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Das Spielzimmer des CSU-Chefs : In Seehofers Eisenbahn-Keller

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Wegen ihr verlor ein Journalist seinen Preis: Die Modelleisenbahn des CSU-Chefs gilt als Schlüssel zu seinem Seelenleben. Nun hat Bayerns Ministerpräsident ein Fernsehteam in seinen Hobbykeller gelassen. Am Gleis steht eine besondere politische Freundin.

          Das geheime Reich des Horst Seehofers ist im Keller seines Ferienhauses in Altmühltal. Viele haben davon gehört, nur wenige haben es selbst zu Gesicht bekommen. Ein 20 Quadratmeter großes Modelleisenbahn-Areal erstreckt sich dort auf Sperrholzplatten. Seehofer kommt hierher, um zu entspannen, um nachzudenken.

          Jetzt hat der bayerische Ministerpräsident zum ersten Mal einem Fernsehteam Zutritt gewährt. Die Fernsehsendung „Beckmann“ durfte sich den Keller ansehen. Auf den Fotos, die es vorab zu sehen gibt: Grüner Teppich am Boden, Blümchen-Vorhang, holzvertäfelte Decke, Halogen-Lampe: Hier steht Seehofer also regelmäßig und jagt die schwarzen Eisenbahnen mit den vielen Waggons über die Strecke. Am Gleis steht eine Playmobil-Figur mit rotem Blazer und schwarzer Hose. Es soll die Kanzlerin sein, der Seehofer als Regierungschefin 2005 bis 2008 direkt unterstand.

          Die Bahn, soll, wie Seehofer der „Bild-“Zeitung berichtet hat, sein Leben darstellen: Bonn ist als ehemalige Bundeshauptstadt im Panorama enthalten, ein Krankenhaus für seine Zeit als Gesundheitsminister und ein Nachbau von Seehofers Wohnhaus in Gerolfing bei Ingolstadt. „Ich habe hier mein Leben lang mein eigenes Leben nachgebaut“, zitiert ihn die Boulevardzeitung.

          Inzwischen hat auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel in das Seehofersche Panorama gefunden. Der Moderator der Fernsehsendung, Reinhold Beckmann, hat den SPD-Chef als kleine 3D-Figur mitgebracht und dem CSU-Vorsitzenden geschenkt.

          2011 sorgte die Modelleisenbahn für einen kleinen Skandal. Da schrieb der Spiegel-Journalist René Pfister über den Seehofer'schen Keller und die Fernsteuerung. Pfister diente die Schilderung der Schienen, Bahnen und Pressholzplatten als Einstiegsszene für ein Porträt des Politikers. „Am Stellpult“, wo die Eisenbahnen gesteuert werden, mache Seehofer auch seine Politik, so die These des Textes.

          Pfister sollte für sein Porträt den renommierten Henri-Nannen-Preis erhalten, bei der Verleihung erzählte der Reporter dann recht offenherzig, dass er Seehofers Eisenbahnlandschaft nur aus Erzählungen kenne und nie selbst gesehen habe. Die Auszeichnung wurde im daraufhin aberkannt. Jetzt kann sich der Fernsehjournalist Reinhold Beckmann für den Preis bewerben.

          Quelle: tist.

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