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Freitag, 10. Februar 2012
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Demjanjuk-Prozess Richter droht mit Ausschluss von Verteidiger

02.02.2010 ·  Im Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher Demjanjuk ist es zu einem heftigen Streit zwischen dessen Verteidiger und dem Richter gekommen. Demjanjuks Anwalt hatte zum wiederholten Male einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens gestellt.

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Der Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk ist am Dienstag vor dem Münchner Landgericht mit der Zeugenaussage eines Mitarbeiters der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg fortgesetzt worden. Ermittler Thomas Walther berichtete über die Hintergründe der Einleitung des Ermittlungsverfahrens bei seiner Behörde. Er sei auf die Vorwürfe gegen Demjanjuk in amerikanischen Unterlagen bei der Recherche zu einem anderen Fall gestoßen, sagte Walther. Für seine Aussage sind zunächst drei Prozesstage vorgesehen.

Bevor der Zeuge seine Aussage machen konnte, kam es zu einem heftigen Wortwechsel zwischen Verteidiger Ulrich Busch und dem Vorsitzenden Richter Ralph Alt. Busch wollte die Vernehmung verhindern und stellte zum wiederholten Male einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens. Das Gericht lehnte dies ab. Alt drohte dem Verteidiger, ihn aus dem Sitzungssaal entfernen zu lassen, wenn er weiter so schreie.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 89 Jahre alten Demjanjuk Beihilfe zum Mord in 27.900 Fällen vor. Er soll im Sommer 1943 im deutschen NS-Vernichtungslager Sobibór im besetzten Polen Tausende Juden aus Deportationszügen, die aus den Niederlanden eintrafen, in die Gaskammern getrieben haben.

Der 82jährige Thomas Blatt hat als einer der letzten Überlebenden des Nazi-Vernichtungslagers Sobibor im Prozess in München gegen den mutmaßlichen KZ-Wachmann John Demjanjuk ausgesagt.

Ziel der seit 1958 ermittelnden Zentralen Stelle ist nach eigenen Angaben „das gesamte erreichbare ermittlungsrelevante Material über nationalsozialistische Verbrechen weltweit zu sammeln, zu sichten und auszuwerten“. Seit ihrer Gründung leitete die Behörde 7401 Ermittlungsverfahren ein. Derzeit laufen 24 weitere Vorermittlungsverfahren bei der Zentralen Stelle.

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