zahlenmäßig kleinere Erwerbsbevölkerung einstellen“, sagte die Kanzlerin. Die Regierung könne den Prozess nicht alleine gestalten. Mitmachen müssten Bund, Länder, Kommunen, Sozialpartner, Verbände und Bürger. Frau Merkel sagte: „Wenn wir heute nicht anfangen, werden wir es immer schwerer haben, auf die Veränderungen zu reagieren.“ Das Thema verdiene allerhöchste Aufmerksamkeit, auch wenn es oft unterschätzt werde und die Veränderungen sich schleichend abspielten.

6,3 Millionen weniger Erwerbstätige 2030

Bis zum Jahr 2030 wird sich der Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland weiter deutlich verändern. Nach offiziellen Angaben gibt es derzeit 49,8 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 64 Jahren. Bis zum Jahr 2030 wird deren Zahl nach Berechnung des Statistischen Bundesamtes aber um 6,3 Millionen sinken. Vor allem die ostdeutschen Bundesländer spüren die Vorboten schon heute.

Merkel bezeichnete die Familien als den natürlichen Ausgangspunkt der Demographiestrategie der Bundesregierung, weil dort die Entscheidung für einen Kinderwunsch falle. Neben dem Betreuungsgeld wolle die Koalition - zusammen mit den Ländern - die bedarfsgerechte Betreuung von Kindern unter drei Jahren bis August 2013 realisieren, bekräftigte die Kanzlerin. Denn 40 Prozent der Eltern wollten ihr Kind in den ersten drei Jahren außerhalb des eigenen Haushaltes betreuen.

Die Kanzlerin warb noch einmal um Verständnis für die Rente mit 67. Nötig sei nun, auch die Erwerbstätigenquote der Älteren zu steigern. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), der in der Regierung für das Thema Demographie zuständig ist, sagte, die Veränderung des Bevölkerungsaufbaus müsse man als Faktum voraussetzen. „Jetzt ist die Frage, wie gehen wir damit um. Wollen wir wie das Kaninchen vor der Schlange starr warten, was da auf uns zukommt, oder wollen wir die Chance ergreifen, die in dieser Veränderung liegt.“

Die Strategie der Regierung befasst sich mit sechs Themenfeldern: der Stärkung der Familien, einem längeren Arbeitsleben, dem selbstbestimmten Leben im Alter, dem Zusammenhalt von Land und Stadt, der Sicherung von Wachstum und Wohlstand und der Begrenzung der Staatsverschuldung.

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