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David Gill Gaucks zielstrebiger Vertrauter

 ·  Er ist kein Vielredner, kein Schnellsprecher, schon gar gar nicht ein Lautsprecher: Bundespräsident Gauck macht mit David Gill einen langjährigen Vertrauten zu seinem wichtigsten Mitarbeiter im Schloss Bellevue.

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Der neue Chef des Bundespräsidialamtes steigt die Treppe auf leisen Sohlen hinauf. Er ist kein Vielredner, kein Schnellsprecher, schon gar nicht ein Lautsprecher. Eher neigt er dazu, sich nicht größer, sondern kleiner zu machen als er ist.

Die Karriere David Gills zeugt von hoher Standfestigkeit und bemerkenswerter Anpassungsfähigkeit. Sie beruht weniger darauf, im rechten Moment den Finger gehoben zu haben, als darauf, zielstrebig die Voraussetzungen dafür geschaffen zu haben, von anderen gefragt zu werden.

Der bis dato Letzte, der ihn fragte, ist Joachim Gauck. Schon am Tag nach seiner Kür zum Präsidentschaftskandidaten entschied er sich, den EKD-Oberkirchenrat künftig zu seinem wichtigsten Mitarbeiter zu machen. Die beiden Männer sind enge Vertraute. Kennengelernt haben sie sich im Frühjahr 1990 - der junge, 24 Jahre alte Theologiestudent aus Sachsen war damals Vorsitzender des Bürgerkomitees zur Auflösung der Berliner Stasi-Zentrale, der Pfarrer aus Mecklenburg neugewählter Abgeordneter der Volkskammer. Gill wurde Sekretär Gaucks, nach Errichtung der Stasi-Unterlagenbehörde dessen Sprecher. Sein Studium brach er dafür ab.

Wie andere junge ostdeutsche Politiker war Gill damals bereit, den eingeschlagenen Weg zu verlassen und sich den neuen Erfordernissen anzupassen. Und an Mut mangelte es ihm nicht. Um 1987 herum, als kaum einer an ein offenes Aufbegehren gegen die SED dachte, erlaubte sich Gill bereits, das Regime ein wenig zu piesacken.

Wenn er sich über das Weltgeschehen informieren wollte, spazierte er an verdutzten DDR-Posten vorbei in die amerikanische Botschaft in Ost-Berlin, um die dort in der Bibliothek ausliegenden West-Zeitungen zu lesen. Die Angelegenheit zog Kreise und beschäftigte das MfS.

Distanz zum SED-Regime

Denn Gills Vater war Bischof der pietistischen Herrnhuter Brüdergemeine. Theodor Gill war bekannt dafür, darauf Acht zu geben, dass die pietistische Gemeinschaft nicht nur die bekannten, blau eingebundenen Losungen herausgab und Weihnachtssterne bastelte, sondern auch die nötige Distanz zum SED-Regime hielt. Seine sieben Kinder waren deshalb Repressionen ausgesetzt, der Staat verstellte ihnen den Zugang zur höheren Bildung. Das zweitjüngste Kind David lernte Klempner, bevor er am Kirchlichen Oberseminar Abitur machte und mit der Theologie begann.

Nach zwei Jahren in der Gauck-Behörde entschied sich Gill 1992, abermals einen neuen Weg einzuschlagen. Um sich das Handwerkszeug für die spannendsten Aufgaben im neuen Staat anzueignen, begann er ein Jura-Studium. Während zweier Semester in Philadelphia lernte er seine Frau Sheila kennen, mit der er zwei Töchter hat.

Nach dem Verlassen der Universität arbeitete Gill im Bundespräsidialamt, im Innenministerium, beim Berliner Datenschutzbeauftragten und seit 2004 als Kirchenjurist im Berliner Büro der EKD am Gendarmenmarkt. Gill hat darauf geachtet und viel dafür getan, dass die DDR-Vergangenheit nicht zu seinem Lebensthema wird. Auch in dieser Hinsicht könnte Joachim Gaucks Präsdientschaft von Davil Gill profitieren.

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